Windeln.de
Babys boomen nicht an der Börse

Da konnten auch die rosa hellblauen Luftballons vor der Dax-Tafel nicht helfen: Das Börsendebüt von Windeln.de verlief durchwachsen. Der Onlinehändler für Babyartikel muss die Expansion schaffen – nicht nur mit Windeln.
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FrankfurtEndlich hat Deutschland wieder einen Börsengang: Mit der Internetplattform Windeln.de ist am Mittwoch der dritte Kandidat in diesem Jahr nach dem Kabelnetzbetreiber Tele Columbus und dem finnischen Kleinkreditanbieter Ferratum in den Handel gestartet.

Trotz der schönen bunten Luftballons, die das Unternehmen vor der Frankfurter Dax-Tafel schweben ließ, verlief das Debüt aber eher durchwachsen. Der erste Kurs lag bei 18 Euro – und damit unter dem Ausgabepreis. Diesen hatte der Münchener Spezialist für Baby- und Kleinkindprodukte am Vorabend bei 18,50 Euro festgesetzt. Der Börsengang kommt somit auf ein Emissionsvolumen von 211 Millionen Euro. Insgesamt wird das 2010 gegründete Start-up mit knapp 500 Millionen Euro bewertet. Nach einer Stunde pendelte der Kurs zwischen 16,40 und 16,80 Euro.

Neben einer Kapitalerhöhung geben auch die Altaktionäre Anteile ab, werden aber weiter an Windeln.de beteiligt sein. Der Streubesitz liegt bei etwa 42 Prozent, sofern auch die Mehrzuteilungsoption ausgeübt wird. Dem Unternehmen selbst fließen dann insgesamt 127 Millionen Euro zu. „Der Börsengang wird uns dabei helfen, unseren Wachstumskurs weiter fortzusetzen“, sagte Alexander Brand, Vorstandsmitglied und Mitgründer von Windeln.de. Neben der Expansion in neue Märkte vor allem in Kontinentaleuropa steht auch die Erweiterung der Produktpalette im Fokus. Künftig sollen die Kunden Angebote für Kinder bis zehn Jahre auf der Plattform finden.

Vor dem Börsengang ist Windeln.de kräftig gewachsen. Der Umsatz verdoppelte sich 2014 auf 101 Millionen Euro. Die Hauptmärkte für Windeln.de sind Deutschland und die Schweiz. Starkes Wachstum verzeichnet das Unternehmen zudem in China. Dort ist die heimische Babynahrung nach den Skandalen um lebensgefährliches Milchpulver in Verruf geraten. „Chinesen setzen daher sehr gerne auf Qualität aus dem Ausland“, so Vorstandsmitglied und Mitgründer Konstantin Urban. Kunden aus dem Reich der Mitte sorgen für mehr als 50 Prozent des Umsatzes.

Profitabel ist der Börsenneuling – wie viele junge Wachstumsunternehmen – allerdings noch nicht. Vor Steuern stand im vergangenen Geschäftsjahr ein Verlust von 9,6 Millionen Euro. Auch im operativen Geschäft verbrennt das Unternehmen noch Geld: Der betriebliche Cash-Flow betrug minus 6,1 Millionen Euro. Für Anleger ist die Aktie von Windeln.de somit vor allem eine Wette auf die Zukunft.

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