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Eurostoxx: Banken und Autowerte fallen zurück

Die europäischen Börsen haben am Donnerstag im frühen Handel ihre Verluste weiter ausgeweitet. Marktteilnehmer sprachen von Gewinnmitnahmen nach den jüngst deutlichen Kursgewinnen.

dpa PARIS/LONDON. Der EuroSTOXX 50 sackte um 2,44 Prozent auf 1.885,59 Punkte ab. In London gab der FTSE 100 um 1,68 Prozent auf 3.631,90 Zähler nach. Für den Pariser CAC-40-Index ging es um 2,34 Prozent auf 2.611,56 Punkte abwärts.

"Die Erholung der vergangenen zwei Tage war vor allem durch Bankenwerte getragen, denn die Nachrichten, die aus dem Sektor zu hören waren, haben sicher für etwas Hoffnung gesorgt", sagte Karsten Stroh, Leiter Produktmanagement des europäischen Aktienteams bei JPMorgan Asset Management in London. "Allerdings war diese Hoffnung nur punktuell und es fehlen die nachhaltigen Beweise, dass sich die Lage insgesamt gebessert hat."

Neben ArcelorMittal standen Bankenwerte ganz oben auf der Verliererliste im europäischen Auswahlindex EuroSTOXX50. ArcelorMittal fielen um 8,19 Prozent auf 14,68 Euro. "Investoren sollten beim europäischen Stahlsektor vorsichtig bleiben, da die Aussichten für eine Erholung der Gewinne im Laufe des Jahres nach und nach zu schwinden scheinen", schrieben die Analysten von JPMorgan in einer Analyse. Bei den Banken hielten BNP Paribas mit einem Abschlag von 5,62 Prozent auf 25,875 Euro die rote Laterne. Santander und Deutsche Bank folgten auf dem Fuße. Gegenüber der britischen Zeitung "Daily Mail" sagte Weltbank-Präsident Robert Zoellick, die Weltwirtschaft sei auf dem Wege in die schlimmste Rezession seit 1930.

Schwache Zahlen von BMW belasteten den kompletten Automobilsektor. Renault rutschten um 7,27 Prozent auf 12,190 Euro ab, gefolgt von Daimler , die sich um 4,23 Prozent auf 20,475 Euro verbilligten.

Analystenkommentare bewegten Papiere der Telecom Italia , die nach einer Kaufempfehlung durch Merrill Lynch 4,31 Prozent auf 0, 8585 Euro hinzugewannen und damit einer der fünf Gewinner im EuroSTOXX 50 waren. Antofagasta sackten hingegen um mehr als fünf Prozent ab, nachdem die Royal Bank of Scotland Investoren empfohlen hatte, die Papiere zu verkaufen. Rohstoffwerte verbuchten durch die Bank deutliche Kursverluste.

Branchen wie Versicherer und Einzelhandel rückten nach zahlreichen Bilanzen in den Mittelpunkt. Der britische Lebensversicherungskonzern Standard Life gehörte dazu und wurde von den Anlegern mit einem Kursaufschlag von 1,98 Prozent auf 164,50 Pence belohnt. Das Unternehmen konnte im vergangenen Jahr seinen operativen Gewinn um sechs Prozent steigern. Für den weiteren Geschäftsverlauf werde man angesichts des schwachen Ausblicks für die Weltwirtschaft an der konservativen Strategie festhalten, hieß es. Der angeschlagene niederländische Versicherer Aegon stärkt nach tiefroten Zahlen über den Abbau von Risiken weiter seine dünne Kapitaldecke. Im vierten Quartal sei über die Rückversicherung und Verbriefung von Wertpapieren rund eine Milliarde Euro freigesetzt worden, teilte das Unternehmen mit. 2009 sollen es weitere rund 1,5 Milliarden Euro sein. Die Titel legten um 1,68 Prozent auf 2,30 Euro zu.

Der französische Einzelhändler Carrefour erlitt unterdessen im vergangenen Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinnrückgang. Die Aktien konnten sich dennoch gegen den Markttrend um 1,78 Prozent auf 25,110 Euro vorarbeiten. Händler verwiesen auf die Pläne des Konzerns, die Kosten weiter zu senken und in Sonderaktionen zu investieren, um die Umsätze anzukurbeln. Der britische Einzelhändler WM Morrison (Wm.) Supermarkets konnte im vergangenen Jahr mehr verdienen als von Experten erwartet und will für 2008 die Dividende um etwa ein Fünftel erhöhen. Die Papiere bauten bis zum Mittag ihre Gewinne auf 2,72 Prozent aus und kosteten damit zuletzt 252,50 Pence.

Die Swatch Group wies für das vergangene Geschäftsjahr 2008 eine rückläufige Gewinnentwicklung auf. So sank der Konzerngewinn - auch wegen des negativen Finanzergebnisses - um fast ein Fünftel. Die Titel waren mit minus 6,84 Prozent auf 126,70 Franken die größten Verlierer im Schweizer Leitindex. Die Aktien der französischen Lagardere stürzten nach vorsichtigen Aussagen zum laufenden Jahr zweisteillig um 10,78 Prozent auf 21,64 Euro ab, während die Papiere der belgischen Delhaize Group mit einem besser als erwartet ausgefallenen Gewinn ein Kursplus von 7,65 Prozent auf 48,120 Euro auslösten.

Der italienische Energiekonzern Enel will über eine Kapitalerhöhung bis zu acht Milliarden Euro einnehmen und bestätigte damit Marktspekulationen vom Vortag. Die Aktie gewann 4,45 Prozent auf 3,52 Euro. Mit dem zusätzlichen Geld könnte der Konzern die Übernahme des 25-prozentigen Anteils des spanischen Mischkonzerns Acciona am Energiekonzern Endesa zu einem großen Teil finanzieren.

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