Aktien Europa
Europäische Börsen starten schwach

Die wichtigsten Börsen des alten Kontinents liegen am Vormittag im Minus. Besonders herbe sind die Verluste in London: der FTSE verlor im Vergleich zum Vortag rund zwei Prozent. Vor allen Bankenwerte und Rohstoffaktien verlieren. Und aktuelle Absatzzahlen belasten die Papiere der Autohersteller.

HB PARIS/LONDON. Katerstimmung an den europäischen Börsen: Die wichtigsten europäischen Indizes haben an die Vortagesverluste angeknüpft und Abschläge verbucht. Der Eurostoxx 50 notierte in den ersten Handelsminuten mit minus ein Prozent bei 2 508 Zählern kaum verändert. In Paris fiel der CAC-40-Index um 1,06 Prozent auf 3 342 Punkte. Der FTSE 100 in London verlor 2,02 Prozent auf 4 386 Punkte.

Vor allem Bankenwerte und Rohstoffaktien gehörten zu den größten Belastungsfaktoren. Die Societe Generale und die spanische Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) führten mit minus 2,56 Prozent auf 42,88 Euro und einem Abschlag von 1,70 Prozent auf 8,69 Euro die Verliererliste bei den Finanztiteln an. Im britischen FTSE gehörten zudem Barclays mit einem Verlust von 6,03 Prozent auf 257 Pence. "Kapitalerhöhung ja oder nein - das ist die große Frage nachdem die Konkurrenten in den USA es angekündigt haben", sagte Manus Cranny von MF Global Spreads.

Auf Unternehmensseite rückten Autobauer nach den erneut schwachen US-Absatzzahlen ins Visier der Anleger. Auch wenn einige Autobauer den Mai bereits als besten Monats des Jahres feierten, mussten sie immer noch Absatzeinbrüche um die 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verkraften. Insgesamt schrumpfte der US-Markt um 34 Prozent, wie der Marktforscher Autodata am Dienstagabend mitteilte. Auf dem krisengeschüttelten französischen Automarkt gibt es unterdessen dank Abwrackprämie und hohen Rabatten Anzeichen einer Erholung. Während sich Renault um 1,49 Prozent auf 29,83 Euro verbilligten, konnte sich Peugeot knapp im Plus halten. Die deutschen Autowerte notierten derweil allesamt im Minus.

Der französische Mischkonzern Bouygues verbuchte unterdessen im ersten Quartal einen drastischen Gewinnrückgang und schraubte sein Jahresziel zurück. Das quittierten die Anleger mit einem Kursverlust von 4, 75 Prozent auf 29,05 Euro. Für 2009 rechnet das im CAC-40 notierte Unternehmen statt mit 31,7 Millionen Euro nur noch mit 31,3 Milliarden Euro Umsatz. Bouygues ist sowohl im Mobilfunkmarkt engagiert, wie auch als Bau-Unternehmen, und unterhält einen Fernsehsender. Seine Fernsehsparte TF1 ist stark von der Krise gebeutelt und blickt verschlechterten Marktbedingungen entgegen. Der französische Luxusgüterkonzern Hermes International bestätigte hingegen sein Ziel, die Umsätze im laufenden Geschäftsjahr konstant zu halten. Das wurde mit einem Plus von 0,60 Prozent auf 97,33 Euro belohnt.

Der Schweizer Adecco-Konzern zeigt sich auch in einem schwierigen Marktumfeld relativ zuversichtlich. "Aus heutiger Sicht rechnet das Management auch für das zweite Quartal mit einem operativen Gewinn", sagte VR-Präsident Rolf Dörig in einem Interview mit der "Handelszeitung". Die Zeitarbeitsfirma habe "in einem äusserst schwierigen" ersten Quartal trotz zusätzlichen Restrukturierungsmassnahmen einen Gewinn erwirtschaftet. Die Papiere gaben im insgesamt schwachen Marktumfeld dennoch um 1,79 Prozent auf 47,18 Schweizer Franken nach.

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