10 000-Punkte-Marke geknackt
Nebenwerte hängen Schwergewichte ab

Endlich wieder fünfstellig! Wer Nebenwerte nur als Nebensachen betrachtet, der wird zumindest bei dieser Nachricht aufhorchen: Der MDax notiert wieder über 10 000 Punkten. Warum die mittelgroßen Aktien den Dax ein weiteres Mal abhängen.
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FRANKFURT. Der MDax, das Segment für die 50 mittelgroßen Aktien in Deutschland, ist wieder über die Hürde von 10 000 Punkte gesprungen. Das erinnert an 2007, als die Finanzkrise zur Jahresmitte gerade erst anlief und der Index fast das ganze Jahr über dieser Marke lag.

Dabei handelt es sich nicht nur das einfache Überschreiten irgendeiner Marke, wie es immer wieder vorkommt. Der nun wieder fünfstellige MDax lenkt den Blick auf Nebenwerte, die von den Bankstrategen oft nur wenig beachtet werden. Denn diese Werte werden das Jahr 2010, das noch sechs Handelstage aufweist, als die großen Gewinner beenden. Um 33 Prozent hat der MDax zugelegt, 44 Prozent waren es gar im nochmals eine Stufe tiefer angesiedelten SDax. Der Dax als deutsches Aushängeschild in Sachen Börse hat hingegen nur 18 Prozent geschafft. Beinahe zu vernachlässigende drei Prozent waren es im Technologieindex TecDax.

Nebenwerte punkten bei Anlegern mit hervorragenden Produkten

Einer der wesentlichen Gründe für den unauffälligen Aufstieg von MDax und SDax liegt in den weltweit gefragten Produkten, die die Unternehmen bieten. Erst heute haben beispielsweise die Analysten der Deutschen Bank ihr Kursziel für die Aktie des MDax-Wertes MTU Aero Engines von 52 auf 61 Euro nach oben geschraubt. Der Kurs des Triebwerksherstellers zog daraufhin deutlich an. Mit einem Plus von 28 Prozent im laufenden Jahr gilt das Papier jedoch beinahe schon als Nachzügler. Die Experten loben nicht nur die hervorragenden Aussichten für die gesamte Branche, sie stellen MTU Aero Engines auch als einen ihrer Favoriten positiv heraus.

Überhaupt gibt es bei den Gesellschaften aus der zweiten und dritten Reihe im Moment kaum eine, die bei den Analysten nicht hoch im Kurs steht. Begründet wird das nicht immer nur mit dem florierenden Geschäft. Der Baukonzern Bilfinger Berger beispielsweise hatte gestern verkündet, seine australische Tochter Valemus zu verkaufen. Das ist ein wesentlicher Schritt beim angestrebten Konzernumbau. Im Juli war noch der Börsengang der Tochter wegen geringer Nachfrage abgesagt worden. Jetzt fließt mit 790 Millionen Euro etwa die Summe, die sich das Management damals als Erlös ausgerechnet hat.

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