Aktien Europa
Europas Börsen legen zeitweise den Rückwärtsgang ein

An den europäischen Aktienmärkte haben die Anleger mit einer kurzen Atempause auf die zuletzt starken Kursanstiege in Asien und Europa reagiert und teilweise wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Lediglich der "Footsie" konnte moderate Gewinne erzielen.

LONDON/PARIS. Die Anleger trotzten damit größtenteils den freundlicher Vorgaben und nahmen einen Teil ihrer zuvor erzielten Gewinne wieder mit. Der Eurostoxx 50 fiel um 0,58 Prozent auf 3 786,65 Zähler. Der Stoxx 50 , der auch schweizerische und britische Werte umfasst, gab 0,53 Prozent auf 3 181,44 Zähler nach. Der britische Ftse 100 verbesserte sich dagegen um 0,18 Prozent auf 6 067,70 Punkte, nachdem auch er zwischenzeitlich Verluste verzeichnet hatte. Im weiteren Verlauf werden erneut US-Unternehmensbilanzen Impulse geben - das Hauptaugenmerk dürfte den Zahlen der Bank of Amerika gelten.

Quartalszahlen sorgten auch an der Börse in Zürich für Gesprächsstoff. So verteuerten sich die Aktien von Novartis um 4,43 Prozent auf 50,50 Schweizer Franken und setzten sich damit an die Spitze des Swiss-Market-Index (SMI) . Der Pharmakonzern hat im Auftaktquartal 2008 Umsatz und operatives Ergebnis stärker als von Analysten erwartet gesteigert. Das operative Ergebnis legte um sieben Prozent auf 2,488 Mrd. Dollar zu und übertraf damit die Prognosen der Experten. Ferner bekräftigte das Unternehmen den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Die Analysten von Rahn & Bodmer sprechen von einem "hervorragenden ersten Quartal", das auf allen Ebenen "weit über den Schätzungen" liege.

Ans Indexende hingegen setzten sich die Papiere von Nestle mit einem Abschlag von 2,14 Prozent auf 502,50 Schweizer Franken. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern ist zwar gut ins neue Jahr gestartet und hat im ersten Quartal mehr umgesetzt als im Vorjahr. Die positiven Ergebnisse seien aber bereits größtenteils in den Kursen eingepreist gewesen, erklärten die Analysten von Landsbanki Kepler die Kursverluste.

An der Börse in Paris fielen die Titel von Schneider Electric um 5,26 Prozent auf 81,21 Euro. Im ersten Quartal wuchs der Umsatz zwar um 10,7 Prozent auf 4,311 Mrd. Euro - Organisch lag das Wachstum bei 9,5 Prozent. Währungseffekte drückten den Schub aber um 5,7 Prozent. Analysten nannten die Ergebnisse "enttäuschend". Als Reaktion auf die Zahlenvorlage senkten die Experten von Societe Generale ihr Votum von "Buy" auf "Hold". Die Erträge in den ersten drei Monaten des Jahres hätten ihre Erwartungen verfehlt, hieß es.

Die Papiere von L'Air Liquide dagegen rückten um 1,84 Prozent auf 98,69 Euro vor und waren damit der gefragteste Wert. Morgan Stanley hat die Titel des Chemieunternehmens von "Underweight" direkt auf "Overweight" hochgestuft. Die Pläne des Unternehmens, seine Investitionsausgaben "aggressiv" steigern zu wollen, machten das Papier attraktiv für Investoren, hieß es in einer aktuellen Studie.

Nach einer negativen Studie fielen allerdings die Titel von Barclays um 2,62 Prozent auf 496,75 Pence. Merrill Lynch hat die Papiere der Bank von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Grund dafür seien Befürchtungen, dass der Wettbewerber Royal Bank of Scotland (RBS) eine Kapitalerhöhung vornehmen könnte. Großbritanniens zweitgrößte Bank RBS hat inzwischen einen entsprechenden Bericht der "Financial Times" bestätigt, demzufolge das Institut wegen des Drucks der Regulierungsbehörden und Investoren seine Kapitalbasis vergrößern werde. Die Titel drehten nach einer freundlichen Eröffnung ins Minus und übernahmen mit einem Minus von 2,86 Prozent auf 373,00 Pence die rote Laterne im "Footsie". Die Anleger warteten nun auf weitere Informationen von RBS zu der Kapitalerhöhung, erklärten Händler die Zurückhaltung der Investoren.

Unterdessen wurde bekannt, dass die britischen Notenbank ein Nothilfepaket für die Banken des Landes plant. Die britische Notenbank schätzt das Volumen des von ihr zu diesem Zweck aufgelegten Wertpapier-Swaps mit Geschäftsbanken auf zunächst 50 Mrd. Pfund. "Die Inanspruchnahme der Maßnahme wird von den Marktumständen abhängen", teilte die Bank of England mit.

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