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Europäische Börsen: Unsicherheit über US-Rettungspaket hält an

Die europäischen Börsen sind am Dienstag schwach aus dem Handel gegangen. Händler verwiesen als Belastung auf die anhaltende Unsicherheit über Details des Rettungspaket für die angeschlagene amerikanische Finanzbranche in Höhe von 700 Mrd. Dollar.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen sind am Dienstag schwach aus dem Handel gegangen. Händler verwiesen als Belastung auf die anhaltende Unsicherheit über Details des Rettungspaket für die angeschlagene amerikanische Finanzbranche in Höhe von 700 Mrd. Dollar. Zwar zeichneten sich bei den Verhandlungen darüber zwischen der US-Regierung und den Demokraten im Kongress erster Fortschritte ab, hieß es. Wie der TV-Sender CNN aber berichtete, herrsche vor allem in der Frage einer parlamentarischen Aufsicht weiterhin Uneinigkeit.

Der Eurostoxx 50 fiel um 1,32 Prozent auf 3 139,83 Zähler. Der Stoxx 50 verlor 1,28 Prozent auf 2 710,11 Punkte. Der Londoner Ftse 100 sank um 1,91 Prozent auf 5 136,12 Punkte. Der französische CAC-40-Index gab 1,98 Prozent auf 4 139,82 Zähler nach.

Finanztitel gaben erneut besonders stark nach. In Paris fielen Aktien der Societe Generale 3,38 Prozent auf 62,415 Euro, und an der Börse in London verbilligten sich Papiere von Hbos gar um 13,78 Prozent auf 180,20 Pence. Damit setzte sich die Aktie an das Ende des Ftse 100. Händler verwiesen als Belastung auf eine Meldung, wonach die Genehmigungen für Hypotheken im August auf ein Rekordtief gefallen seien. Dies habe Befürchtungen geweckt, dass die geplante Übernahme durch die britische Bank Lloyds TSB Group nicht das Finanzierungsproblem von Hbos lösen wird. Lloyds-Papiere gaben 4,82 Prozent auf 261,25 Pence ab.

Auch Versicherer zählten angesichts der negativen Vorgaben aus der Finanzbranche zu den Verlierern. So fielen die Titel von AXA um 3,56 Prozent auf 22,495 Euro, und für die Papiere der Legal & General Group ging es um 3,46 Prozent auf 103,30 Pence nach unten.

In Großbritannien erhielt darüber hinaus der zweitgrößte Pharmakonzern Astrazeneca von der amerikanischen Gesundheitsbehörde eine Verlängerung der exklusiven Vermarktungsrechte für das Medikament Casodex zur Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs. Die Titel gehörten daraufhin zu den wenigen Favoriten im "Footsie". Sie legten um 0,63 Prozent auf 2 550,00 Pence zu.

Die Aktien von Tate & Lyle hingegen brachen um 11,18 Prozent auf 367,32 Pence ein. Händler verwiesen auf die Niederlage bei einem US-Patentstreit gegen einen chinesischen Hersteller und Importeur des Süßstoffs Sucralose. Der Markteintritt der Chinesen könnte die Gewinnmargen des Nahrungsmittelunternehmens drücken, hieß es in einem Kommentar der Investmentbank Numis.

Viele Aktien von Mienenunternehmen konnten zum Handelsschluss nicht von ihrem Status als vermeintlich sicherer Hafen profitieren, sondern litten unter den fallenden Rohstoffpreisen. So ging es für die Papiere von Anglo American um 8,21 Prozent auf 2 187,00 Pence nach unten, und Vedanta-Titel sackten gar um 10,39 Prozent auf 1 536,00 Pence ab.

Die Aktien von L"Air Liquide fielen indes an der Pariser Börse um 2,42 Prozent auf 83,945 Euro. Der französische Industriegase-Hersteller will einem Pressebericht zufolge die Beiersdorf-Tochter Bode Chemie übernehmen.

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