Strategiewechsel
Ferrari verschiebt den Börsengang

Der Konzernumbau bei Fiat-Chrysler wird um ein paar Monate verschoben. Ferrari soll nun doch später an die Börse gebracht werden. Grund für den Strategiewechsel seien rechtliche Bedenken.
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DüsseldorfEs ist der Börsengang des Jahres in der Autowelt, doch interessierte Investoren werden sich noch ein wenig gedulden müssen. Ferrari soll nach den Plänen des Fiat-Chrysler-Chefs Sergio Marchionne nicht vor dem 13. Oktober an die Börse gebracht werden. Das verkündete Marchionne auf einer Konferenz in Venedig. Die Anwälte des Konzerns hätten dazu geraten, zunächst das erste Jahr der rechtliche Fusion von Fiat und Chrysler abzuwarten. Eigentlich war der Börsengang für das zweite oder dritte Quartal des Jahres vorgesehen.

Marchionne hatte die Abspaltung der Sportwagentochter Ende Oktober 2014 angekündigt. Zehn Prozent der Anteile sollten an die Börse gebracht und die restlichen an die Aktionäre von Fiat übertragen werden. Mit der Ferrari-Abspaltung will der weltweit siebtgrößte Autobauer seine Expansionspläne finanzieren.

In diesem Luxus-Segment läuft es für die Italiener derzeit besonders gut. Zusammen haben Ferrari und Maserati im vergangenen Jahr 40.000 Fahrzeuge verkauft. Insbesondere die Expansion von Ferrari hatte für Zwist zwischen Marchionne und dem langjährigen Ferrari-Chef Luca di Montezemolo gesorgt, der sich um die Exklusivität der Marke gesorgt hatte. Mittlerweile hat di Montezemolo das Unternehmen verlassen. Nach den Vorstellungen von Marchionne soll der Ferrari-Absatz perspektivisch auf 10.000 Fahrzeuge steigen.

Dafür will die italienische Sportwagenmarke offenbar auch den legendären Ferrari Dino neu auflegen. Preislich soll das Modell aber nicht zu stark zur bisherigen Modellpalette abfallen. Immerhin würde Ferrari dann in direkte Konkurrenz zur Konzernschwester Maserati treten.

Und auch zwei weiteren Premiummarken will FCA den Konzern rentabler machen. Alfa Romeo soll ab 2016 mit neuen Modellen zur globalen Premiummarke aufgebaut werden - und so direkt mit Audi, BMW und Mercedes konkurrieren. Bei der Konzernschwester Jeep sind erste Erfolge der Premiumstrategie bereits sichtbar.

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  • Kurios das Bestreben destruktiver Subjekte, immer wieder Geld zu generieren um es dann, ohne freilich jedwede Werteschaffung, zu verbrennen. Noch kurioser bis zu welch beeindruckenden Summen, selbst vor der offensichtlichen und sich stetig wiederholenden Dynamik (Darstellung großer zukünftiger Szenarien: “Alfa Romeo soll ab 2016 mit neuen Modellen zur globalen Premiummarke aufgebaut werden - und so direkt mit Audi, BMW und Mercedes konkurrieren.
    “, stets gefolgt vom genauen Gegenteil), dies ihnen sogar gelingt.

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