Airlines-Aktien verlieren deutlich
Börsen in China fehlt olympischer Rückenwind

Am Tag der Olympia-Eröffnung in Peking haben die chinesischen Börsen einen erheblichen Einbruch erlebt. Der Shanghai-Index ist sogar auf den tiefsten Stand der vergangenen zwölf Monate gefallen. Dabei wollten die Behörden eigentlich die Aktienmärkte zumindest während der olympischen Spiele stützen.

SCHANGHAI. Die chinesischen Börsen sind am Freitag, dem Tag der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Peking, eingebrochen. Der Shanghai-Composite-Index, der sowohl die in Heimatwährung notierten A-Aktien als auch die in Fremdwährung notierten B-Aktien umfasst, sank um 4,5 Prozent und landete auf 2611,95 Punkten bei Handelsschluss und damit auf ein 52-Wochen-Tief. Er liegt damit rund 57 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. In Shenzen brach der Marktindex sogar um 5,6 Prozent ein.

Vor allem die Airlines-Aktien fielen an heutigen Handelstag. Allen voran die staatliche Fluggesellschaft Air China mit einem Verlust von 10 Prozent. Petro-China-Titel verlor 2,3 Prozent.

Anders als im Vorfeld der olympischen Spiel immer wieder aus dem Markt zu hören, erhielten die Börsen keinerlei Rückenwind während der Dauer der Wettkämpfe. Man werde alles tun, um die Börsen zumindest während der Olympischen Spiele zu stabilisieren, versicherte die Wertpapieraufsicht Ende des vergangenen Monats. So hatten die Behörden bereits jeden dritten Antrag auf einen Börsengang abgelehnt.

Keine andere Börse eines Schwellenlandes hat seit Jahresanfang soviel verloren wie die in Shanghai, die sich seit Anfang des Jahres fast halbiert hat. Inflationsängste, schwächere Konzerngewinne und die generelle Unsicherheit weltweit sind nach Meinung von Experten die Gründe.

Viele Marktbeobachter haben das schon lange erwartet. Denn keine Börse boomte in den vergangenen Jahren so wie die chinesische. Asiens legendärer Milliardär Li Ka-Shing hatte daher vor einer Spekulationsblase gewarnt, der ehemalige Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan, vor einer harten Kurskorrektur.

Die eigentlichen Probleme des noch jungen Finanzmarktes, die sich in dem derzeitigen Abwärtssog zeigen, bleiben nach Meinung vieler Experten ungelöst. Zu viele Aktien sind bis heute in staatlicher Hand, die Nachfrage ist höher als das Angebot, es gibt kaum institutionelle Anleger mit längerfristigen Interessen und zu wenig Transparenz über das, was in den Unternehmen passiert. "Vor allem institutionelle Verbesserungen sind eine Priorität, da Chinas Finanzmärkte noch weit davon entfernt sind, voll entwickelt zu sein", schreiben sogar Experten der chinesischen Zentralbank in einem Report.

Auch die Banken haben mittlerweile strukturierte Finanzprodukte entwickelt, mit denen Anleger auf fallende Kurse setzen können - zumindest auf Aktien, die an der Börse in Hongkong notiert sind. Die Wertpapiere haben auch nachgegeben, wenn auch schwächer.

Der dort maßgebliche Hang Seng Index notierte im Oktober 2007 noch bei 31 000 Punkte. Aktuell steht er unter 22 000 Zählern. Und viele Analysten fürchten, dass dem wichtigen asiatischen Finanzplatz das Schlimmste noch bevorsteht.

Die US-Bank Goldman Sachs hat zum Beispiel ein so genanntes Short-Index-Produkt auf den Hang-Seng-Index auf dem Markt gebracht. Dabei werden Kursverluste proportional in Gewinne umgemünzt. Anleger, die einen Sicherheitspuffer wünschen, sollten sich so genannte Reverse-Bonus-Zertifikate anschauen, die es bereits auf dem Markt gibt. Bei diesen Produkten erhalten Anleger eine Rendite, solange der Hang Seng während der Laufzeit eine bestimmte Marke nicht überschreitet. Je weiter diese Marke entfernt ist, desto niedriger die Rendite.

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