Aktien
Börse Zürich schließt nach Auf und Ab im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag fester beendet. Der Handel schwankte nach einem schwachen Start und anschließenden Kursgewinnen vor allem am Nachmittag deutlich, wobei der Standardwerte-Index mehrfach aus der Verlustzone in die Gewinnzone wechselte.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag fester beendet. Der Handel schwankte nach einem schwachen Start und anschließenden Kursgewinnen vor allem am Nachmittag deutlich, wobei der Standardwerte-Index mehrfach aus der Verlustzone in die Gewinnzone wechselte. Am Vormittag hatte vor allem die Hoffnung auf Zinsschritte durch verschiedene Notenbanken für Euphorie gesorgt und die Märkte beflügelt.

Sowohl die schwedische Notenbank als auch die Bank of England und die Europäische Zentralbank (EZB) senkten die Leitzinsen deutlich. Kurz nach dem Zinsschritt der EZB kam es an den Aktienmärkten zu Einbußen. Händler sprachen von kurzfristigen Gewinnmitnahmen. Dann folgten durchwachsene Signale. Die US-Indizes zogen nach anfänglichen Verlusten bis zum Börsenschluss in Europa leicht an. Die US-Arbeitsmarktdaten fielen überraschend positiv aus, der Auftragseingang der Industrie im Oktober sank dagegen so kräftig wie zuletzt im Juli 2000, wenn auch nicht unerwartet. Schließlich forderte US-Notenbankchef Ben Bernanke in einer Rede weitere aggressive Maßnahmen, um Zwangsvollstreckungen am US-Häusermarkt zu vermeiden.

Der SMI stieg um 0,80 Prozent oder 44,91 Stellen auf 5 649,14 Punkte. Das Tageshoch am Vormittag lag bei 5 724,90, das Tagestief am Nachmittag bei 5 526,09 Zählern. Der 30 Titel umfassende SLI schloss 1,27 Prozent höher bei 784,79 Stellen, und der breite SPI gewann 0,76 Prozent auf 4 642,68 Punkte.

Die Aktien von Credit Suisse (+10,1 Prozent auf 30,50 Franken) schlossen nach einer Gewinnwarnung und frühen Kursverlusten an der Tabellenspitze im SMI und SLI. Der Konzernverlust von voraussichtlich drei Mrd. Franken zu Ende November lag zwar deutlich über den Erwartungen. Händler erklärten die positive Entwicklung der Aktie zum einen mit den herben Vortagesverlusten (-8,9 Prozent) und verwiesen zudem auf Aussagen des Managements zur Neugeldentwicklung im Privatkundengeschäft und zur Neuausrichtung bei der Investmentbank. Es herrsche eine gewisse Erleichterung, dass die Großbank noch immer keine Kapitalerhöhung benötige, hieß es.

Auch UBS (+5,3 Prozent auf 14,68 Franken) konnten deutlich zulegen. Zu den stärker gefragten Baloise (+7,8 Prozent auf 70 Franken) kursierten Gerüchte, wonach die französische Versicherungsgruppe AXA ein Übernahmeangebot für den Schweizer Mitbewerber unterbreiten könnte. Auch Swiss Re (+4,2 Prozent auf 48,20 Franken) und ZFS (+3,5 Prozent auf 236 Franken) gingen fester aus dem Handel, Julius Bär (-0,1 Prozent auf 37 Franken) und vor allem Swiss Life (-1,5 Prozent auf 73,05 Franken) dagegen verloren.

Holcim (+6,2 Prozent auf 54,55 Franken) konnten überdurchschnittlich zulegen. Am Markt kursierten Gerüchte, wonach der Baustoffhersteller einen neuen Großaktionär bekommen könnte. Schon Mitte September hieß es, ein russischer Investor wolle sich einkaufen.

Nestle (+0,3 Prozent auf 42,58 Franken) tendierten unterdurchschnittlich. Die Papiere des Nahrungsmittelkonzerns hatten gestern nach einer Meldung über verunreinigte Milchpulver-Produkte in Saudi-Arabien verloren. Später meldeten sich gleich mehrere Analysten mit beruhigenden Kommentaren zu Wort.

Druck lastete auf den Pharmawerten. Novartis verloren 0,6 Prozent auf 56,65 Franken. Marktbeobachter machten einen generell schwächeren europäischen Branchensektor für den zunehmenden Verkaufsdruck verantwortlich. Auslöser dürfte eine Gewinnwarnung des US-Pharmakonzerns Merck & Co. sein, hieß es.

Roche (-1,9 Prozent auf 165,90 Franken) gaben noch mehr nach. Die US-Gesundheitsbehörde verlangt vom Basler Pharmaunternehmen weitere Daten, um das Nebenwirkungsprofil des Arthritismedikaments Actemra zu verifizieren. Wichtiger als der Zeitpunkt der Einführung ist für Branchenkenner aber der Umfang des Anwendungsgebiets und das Nebenwirkungsprofil. Sollte die US-Gesundheitsbehörde im größeren Stil Warnhinweise verlangen, könnte dies das wirtschaftliche Potenzial des Präparats einschränken und Analysten zu einer Reduktion ihrer Umsatzschätzungen zwingen.

Schlusslicht unter den 30 Bluechips waren Logitech (-4,4 Prozent auf 14,63 Franken). Der Hersteller von Computerzubehör muss nach den Worten von Verwaltungsratspräsident Guerrino De Luca "eine sehr schwierige und nie dagewesene wirtschaftliche Lage" meistern.

Im breiten Markt profitierten Gurit (+3,4 Prozent) von einem positiv für das Unternehmen ausgefallenen Gerichtsentscheid in den USA. Deutliche Verluste gab es bei Esmertec (-7,1 Prozent) nach einem Business-Update zum dritten Quartal.

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