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Eurostoxx schließt auf Fünfwochentief

Im Kielwasser einer sehr schwachen Wall Street haben die europäischen Börsen am Montag ihre Verluste ausgeweitet und deutlich tiefer geschlossen. "Die Prognosen der Weltbank spielen hier sicherlich eine Rolle", sagte Luc Van Hecka, Ökonom bei KBC Securities.

dpa-afx PARIS/LONDON. Im Kielwasser einer sehr schwachen Wall Street haben die europäischen Börsen am Montag ihre Verluste ausgeweitet und deutlich tiefer geschlossen. "Die Prognosen der Weltbank spielen hier sicherlich eine Rolle", sagte Luc Van Hecka, Ökonom bei KBC Securities. Die Anleger seien sich vielleicht etwas zu sicher gewesen, dass die größten Schwierigkeiten aus der Finanzkrise schon vorbei seien. Die globale Wirtschaftskrise und Finanzmarktschwäche wirken sich nach Angaben der Weltbank dramatisch auf die privaten Mittelzuflüsse für die ärmeren Länder aus. Zuletzt hatte die Organisation ihre Prognose für die globale Konjunktur in diesem Jahr deutlich nach unten korrigiert und erwartet nun, dass die Weltwirtschaft um 2,9 Prozent schrumpft.

Der Eurostoxx 50 sank zum Handelsende um 3,10 Prozent auf 2 359,28 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Mitte Mai. In Paris fiel der CAC-40-Index um 3,04 Prozent auf 3 123,25 Zähler. Der Londoner Ftse 100 verlor 2,57 Prozent auf 4 234,05 Zähler.

Nach einer Senkung des Kreditratings auf Junk-Status gingen Aktien von Renault als größter Verlierer im Eurostoxx um 7,86 Prozent tiefer bei 24,90 Euro aus dem Handel. Die Einstufung sei wegen der schwachen Autonachfrage in Europa im kommenden Jahr um zwei Schritte von "BBB-" auf "BB" zurückgenommen worden, hatte die Ratingagentur S & P am Freitagabend mitgeteilt. Bei Konkurrent PSA Peugeot Citroen sorgte dies ebenfalls für Sorgenfalten - die Aktie büßte 4,60 Prozent auf 19,30 Euro ein.

Kursverluste von 4,28 Prozent auf 10,29 Euro mussten Nokia-Titel hinnehmen. Das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks kauft für 650 Mill. Dollar das Geschäft mit Technik für Mobilfunk-Netze des vor allem in den USA verbreiteten Cdma-Standards und des Zukunfts-Formats LTE des kanadischen Telekom-Ausrüsters Nortel Networks. Bei Analysten stieß die Transaktion auf ein gemischtes Echo. Während etwa die Deutsche Bank bemängelte, dass Nokia Geld in das wachstumsschwache, niedrigmargige und kapitalintensive Netzwerkgeschäft stecke, sah Jpmorgan darin einen positiven Schritt. Der Übernahmepreis sei niedrig und die Finanzierung derart günstig, dass sofort ein positiver Ergebnisbeitrag entstehen dürfte.

In London sicherten sich Minenwerte die ungeteilte Aufmerksamkeit. Xstrata will mit dem Konkurrenten Anglo American über eine Fusion verhandeln. Aktien von Anglo American schossen mit plus 4,62 Prozent auf 1 698,00 Pence an die "Footsie"-Spitze, für Xstrata ging es unterdessen um 6,74 Prozent auf 635,10 Pence nach unten. Analysten der Citigroup zufolge würde durch eine Fusion ein Weltmarktführer bei der Förderung von Grundmetallen entstehen. Aktien des weltgrößten Stahlkonzerns Arcelormittal verloren 6,88 Prozent auf 22,525 Euro.

Papiere von British Airways (BA) übernahmen mit minus 8,65 Prozent auf 124,50 Pence die rote Laterne im britischen Leitindex. Händler verwiesen auf Presseberichte, denen zufolge die Fluggesellschaft mit ihren Treuhändern über eine riskantere Investment-Strategie aneinander geraten ist. Zudem habe der Gründer der Fluggesellschaft Virgin Atlantic, Richard Branson, gesagt, die Regierung solle nichts tun, um BA zu retten.

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