Zalando-Börsengang
In sechs Jahren von null auf 5,6 Milliarden

Mit dem Börsengang am 1. Oktober will der Online-Modeversand Zalando sein langfristiges Wachstum finanzieren. Da sich keiner der Altgesellschafter von Aktien trennen will, kommt die Platzierung komplett Zalando zugute.
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FrankfurtMit Zalando bekommt die Deutsche Börse zum ersten Mal seit dem Aktien-Boom am Neuen Markt wieder Zuwachs von einer jungen Internet-Firma: Der Online-Modeversand will in den nächsten zwei Wochen bei Investoren bis zu 633 Millionen Euro einsammeln. Das Debüt an der Frankfurter Börse ist für den 1. Oktober geplant.

Gelingt der Schritt, wäre das erst vor sechs Jahren gegründete Berliner Unternehmen bis zu 5,6 Milliarden Euro wert. Finanzvorstand Rubin Ritter sprach am Donnerstag von einem "großen, aber wohlüberlegten Schritt". Zalando trage sich schon zwei Jahre mit dem Gedanken.

Privatanleger dürften aber bei dem Börsengang, anders als zu den Zeiten des Neuen Marktes, eine Nebenrolle spielen, wie Investmentbanker erwarten. Allerdings bekommen 7000 Zalando-Mitarbeiter, vom Vorstand bis zum Verpacker von Schuhschachteln, Aktien für jeweils 180 Euro geschenkt.

Zalando ist bisher der größte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr. Dieser Rekord dürfte aber nur eine Woche halten. Die Internet-Holding der Zalando-Gründungsfinanzierer Oliver, Marc und Alexander Samwer, Rocket Internet, peilt Finanzkreisen zufolge einen Erlös von rund 750 Millionen Euro an.

Der Global Founders Fund der Samwer-Brüder ist mit 16,7 Prozent auch zweitgrößter Aktionär von Zalando, die Beteiligung ist nach dem Börsengang 800 Millionen Euro wert. Die Samwers haben sich mit dem schwedischen Investor Kinnevik verbündet. Die ehemalige Industrie-Holding setzt seit einigen Jahren ganz auf das Internet und hält 35,6 Prozent an Zalando. Die Kinnevik-Aktie ist in diesem Jahr allerdings um 14 Prozent gefallen.

Keiner der Altgesellschafter will sich im Zuge des Zalando-IPOs von Aktien trennen. Und daran werde sich auch so schnell nichts ändern, sagte Christoph Stanger, der die Emission für Goldman Sachs mitorganisiert hat. "Es sieht so aus, als würden sie die Reise noch lange mitgehen wollen." Der Erlös aus der Aktienplatzierung kommt damit vollständig Zalando zugute. Die bis zu 28,1 Millionen neuen Aktien, die bis 29. September zu zeichnen sind, sollen je 18 bis 22,50 Euro kosten.

Schon nach wenigen Stunden meldeten die begleitenden Banken, dass genügend Aufträge vorlägen, um das Auftragsbuch einmal zu füllen, wie mehrere Investoren sagten. Für einen Erfolg müssten am 29. September allerdings doppelt so viele Orders vorliegen, damit sich das Unternehmen die Investoren aussuchen kann. Spekulanten glauben an einen Preis am oberen Ende dieser Spanne. Im Graumarkt wurden Zalando zwischen 21 und 22,50 Euro gehandelt.

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  • Oha, eine Firma, die keine Gewinne schreibt und Warenrücksendungen von über 40% hat, soll 5,6 Milliarden € wert sein?

    Wie kommt man denn zu solch einer Bewertung?

    Genausogut könnte man behaupten, Griechenland sei deswegen so wertvoll, weil unzählige Anleger sich mit nicht rückzahlbaren Anleihen eingedeckt haben.

    Wenn der "Wert" einer Firma so taxiert wird, möchte ich nicht Anteilseigner einer solchen Bruchbude sein.

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