Tele Columbus
„Wir wollen so schnell es geht wachsen“

Der drittgrößte deutsche Kabelanbieter Tele Columbus setzt nach seinem Börsengang in 2015 auf schnelles Wachstum - und schnelles Internet. Das macht das Unternehmen auch für Fans hochauflösender Onlinespiele interessant.

DüsseldorfEs gab Zeiten, da waren die Grenzen klar abgesteckt: Telekommunikationsanbieter, allen voran die Deutsche Telekom, boten Telefondienste an, später auch die Verbindung ins Internet. Die Kabelnetzbetreiber boten Kabelfernsehen an. In die Quere kamen sich die beiden Sparten nicht. Doch dann hat der technische Fortschritt sie gleichgemacht. Alle bieten heute Internet an - und weil darüber längst auch telefoniert und ferngesehen werden kann, hat sich das Produktportfolio der Anbieter weitgehend angeglichen.

So kommt es, dass Tele Columbus, einst regionaler Kabelnetzbetreiber in und um Berlin, mit den ganz Großen der Branche, Deutsche Telekom und Vodafone, um Kunden konkurriert. Für den Vorstandsvorsitzenden Ronny Verhelst ist das jedoch kein Problem: „Wir sind kleiner als die Wettbewerber, aber dadurch sind wir auch beweglicher“, sagte er dem Handelsblatt. Sein Hauptaugenmerk: „Wir wollen so schnell es geht wachsen.“

Bisher gelang das dem Unternehmen besonders durch zwei Übernahmen. Im Juli 2015 kaufte Tele Columbus den Kabelanbieter Primacom für 711 Millionen Euro. Zwei Monate später folgte die Übernahme von Pepcom für 608 Millionen Euro. Damit hat sich das Berliner Unternehmen als drittgrößter Kabelnetzbetreiber im Markt etabliert. Im Rückblick sagt Vehelst heute: „2015 war ein unglaubliches Jahr. Wir haben einen Börsengang und zwei Übernahmen gestemmt.“ Tele Columbus war Mitte Januar mit einem Einstandspreis von zehn Euro pro Aktie an die Börse gegangen. Im Juni folgte der Aufstieg in den SDax. Derzeit steht der Kurs bei knapp über acht Euro. Die beiden Übernahmen haben das Papier belastet.

Dennoch sind Analysten optimistisch. Das Ergebnis des zweiten Quartals überzeugte. Cengiz Sen von der Investmentbank Equinet empfiehlt die Aktie mit einem Kursziel von zehn Euro zum Kauf. JP-Morgan-Analyst Akhil Dattani erklärte in einer Studie, die wichtigsten Leistungskennziffern sähen bereinigt um Sondereffekte im Zusammenhang mit der Übernahme des Konkurrenten Pepcom sogar besser aus als gedacht. Tele Columbus hatte den kleineren Konkurrenten im September vergangenen Jahres gekauft. Auch Wolfgang Specht vom Bankhaus Lampe gibt eine Kaufempfehlung für Tele Columbus ab. Das zweite Quartal sei für den Kabelnetzbetreiber ordentlich verlaufen, schrieb er in einer Studie.

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