Aktien, Anleihen, Devisen Brexit-Gespenst lässt Märkte zittern

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Devisen- und Anleihemärkte in Aufruhr
Die wichtigsten Finanzplätze der Welt
Platz 10: Toronto
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Zweimal im Jahr bestimmt der Global Financial Centres Index, welches die wichtigsten Finanzplätze der Welt sind. Erstellt wird der Index mit Hilfe eines Online-Fragebogens von der Z/Yen Gruppe, einem Londoner Think Tank. Unter den Top 10 dominieren vor allem Finanzplätze aus Nordamerika. Toronto hat sich gegenüber dem vorhergehenden Ranking um zwei Plätze auf Rang 10 verschlechtert.

Platz 9: Boston
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Kriterien für die Auswahl der besten Finanzplätze sind das wirtschaftliche Umfeld, die Entwicklung des Finanzsektors in der jeweiligen Stadt, die Infrastruktur, der Faktor Humankapital und generelle Faktoren sowie die Reputation des Standorts in der Branche. Bei Boston haben sich einige dieser Faktoren offenbar verbessert, die Ostküstenstadt landet mit 709 Zählern auf Platz 9.

Platz 8: San Francisco
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Noch besser platziert ist ein Westküsten-Finanzplatz. San Francisco rangiert mit 711 Punkten auf Platz 8.

Platz 7: Washington
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New York als Bankenplatz kennt wohl jeder. Aber auch in Washington findet sich nicht nur das Capitol, auch das Umfeld für Banken ist gut.

Platz 6: Zürich
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Die Schweizer Stadt ist der erste europäische Finanzplatz, der es unter die Top Ten geschafft hat. Um einen Platz haben sich die Schweizer auf Rang 6 verbessert und liegen damit weit vor Frankfurt. Deutschlands wichtigster Finanzplatz hat vier Plätze verloren und liegt nur auf Platz 18. Auf Rang 27 folgt dann München.

Platz 5: Tokio
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Japans Finanzzentrum in Tokio konnte den fünften Platz behaupten. Andere asiatische Geld-Metropolen liegen allerdings weiter vorne.

Platz 4: Hongkong
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Über 70 der weltweit 100 größten Banken sind in Hongkong tätig, der Finanzplatz ist damit deutlich relevanter als der wichtigste chinesische Finanzplatz in Schanghai (Platz 16).

Nicht nur die Aktienmärkte wirbelt die Angst vor dem Austritt Großbritanniens gehörig durcheinander. Auch an den Devisen- und Anleihenmärkten ist der Trubel groß. Seit Tagen decken sich die Anleger mit den als sicher geltenden Staatsanleihen ein. Die Rendite für die zehnjährige Bundesanleihe sank zuletzt auf 0,13 Prozent, die Papiere sind nur einen Katzensprung von einer Negativrendite entfernt. Bei fünfzehnjährigen japanischen Staatsanleihen ist die Rendite bereits negativ, sie liegt bei minus 0,16 Prozent. Inzwischen werden so viele mit einer Negativrendite versehenen Staatsanleihen wie noch nie gehandelt – rund 8,3 Billionen wie die Zahlen der Investmentbank JP Morgan nahe legen.

An den Devisenmärkten flüchten die Investoren nicht nur in den Yen, sondern auch in den Franken. Am kommenden Donnerstag, genau eine Woche vor dem Tag des britischen Votum, entscheidet die Schweizer Notenbank (SNB) über ihre Zinspolitik. Der Austritt Großbritanniens bereitet den Schweizer Währungshütern vor allem deshalb Sorgen, weil sie sich seit mehr einem Jahr bemühen, dem Franken den Status als sicherer Investoren-Hafen abzusprechen, um die Konjunktur des Landes anzukurbeln. Ein Brexit würde den Franken genau dem Aufwertungsdruck aussetzen, den die SNB durch die Euro-Entkopplung eigentlich vermeiden will – und damit alle Mühen der Währungshüter zunichte machen.

Ein Votum der Briten für ein Verlassen der EU würde einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge einen Sprung des Franken praktisch garantieren. Bloomberg hat 23 Volkswirte zu dem Thema befragt. Die SNB würde der Aufwertung aggressive Interventionen entgegensetzen, erwartet die Mehrheit der Befragten. Einige rechnen sogar mit einer Senkung des Einlagensatzes, der sich bereits auf dem Rekordtief von minus 0,75 Prozent befindet.

Ein kleiner Trost für alle Brexit-geplagten Investoren und Zentralbanker dürfte sein, dass es den Briten selbst mit der drohenden Entscheidung kaum besser ergeht. Schon jetzt schlägt sich das Votum nächste Woche auf die Landeswährung wieder. Der britische Pfund ist am Montag auf den tiefsten Stand seit acht Wochen gerutscht. Die Euro-Pfund-Volatilität kletterte auf 26 Prozent, zeigen Reuters-Daten. Damit ist sie höher als zu Zeiten der Finanzkrise im Jahr 2008.

Für das Pfund könnte der 23. Juni zum Tag der Wahrheit werden. Entscheiden sich die Briten für den Ausstieg, könnte das Pfund gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 1985 rutschen, prognostiziert eine Bloomberg-Umfrage unter Volkswirten. Im Schnitt schätzen sie, dass das Pfund im Falle des Brexit unter 1,35 US-Dollar fällt. Entscheiden sie sich für den Verbleib in der EU, könnte die Währung dagegen auf ein Jahreshoch steigen – im besten Fall über 1,50 US-Dollar.

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