Übersetzungspannen
Deutsche Alibaba-Seite bietet „Wegwerfbabys“ an

Mit seinem Rekord-Börsengang sorgt der chinesische Onlinehändler Alibaba für weltweites Aufsehen. Doch die deutsche Version der Seite wurde offenbar durch den Google-Übersetzer gejagt. Dabei kam viel wirres Zeug raus.
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DüsseldorfDer chinesische Internetkonzern Alibaba mischt wirtschaftlich bei den ganz Großen mit. Allerdings verraten massive Übersetzungspannen auf seiner deutschsprachigen Webpräsenz, dass er es – zumindest auf dem deutschen Markt – noch nicht sehr ernst meint.

Wer auf german.alibaba.com surft, gewinnt schnell den Eindruck, die gesamte Seite sei durch den Google-Übersetzer gejagt worden. Die meisten der deutschen Produktbezeichnungen sind sprachlich falsch und werfen mehr Fragen auf als sie beantworten.

Nach kurzer Überlegung kommt zwar jeder selbst auf die Idee, dass mit dem „Musikinstrument des Dreiecks“ eine Triangel gemeint ist oder dass er bei Alibaba nicht ernsthaft „Körperteile“ für seine Dusche erwerben kann. Hinter den „Wegwerfbabys“ verbergen sich in Wirklichkeit feuchte Hygienetücher. Insgesamt passt der laienhafte Webauftritt nicht so recht zur Größe des chinesischen Konzerns, der gerade einen Rekord-Börsengang verzeichnete. Bei der Erstnotierung sprang die Aktie am Freitag zum Handelsstart überraschend deutlich auf 92,70 Dollar. Der Ausgabepreis hatte bei 68 Dollar gelegen.

Die Alibaba Group übertrifft nach eigenen Angaben in Sachen Handelsvolumen sogar die US-Konkurrenten Amazon und eBay. Diese stellen sich bei ihren multilingualen Web-Angeboten aber bisher professioneller an. Will Alibaba auch in europäischen Staaten wachsen, müssen die Onlineauftritte überarbeitet werden. Noch aber liegt der Markt für Alibaba hauptsächlich in Asien.

Anis Micijevic ist freier Journalist und schreibt für Handelsblatt Online. Quelle: Armin Dahl / Handelsblatt Online
Anis Micijevic
Handelsblatt / Spätdienst Online + Mobile

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