Aktien, Anleihen, Euro, Gold
Die Märkte hätten endlich Taten von der Fed erwartet

Die Zinswende in den USA ist erst einmal verschoben. Doch an den Märkten löst das keine rechte Begeisterung aus. Der Dax gibt zum Handelsbeginn nach – wie auch schon die Kurse an der Wall Street und in China.  
  • 6

Frankfurt/DüsseldorfDie Nachricht kam am späten Donnerstagabend: Die US-Notenbank hat die Zinswende verschoben. Was anfänglich für Kursgewinne an der Wall Street und im nachbörslichen Handel in Frankfurt gesorgt hatte, wird nun deutlich kritischer gesehen. Mit wenigen Ausnahmen reagieren die Aktienbörsen mit fallenden Kursen, im Gegensatz zu Anleihen und dem Goldpreis.

Der Dax verlor zum Handelsstart am Freitag 0,8 Prozent auf 10.147 Zähler. Auch der amerikanische Standardwerteindex Dow Jones hatte gestern 0,4 Prozent tiefer geschlossen, nachdem die Kurse unmittelbar nach der Fed-Entscheidung in die Höhe geschossen waren. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,3 Prozent bis zum Handelsende nach.

Auch in Asien suchten die Börsianer nach Interpretationen – und die fallen ganz unterschiedlich aus. Die Leitbörse in Schanghai legte leicht zu, ebenso der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen. „Eine Erhöhung der Zinsen in den USA hätte neue Sorgen vor einer Kapitalflucht geweckt“, sagte Analyst Yang Hai vom Wertpapierhändler Kaiyuan Securities. „Dass die Zinsen unverändert sind, ist daher positiv.“ In Japan dominierten hingegen die negativen Vorzeichen. Die Entscheidung der Fed habe Sorgen um die Konjunktur geschürt, sagten Händler. Der Leitindex Nikkei schloss mit einem Minus von zwei Prozent.

Aus Rücksicht auf den schwächelnden Wirtschaftsriesen China und die unsicheren Aussichten für die globale Konjunktur hatte die Fed am Donnerstag auf die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren verzichtet. Händler sagten, die Fed-Entscheidung könne auf zwei unterschiedliche Weisen interpretiert werden: Einerseits seien die Anleger beunruhigt, dass die US-Wirtschaft offenbar nicht genug wachse, um eine Zinswende zu rechtfertigen. Andererseits sorge die nun anhaltende lockere Geldpolitik der USA für eine Stützung der globalen Aktienmärkte.

„Mit diesem Schritt hat sich die Fed den Erwartungen des Marktes gebeugt und einen Zinsschritt weiter verschoben“, sagte Asoka Wöhrmann, Anlagestrategie der Deutsche Asset & Wealth Management. Damit hätte die Fed erneut nur mit Worten agiert, während die Märkte weiter auf Taten warten müssten. „Der ausgebliebene Zinsschritt beschneidet den Spielraum der Fed, die Zinspolitik pro-aktiv zu gestalten, da sich das Zeitfenster für einen Zinsschritt weiter verengt“, ergänzte er. Ihn wundert es nicht, dass die Marktreaktionen verhalten ausfallen, schließlich hätten die Märkte bekommen, wonach sie zuletzt verlangt hatten.

Seite 1:

Die Märkte hätten endlich Taten von der Fed erwartet

Seite 2:

Höhere Kurse an den Anleihemärkten

Seite 3:

Euro und Gold profitieren

Kommentare zu " Aktien, Anleihen, Euro, Gold: Die Märkte hätten endlich Taten von der Fed erwartet"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • carlos....carlos...beruhig dich....das ist nicht gesund

  • Die FED hat ein besseres Verstand für REAL POLITIK und für REAL WIRTSCHAFT !!!

    Die Finanzkrise in den USA hatte eins die ganze Weltliche Finanzwelt erwischt...

    und daraus ist die Welt noch nicht heraus gekommen.

    die Immobilien-Blase kostet der ganzer Welt enorme Kraftanstrengungen um das Schiff nicht vollends versinken zu lassen.

    Der DAX ist enorm aufgebäht...mehr als 7500 Punkte ist es aktuell niemals Wert wobei schon die Marke von 7500 Punkte in Beziehung zu der Wirtschaftliche Erfolge der EU schon zu viele Punkte sind.

    Doch die Spekulanten kehren die Wahrheit über die desaströse Lage in Europa unter dem Tisch...

    wollen mehr...und noch mehr.

    Macht weiter so wie bisher...denn man steigt eine nicht abgesicherte Leiter...

    bis man darunter gefallen ist.





  • DIE MÄRKTE bzw. die Marktwirtschaft wartet nämlich auf keine Zinsentscheidung um Investitionen zu tätigen, sondern auf einen deruglierten Markt. Die Märkte brauchen weniger Staatseingriffe in Form von politischen Willkürentscheidungen (Energiewende/EEG oder CO2 freie Gesellschaft). Die Märkte brauchen ihre Freiheit von der Ideologischen Grün-Sozialistischen EU-Deutschland Politik zurück. Das ist das Hauptproblem einer schwachen Wirtschaft in Europa und Deutschland.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%