Aktien, Anleihen, Gold
Was Vermögensverwalter jetzt raten

Nach den Börseneinbrüchen sitzt der Schock bei den Anlegern tief. Der Brexit hat weitreichende Folgen. Geldverwalter sind vorsichtig und geben Investoren Ratschläge für nächste Zeit.

FrankfurtEs ist ein klassischer Schwarzer Freitag an den Aktienbörsen. Die Briten drängen mit ihrer Entscheidung Anleger aus Risikoanlagen. Der japanische Aktienmarkt gibt die Richtung vor: Er bricht um neun Prozent ein. Kurz vor dem Start der europäischen Handelszeiten zeigt auch der Deutsche Aktienindex einen Abschlag von einem Zehntel.

Einen Dax-Tagessturz im zweistelligen Bereich gab es zuletzt im Jahr 1989. Auch zur Mittagszeit hat sich die Unruhe nur leicht gelegt. Der Dax liegt rund sieben Prozent im Minus. Das größere Risiko sehen die Akteure in Südeuropa, wo die Markt-Messlatten in Italien und Spanien zehn Prozent stürzen. Vor allem die Bankentitel leiden und kollabieren; die Branche gilt als anfällig. Die Kurse einiger spanischer Institute kollabieren um 20 Prozent. In Deutschland verlieren Deutsche Bank und Commerzbank zehn bis zwölf Prozent.

Aus Sicht der Anleger steigen mit dem Briten-Ausstieg auch die Wirtschaftssorgen. Deshalb sind neben den ohnehin als anfällig geltenden Banken die konjunktursensiblen Werte hart getroffen. Aus der deutschen Börsenbrille stehen Aktien wie Lufthansa, Continental und Daimler oben in der Verliererliste. Hier liegen die Abschläge in einer Größenordnung von acht bis zwölf Prozent. Gut über die Runden kommen dagegen Firmen aus Branchen, die als relativ krisenresistent gelten. Deshalb kommen Aktie wie Vonovia, Henkel und Fresenius mit weniger als drei Prozent Abschlag davon.

Den ersten Schock drückt Carsten Brzeski, Chefökonom der ING-Diba, aus: „Es sieht so aus, als ob Europas schlimmster Alptraum Wahrheit geworden ist.“ Wie die Anleger damit umgehen sollten, dass bündelt Björn Jesch, Leiter Portfoliomanagement beim Fondshaus Union Investment, in einem Satz: „Sicherheit ist an den Märkten derzeit die oberste Devise.“

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