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Börse Zürich: US-Daten verhindern Schlimmeres

Die Schweizer Börse hat Dienstag nur leicht schwächer geschlossen, nachdem der Markt zuvor über weite Strecken deutlicher in der Minuszone verharrt hatte. Der Verlustabbau sei insbesondere von Finanzwerten und konjunktursensiblen Werten getragen worden.

dpa-afx ZÜRICH. Die Schweizer Börse hat Dienstag nur leicht schwächer geschlossen, nachdem der Markt zuvor über weite Strecken deutlicher in der Minuszone verharrt hatte. Der Verlustabbau sei insbesondere von Finanzwerten und konjunktursensiblen Werten getragen worden. Anfänglich hatten Befürchtungen über mögliche Entwicklungen in der Finanzbranche und schlechte Konjunkturdaten für Abgaben gesorgt, so Marktbeobachter.

Von den Tagestiefstwerten lösen konnte sich der Markt im Zuge des im Monat Mai überraschend positiv ausgefallenen Verbrauchervertrauens in den USA. Der Index des Conference Board stieg auf 54,9 Punkte. Der Index übertraf damit die Erwartungen von 42,3 Zählern deutlich und löste in der Folge auf tieferem Niveau Käufe aus. Mit dem Anstieg sei die "Weltuntergangsstimmung" zu Beginn des Jahres wohl endgültig überwunden, hieß es teils in Kommentaren. Gegen eine deutliche Erholung der privaten Konsumausgaben würden allerdings noch der schwache Arbeitsmarkt und die weiter sinkenden Hauspreise sprechen.

Das Blue Chips Barometer SMI schloss noch mit einem Minus von 14,97 Punkten beziehungsweise 0,27% auf 5 431,27 Stellen markant über dem Tagestief auf 5 345,72 Zählern. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI ) sank um 0,33% auf 824,46 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI ) um 0,39% auf 4 675,38 Punkte.

Wie an den meisten Handelsplätzen wurden die Finanzwerte in der Schweiz von einem Bericht des britischen "Telegraph" belastet. Demnach soll die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) davor gewarnt haben, dass die toxischen Vermögenswerte der deutschen Banken wie "Granaten" explodierten, falls die Kreditinstitute nicht an den Bad-Bank-Plänen teilnähmen und sich so auf die nächste Phase der Krise vorbereiteten. Zum Schluss verblieben UBS (-2,2% auf 15,57 Franken) im Minus. Die Aktien wurden zudem von Nomura auf Reduce von Neutral zurückgestuft.

Erholt haben sich hingegen Julius Bär (+1,8% auf 46,98 Franken), die damit die SMI -/SLI-Tabelle anführten, und CS (+0,7% auf 46,50 Franken). Julius Bär will die italienische Alpha SIM mit verwalteten Vermögen von 400 Mill. Euro übernehmen. "Dies dürfte die letzte Woche eingeschlagene Strategie untermauern, allerdings dürfte die Luft auf dem aktuellen Kursniveau langsam dünn werden", kommentiert Vontobel. Den Kaufpreis schätzen die Analysten auf "unter 50 Mill. Franken".

Unter den weiteren Finanztiteln ziehen ZFS (+1,6% auf 196,20 Franken) an, ebenso wie Swiss Life Holding (+0,8% auf 91,10 Franken).

Unter den defensiven Werten legten Novartis (+0,3% auf 43,84 Franken) zu und stützten damit die Erholung. Nestle (-0,4% auf 40,32 Franken) bauten ihre Verluste ab, während Roche Holding (-1,2% auf 145,30 Franken) noch deutlicher im Minus verharrten.

Lonza (+1,6% auf 110,60 Franken) legten ebenfalls zu. Das Unternehmen hat einen nach eigenen Aussagen wichtigen Liefervertrag mit einem großen Pharmaunternehmen abgeschlossen.

Unter den zyklischen Werten legten unter anderen Kühne+Nagel (+0,5% auf 81,55 Franken) oder Adecco (+0,3% auf 48,38 Franken) zu. Holcim (-0,1% auf 58,20 Franken) verringerten die Einbußen.

Skeptisch bliegen die Anlegen in Richemont (-1,6% auf 23,06 Franken) und Swatch (-2,0% auf 172,62 Franken). Prozentual größere Einbußen erlitten Sonova (-3,3% auf 76,00 Franken), Clariant (-2,9% auf 6,72 Franken) oder ABB (-2,6% auf 17,00 Franken). Der Technologiekonzern konnte einerseits einen Auftrag aus Mexiko in der Höhe von 140 Mill. Dollar vermelden. Andererseits sollen in Frankreich infolge anhaltender Probleme rund 20% der Arbeitsplätze abgebaut werden.

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