Aktien
Europas Aktiemärkte treten auf der Stelle

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind am Donnerstag nach einer Berg- und Talfahrt schließlich kaum verändert aus dem Handel gegangen.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind am Donnerstag nach einer Berg- und Talfahrt schließlich kaum verändert aus dem Handel gegangen. Zunächst hätten Hoffnungen auf eine Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) um 1,00 Prozentpunkte die Märkte deutlich nach oben getrieben, sagten Börsianer. Als die EZB den Leitzinssatz "nur" um 0,75 Prozentpunkte gesenkt hatte, habe dies bei den Anlegern zunächst zu Enttäuschungen geführt. Diese war nach Einschätzung eines Händlers allerdings übertrieben. "Nach dem ersten Schreck konzentrierten sich Anleger wieder auf das normale Tagesgeschäft." Allerdings sei die Volatilität der Märkte mittlerweile schon sehr hoch und Bewegungen oder gar Trends kaum mehr vorherzusehen.

Der Eurostoxx 50 gab schließlich um 0,03 Prozent auf 2 368,72 Zähler nach. Der Londoner Ftse 100 verlor 0,15 Prozent auf 4 163,61 Punkte. Der französische CAC-40-Index verzeichnete einen Abschlag von 0,17 Prozent auf 3 161,16 Zähler.

Aegon sprangen als bester Wert im Eurostoxx 50 um 8,22 Prozent auf 4,08 Euro nach oben. Händler verwiesen auf eine positive Branchenstudie von Jpmorgan. Die Experten hatten die Kursziele für einige Titel des Sektors angehoben. Generali verzeichneten allerdings ein Minus von 1,55 Prozent auf 17,80 Euro.

Die zuletzt stark gebeutelten Bankenwerte zeigten ebenfalls ein gemischtes Bild. So fanden sich die französischen Branchenvertreter Credit Agricole (+8,04% auf 9,00) und BNP Paribas (+4,55% auf 42,29) und den vorderen Indexplätzen wieder. Die italienischen Banken Unicredit (-3,96% auf 1,63) und Intesa Sanpaolo (-2,83% auf 2,2 350) gehörten hingegen zu den schwächsten Werten.

Nokia legten um 4,43 Prozent auf 11,07 Euro zu. Zwar hatte der finnische Mobiltelefon-Hersteller seinen Pessimismus für die Branche noch verstärkt. Nach Ansicht von Börsianern waren schlechte Nachrichten nach den jüngsten Negativmeldungen von Konkurrenten der Finnen aber bereits erwartet worden. Positiv wiege dagegen Nokias Ankündigung, die Absatzflaute im kommenden Jahr für eigene Marktanteilsgewinne nutzen zu wollen, ausdrücklich auch bei den margenträchtigen Smartphones.

Philips verloren 2,08 Prozent auf 12,925 Euro. Der niederländische Elektronikkonzern hatte seine Ziele für 2010 gesenkt. Es werde nicht mehr wie zuvor eine Verdopplung des Ergebnisses nach Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) je Aktie erwartet, hieß es vom Unternehmen. Die Marktbedingungen für Konsumelektronik und Teile des Lichtgeschäfts verschlechterten sich weiter. Im vierten Quartal müsse das Unternehmen Abschreibungen auf den Wert der verbliebenen Anteile am Gemeinschaftsunternehmen LG Display und an der Chiptochter NXP vornehmen.

In London gehörten Minenwerte vor dem Hintergrund nachgebender Metallpreise zu den schwächsten Werten. So verloren Xstrata auf dem zweitletzten Platz im Ftse 100 8,83 Prozent auf 670,00 Britische Pence. Rio Tinto fielen um 5,31 Prozent auf 1 116,00 Pence. Antofagasta rutschten um 4,37 Prozent auf 391,375 Pence ab.

In Amsterdam gaben TNT um 3,20 Prozent auf 14,955 Euro ab. Der niederländische Logistiker hatte die Prognose für seine Express-Sparte wegen des wirtschaftlichen Umfelds zum zweiten Mal zurückgenommen. Das Jahresergebnis der Sparte, die für 60 Prozent der Umsätze verantwortlich ist, werde unter den bisher genannten Zielen liegen, hieß es. Die Volumina vor allem im europäischen Expressmarkt gingen weiter zurück und lägen nun deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

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