Aktien
Banktitel und Minenwerte an Europas Börsen gefragt

Angetrieben von Gewinnen bei Finanzwerten und Minentiteln haben die wichtigsten europäischen Aktienindizes am Dienstag noch deutlicher im Plus geschlossen als zu Wochenbeginn. Börsianer begründeten die Kauflaune der Anleger mit einer positiven Branchenstudie und den steigenden Rohstoffpreisen.

dpa-afx PARIS/LONDON. Angetrieben von Gewinnen bei Finanzwerten und Minentiteln haben die wichtigsten europäischen Aktienindizes am Dienstag noch deutlicher im Plus geschlossen als zu Wochenbeginn. Börsianer begründeten die Kauflaune der Anleger mit einer positiven Branchenstudie und den steigenden Rohstoffpreisen. Zudem habe die freundliche Wall Street die Notierungen diesseits des Atlantiks angetrieben, hieß es. In den USA wurde mit Erleichterung aufgenommen, dass die australische Zentralbank ihren Leitzins wieder angehoben hatte. Dies sei als Zeichen dafür gewertet worden, dass sich die Wirtschaft wieder erholen könnte.

Der Eurostoxx 50 kletterte um satte 2,65 Prozent auf 2 864,76 Punkte, nachdem er am Montag seine viertägige Verlustserie gestoppt und 1,09 Prozent hinzugewonnen hatte. Der Pariser CAC-40-Index stieg um 2,59 Prozent auf 3 770,21 Zähler. In London rückte der Ftse 100 um 2,26 Prozent auf 5 137,98 Zähler vor.

Die Titel europäischer Banken wurden von der Merrill-Lynch-Studie beflügelt. Die zur Bank of America gehörende Investmentbank hatte den gesamten Sektor auf "Overweight" hochgestuft. Die Banken hätten die Talsohle bei den Gewinnen durchschritten. Zudem sei nicht damit zu rechnen, dass es für diese Finanzinstitute allzu schnell strengere Auflagen gibt, schrieben die Merrill-Lynch-Analysten. In der bankeigenen Bewertungsliste der einzelnen Branchen kletterte der Sektor im Oktober um drei Ränge auf Platz drei nach oben. Papiere europäischer Großbanken wie Santander , Deutsche Bank , Intesa Sanpaolo , BNP Paribas und Credit Agricole legten zwischen 3,9 und knapp acht Prozent zu.

An der positiven Stimmung konnte auch eine milliardenschweren Kapitalerhöhung der französischen Großbank Societe Generale nichts ändern. Die Papiere rückten um 2,85 Prozent auf 53,69 Euro vor.

Ferner legten die im Ftse 100 stark gewichteten Minenwerte kräftig zu und stützten damit den Index. Anziehende Metallpreise dank eines fallenden Dollarkurses sorgten für Nachfrage. So hatte etwa der Goldpreis sein rund anderthalb Jahre altes Rekordhoch vom März 2008 bei rund 1 030 Dollar durchbrochen. Vor diesem Hintergrund schnellten die Papiere von Kazakhmys um 9,08 Prozent auf 1 093 Pence in die Höhe, für die Titel von Vedanta gaben die Investoren 9,10 Prozent mehr aus und bezahlten 2086 Pence. Die Papiere von Rio Tinto gewannen 6,86 Prozent auf 2 740 Pence.

Der Titel von Philips stiegen in Amsterdam dank einer Studie um 4,72 Prozent auf 16,75 Euro. Morgan Stanley hatte das Kursziel für den Elektronikkonzern von 16,00 auf 18,00 Euro angehoben. Der Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr dürfte im dritten Quartal geringer ausfallen als in den Vorquartalen, schrieb Analyst Scott Babka in einer Studie.

In London hingegen sanken die Titel des größten britischen Einzelhändlers Tesco nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen um 0,18 Prozent auf 390,70 Pence. Während der Gewinn etwas besser als von Experten erwartet ausfiel, enttäuschte Tesco beim Umsatz. Merrill-Lynch-Analyst John Kershaw nannte das Halbjahresergebnis "solide, aber nicht inspirierend". Einziger Verlierer im Eurostoxx 50 waren die Papiere von Vivendi , die um 0,19 Prozent auf 20,96 Euro nachgaben. Händler verwiesen auf Befürchtungen, dass der Medienkonzern für seine zum Verkauf stehende Beteiligung an den US-Fernsehsender NBC einen niedrigeren Preis als gedacht erzielen könnte.

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