Windeln.de
Babyausstatter bei IPO 500 Millionen Euro wert

Mit Windeln.de hat ein weiterer E-Commerce-Anbieter das Börsenparkett betreten. Der Ausgabepreis der Aktien liegt in der Mitte der Preisspanne. Mit dem Geld will das Münchener Start-up-Unternehmen neues Terrain betreten.
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FrankfurtDer Online-Babyartikelhändler Windeln.de hat den Sprung an die Börse geschafft. Bis zu 11,4 Millionen Aktien wurden zu einem Preis von je 18,50 Euro zugeteilt, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Am Mittwoch feiert Windeln.de in Frankfurt sein Börsendebüt. Der Ausgabepreis liegt in der Mitte der Preisspanne, die Aktien seien deutlich überzeichnet gewesen. Damit wird die erst fünf Jahre alte Start-up-Firma mit rund 500 Millionen Euro bewertet. Der Börsengang bringt 211 Millionen Euro ein, 127 Millionen davon gehen an den Börsenneuling selbst. Mit dem Geld will Windeln.de unter anderem einen Internet-Shop für Kinder starten, die aus dem Babyalter herausgewachsen sind.

„Wir glauben, dass windeln.de sehr gut positioniert ist, um die Chancen in unserem Markt zu ergreifen“, sagte Konstantin Urban, Vorstand und einer der Gründer von Windeln.de. „Der Börsengang wird uns dabei helfen, unseren Wachstumskurs weiter fortzusetzen.“ Das Unternehmen schreibt unter dem Strich zwar noch rote Zahlen, der namensgebende Online-Shop ist aber schon profitabel. Er profitiert vor allem von der Nachfrage aus China nach deutschem Milchpulver und anderen Babyartikeln. Kunden aus dem Reich der Mitte sorgen für mehr als 50 Prozent des Umsatzes.

Nach dem Börsengang sind bis zu 42 Prozent der Aktien im Streubesitz. Die Altaktionäre, darunter mehrere Wagniskapital-Finanzierer, die beiden Firmengründer Urban und Alexander Brand sowie die kurz vor dem Börsengang eingestiegenen Banken Goldman Sachs und Deutsche Bank, gaben im Schnitt nur ein Viertel ihrer Anteile ab.

Die gute Resonanz hatte sich abgezeichnet. Windeln.de ist das erste deutsche Unternehmen, das den Aufwärtstrend an den Börsen im Frühjahr zum Sprung an den Finanzmarkt nutzt. Die Leasing-Tochter des Autovermieters Sixt folgt auf dem Fuße. Hier läuft die Zeichnungsfrist am Mittwoch ab, das Börsendebüt soll am Donnerstag folgen. Bei Sixt Leasing hatte es laut Insidern gerade einmal drei Stunden gedauert, bis genügend Orders eingegangen waren, um das Auftragsbuch einmal zu füllen. Inoffiziell haben die Investmentbanker die Spanne daher auf 19,00 bis 21,30 Euro eingeengt. Ursprünglich lag das untere Ende bei 17,90 Euro.

Sixt zählt das Geschäft mit Leasing, dem Management ganzer Fahrzeugflotten und dem Verkauf von Neuwagen im Internet nicht mehr zum Kerngeschäft und entlässt die Tochter deshalb in die Unabhängigkeit. Die Muttergesellschaft will den Anteil an Sixt Leasing mit dem Börsengang bis auf 40 Prozent abschmelzen lassen. Insgesamt hat die Emission ein Volumen von bis zu 263 Millionen Euro. Auch der Spezialchemiekonzern Wacker will einen Unternehmensteil über einen Börsengang abspalten: das in der Siltronic AG gebündelte Geschäft mit Silizium-Wafern für die Chip-Herstellung. Der offizielle Startschuss für die Neuemission wird noch im zweiten Quartal erwartet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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