Aktien
Europas Börsen schließen uneinheitlich

Die europäischen Aktienindizes sind am Donnerstag mehrheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Nur der Londoner "Footsie" konnte noch ein minimales Plus behaupten. Händler verwiesen als Belastung insbesondere auf die fallenden Kurse an der Wall Street.

Paris/London (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienindizes sind am Donnerstag mehrheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Nur der Londoner "Footsie" konnte noch ein minimales Plus behaupten. Händler verwiesen als Belastung insbesondere auf die fallenden Kurse an der Wall Street. Dort wurden vor allem schwer gewichtete Telekommunikations- und Technologiewerte verkauft. Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) jedoch, den Leitzins von 1,25 auf 1,00 Prozent zu senken, bewegte die Notierungen kaum. Die Anleger hätten bereits mit diesem Schritt gerechnet, sagten Börsianer.

Der Eurostoxx 50 fiel um 1,28 Prozent auf 2 406,08 Zähler und büßte damit seine Gewinne vom Mittwoch wieder komplett ein. Für den Londoner Ftse 100 ging es um wenige 0,05 Prozent auf 4 398,68 Punkte nach oben und der CAC-40-Index verlor in Paris 0,97 Prozent auf 3 251,52 Zähler.

Nachdem die Finanztitel Mitte der Woche noch zu den größten Gewinnern gezählt haben, entwickelten sie sich an diesem Donnerstag uneinheitlich. Societe Generale etwa sackten mit minus 9,79 Prozent auf 39,475 Euro ans Ende des europäischen Leitindex. Die französische Großbank rutschte zum Jahresauftakt überraschend erstmals in der Finanzkrise in die roten Zahlen.

Ebenfalls auf der Verkaufsliste standen die Titel von AXA . Sie fielen um 6,40 Prozent auf 12,58 Euro. Europas zweitgrößter Versicherer musste im zweiten Quartal einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen. Vor allem die Erlöse im Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen - der größten Sparte des Unternehmens - sanken deutlich. Dennoch ist der Konzern weiter zuversichtlich, gut durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise zu kommen.

In London brachen die Papiere der Lloyds Banking Group um 14,31 Prozent auf 103,50 Pence ein. Das teilverstaatlichte Institut hatte gewarnt, dass bei Firmenkrediten der Zahlungsausfall deutlich zunehmen dürfte. Zudem wiederholte Unternehmenschef Eric Daniels frühere Aussagen, wonach er für 2009 mit einem Verlust rechnet. Im Sog der negativen Nachrichten fielen auch die Titel von Barclays um 4,25 Prozent auf 296,88 Pence. Die Großbank ist jedoch mit einem Milliardengewinn in das Jahr gestartet und spricht von weiter guten Geschäften im April.

Fortis-Papiere aber standen mit plus 16,91 Prozent auf 2,157 Euro an der Spitze des Eurostoxx50. Jpmorgan hatte die Titel des Finanzinstituts in einer Ersteinschätzung mit "Overweight" und einem Kursziel von 2,60 Euro bewertet. Nachdem die Anteilseigner dem Verkauf des Bankgeschäfts zugestimmt haben, handele es sich bei Fortis nun um ein Versicherungsunternehmen mit hohen Barreserven, schrieb Analyst Duncan Russell in einer Studie. Auch Aktien der niederländischen Finanzinstitute ING Groep und Aegon waren gefragt.

Außerhalb der Finanzwelt erwirtschaftete der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever im ersten Quartal weniger Gewinn. Die Aktie war mit plus 8,76 Prozent auf 16,89 Euro aber der zweitstärkste Wert im Eurostoxx50. Ein Analyst verwies auf den Ausblick. Der sei zwar nicht besonders gut, immerhin habe der Konzern aber überhaupt einen Blick in die Zukunft gewagt.

Auch der Fiat-Konzern sorgte weiter für Aufsehen am Markt. Der italienische Autokonzern bietet dem US-Autobauer General Motors (GM) für seinen geplanten Einstieg bei Opel einem Medienbericht zufolge eine Beteiligung an. Im Tausch für die Geschäfte von GM in Europa und Lateinamerika sei Fiat bereit, bis zu zehn Prozent an der künftigen Autosparte Fiat Auto abzugeben, berichtete die "New York Times". Fiat-Aktien sackten daraufhin als schwächster Wert an der Börse in Mailand um 4,70 Prozent auf 7,51 Euro ab.

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