RWE-Ökostromtochter: Innogy-Börsengang soll bis zu fünf Milliarden Euro einspülen

RWE-Ökostromtochter
Innogy-Börsengang soll bis zu fünf Milliarden Euro einspülen

Der Energiekonzern RWE hat die Preisspanne für die neuen Aktien der „grünen“ Tochtergesellschaft festgelegt. Der Börsengang soll eine Milliardensumme einbringen. Ein Großaktionär ist bereits gefunden.
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DüsseldorfIn diesen Tagen lernen die Deutschen ein neues Unternehmen kennen. In Fernseh- und Radiospots, in Zeitungsanzeigen und auf großen Plakaten stellt sich Innogy vor. RWE hat in der neuen Gesellschaft das Geschäft mit der Energiewende gebündelt – Vertrieb, erneuerbare Energien und Netze – und muss es rasch bekannt machen. Am 7. Oktober soll Innogy schließlich schon an die Börse – und eine Milliardensumme einbringen.

Vorstände und Aufsichtsräte von RWE und Innogy haben jetzt die Details festgezurrt und den Weg für einen der größten Börsengänge des Jahres geebnet: Er soll bis zu fünf Milliarden Euro einbringen. 1,8 bis zwei Milliarden Euro sollen davon Innogy selbst für Investitionen zugutekommen. Den Rest bekommt RWE selbst zum Abbau von Schulden oder für die zu erwarteten Verpflichtungen aus dem Atomausstieg.

Der Energiekonzern will dabei mindestens 1,5 Milliarden Euro einnehmen. Sollten die Aktien zum Höchstpreis abgenommen und alle Zuteilungsoptionen ausgeschöpft werden, könnten für RWE aber sogar bis zu drei Milliarden Euro zusammenkommen.

Die Aktien sollen zu einem Preis von 32 bis 36 Euro angeboten werden, wie RWE am Donnerstagabend mitteilte. Fest geplant ist eine Platzierung von 20 Prozent der Aktien, eventuell wird der Anteil auf 25 Prozent erhöht. Gemessen an der Preisspanne ist Innogy zwischen 17,8 und 20 Milliarden Euro wert.

Zum einen kommen Aktien aus einer Kapitalerhöhung von zehn Prozent auf den Markt. Die Einnahmen daraus soll Innogy behalten. Zusätzlich will RWE mindestens zehn Prozent aus dem eigenen Bestand platzieren. Diese Einnahmen verbleiben wiederum beim Mutterkonzern. RWE hat für Innogy sogar schon einen Großaktionär gefunden. Die US-Investmentgesellschaft Blackrock sagte schon zu, 940 Millionen Euro zu investieren.

„Wir starten jetzt mit dem Endspurt für den Börsengang von Innogy. Wir haben hart, konzentriert und sehr zügig auf diesen Schritt hingearbeitet und genau so wollen wir auch die letzten Meter bis zum Tag X meistern“, sagte Peter Terium. Er ist aktuell Chef beider Unternehmen. Nach dem Börsengang will er sich komplett auf die Führung von Innogy konzentrieren.

Der endgültige Platzierungspreis wird in einem zweiwöchigen Bookbuilding-Verfahren festgelegt. Die Deutsche Bank und Goldman Sachs International agieren dabei als Joint Global Coordinators. Gemeinsam mit BNP Paribas, BofA Merrill Lynch, Credit Suisse und UBS Investment Bank stellen sie die Joint Bookrunners. Banco Santander, Berenberg und RBC wurden zu Co-Lead Managern bestellt.

RWE-Chef Peter Terium hatte Ende 2015 mit der Ankündigung überrascht, den Energiekonzern aufzuspalten. Er reagiert damit auf die Energiewende und die Probleme im bisherigen Kerngeschäft, dem Betrieb der Gas- und Kohlekraftwerke. Dort sind die Erträge dramatisch eingebrochen, weil die Kraftwerke durch Wind- und Solarenergie aus dem Markt gedrängt werden.

Durch die Abspaltung des Zukunftsgeschäfts, die bereits im April operativ vollzogen wurde, will Terium neue Kräfte freisetzen und Kapital generieren. Innogy kommt auf einen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten wird nach Abschluss des Konzernumbaus bei rund 40.000 liegen. RWE soll zwar auch langfristig die Mehrheit an Innogy behalten, operativ ist der Konzern aber nur noch für die Kohle- und Gaskraftwerke und den Großhandel verantwortlich.

Vor zwei Wochen hatte RWE-Konkurrent Eon einen Börsengang gemeistert. CEO Johannes Teyssen hatte seinem Konzern schon Ende 2014 eine Aufspaltung verordnet. Auch er reagierte auf die schwierigen Rahmenbedingungen – allerdings hatte er sich für einen anderen Weg entschieden. Eon hat im neuen Unternehmen Uniper das alte Geschäft mit den Kraftwerken, den Großhandel und die Gasproduktion abgespalten. Eon selbst konzentriert sich auf Vertrieb, Netze und erneuerbare Energien – wie jetzt Innogy.

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