•  
  • Digitalpass
  • Finanzen
  • Unternehmen

    STELLENMARKT

    Mit dem Jobturbo durch-
    suchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen in 36 deutschen Stellenbörsen.
  • Politik

  • Technik
  • Auto
  • Sport
  • Panorama
  • Social Media
    Einstellungen
    Dauerhaft aktivieren und Datenübermittlung zustimmen oder deaktivieren:
    Folgen Sie Handelsblatt:
  • Video
  • Service

Aktien fallen, Yen steigt
Die Geldschwemme in Japan kommt

Die japanische Notenbank dreht den Geldhahn weit auf. Und die Regierung findet das hervorragend. Auf die Entscheidung der Währungshüter reagieren die Akteure mit Gewinnmitnahmen. Der Yen legt überraschend zu.
  • 15

TokioJapan will den stotternden Wachstumsmotor mit einer wahren Geldschwemme wieder auf Tour bringen. Im Kampf gegen die Konjunkturflaute und anhaltende Deflation drehte die Notenbank des hoch verschuldeten Landes am Dienstag den Geldhahn bis zum Anschlag auf.

Die japanische Regierung flankiert dies mit einer aggressiven Rhetorik. Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte nach der Entscheidung der Notenbank an, sein Land werde einen "Regimewechsel" in seiner makroökonomischen Strategie vollziehen. Durch eine entschlossene Lockerung der Geldpolitik müsse Japan die Deflation besiegen und den starken Yen-Anstieg korrigieren. Damit kündigte er offenen einen Abwertungswettlauf an.

Die Währungshüter in Japan unterstützen diese Strategie mit unbefristeten Anleihekäufen. Das überraschte Marktteilnehmer, die eine schrittweise Ausweitung des Anleihenkaufprogramms erwartet hatten. Zugleich verdoppelte die Bank von Japan ihr Inflationsziel auf zwei Prozent.

Der Yen fiel zunächst wie erwartet und tendierte zum Dollar nahe des tiefsten Stands seit zweieinhalb Jahren. Der Dollar kletterte auf 90,18 Yen. Dann jedoch erfolgte abrupt eine Kehrtwende: Der Yen fiel deutlich auf fast 89 Yen. Dennoch gehen Experten davon aus, dass der Währungskrieg weiter gehen wird. Viele Staaten wünschen sich eine schwache Währung, um ihre Exportwirtschaft zu stärken.

An der Börse legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zunächst zu, nachdem die Währungshüter ihre Entscheidung verkündet hatten. Dann jedoch rutschte der Index nach wenigen Minuten 0,5 Prozent auf 10.688 Punkte ins Minus. So war der das Marktbarometer auch in den Tag gestartet. Bis zum Börsenschluss verlor der Nikkei-Index 37,81 Punkte oder 0,35 Prozent auf 10.709,93 Punkte. Der breit gefasste Topix büßte 4,01 Punkte oder 0,44 Prozent auf den Stand von 901,15 Zählern ein.

Die Regierung in Tokio hatte zuletzt den Druck auf die Notenbank enorm erhöht, das Ziel für die Inflation anzuheben und ihr Mandat auch auf die Förderung des Arbeitsmarktes auszudehnen. Sie ist auf die Hilfe der Notenbank angewiesen, um die Konjunkturflaute zu überwinden.

Denn angesichts einer Staatsverschuldung von etwa 235 Prozent der Wirtschaftsleistung hat die Regierung kaum noch Spielraum für weitere Konjunkturpakete. Japan befindet sich nunmehr zum vierten Mal seit der Jahrtausendwende in einer Rezession. Zudem leidet das Land unter einer hartnäckigen Deflation - also einer Spirale aus fallenden Preisen und sinkender Investitionsbereitschaft.

Kommentare zu "Die Geldschwemme in Japan kommt"

Alle Kommentare
  • Unter dem Aspekt, dass der USD seit Tagen gegenüber dem Yen künstlich abgewertet wird, kann ich die Japaner sehr gut verstehen. Wir sind in einem unheilvollen Währungskrieg angekommen, nur weil die Amerikaner nicht richtig haushalten können. Der Euro ist in der Folge auch schon viel zu hoch gelaufen mit unabsehbaren Auswirkungen auf die europ. Exportwirtschaft. Inflationsbedingt werden auch die Kurse an den Börsen heißlaufen ohne wirklichen Wertzuwachs, im Gegenteil, die Beschäftigungsquote wird sinken und der Konsum stagnieren. Die EZB wird vermutlich gar nicht anders handeln können, als die Notenpressen mit Volldampf laufen zu lassen...

  • Der Hauptgrund liegt bei der Deflation in Japan. Deflation hat man, wenn das Geld an Wert gewinnt. Da die Japaner aber massig Geld drucken, müssten sie eigentlich eine Inflation haben. Haben sie aber nicht. Welchen Schluss kann man daraus ziehen?
    Das frisch gedruckte Geld der Japaner kommt entweder niemals in der Realwirtschaft an oder es durchläuft sie so schnell und verschwindet dann, dass es nicht zur Inflatin kommt.

    Die wichtigste Frage ist nun: Wo ist das Geld hin?

  • Wenn ich dieses Wechselspiel zwischen USD und Yen sehe, drängt sich für mich nur noch die Frage auf, wer druckt schneller? Ein schwacher USD eignet sich letztlich nicht als Weltleitwährung, ein schwacher Yen überschwemmt den europ. Markt mit japanischen Artikeln. Damit wird genau das eintreten, was eigentlich keiner wollte - und da hat Weidmann absolut recht: die Notenbanken werden von der Politik instrumentalisiert. Wir müssen uns in der Folge davon nicht wundern, wenn die Chinesen ihre Währung nicht freigeben und damit weltweit einen Wettbewerbsvorteil nicht aus der Hand geben.

  • Also eine Überschwemmung es Marktes durch japanische Artikel fürchte ich nicht. Sollte es dazu kommen, wird man hier mit Importzöllen schon entgegenwirken, um die heimische Wirtschaft zu stärken. Das gute am Euroraum ist, auch wenn nach außerhalb des Euroraumes weniger werden sollte (verursacht durch einen starken Euro), kann man immer noch auf den Handel innerhalb des Euroraumes bauen. Dies wird andere den Euroraum im Ganzen über Wasser halten. Deutschland hingegen wird darunter leiden, da wir vor allem Luxusgüter produzieren und ein zu starker Euro unsere Erzeugnisse zu teuer macht.

  • Na, da haben die Amerikaner was angestellt, was sie noch bitter bereuen dürften: Sie haben solange den Yen hochspekuliert, bis den Japanern fast die Luft ausging. Die wehren sich nun ihrerseits und machen den USD durch Drucken von Yen stark. Statt durch geldpolitische Maßnahmen Wettbewerbsvorteile zu erlangen, schädigen sie nun die amerikanische Wirtschaft. Ein starker USD wird auch den Ölpreis drücken, da dass da auch nicht mehr so viel verdient wird. Ich kann mich über die Amerikaner nur noch wundern....!

  • Dass die Japaner keine Inflation haben, das kann ich nur schwerlich glauben. Schaue ich mir besonntes die Lebensmittelpreise an, dann kommt mir das grauen. Ein Apfel 2 Euro, in Tokyo 5 EUR, eine Tomate 1 EUR, Eisbergsalat 4 EUR, u.s.w.. Die Preise für Lebensmittel steigen seit Jahren. Südfrüchte welche man hier praktisch nachgeworden bekommt sind da nahezu unbezahlbar. Also irgendwie stimmt da etwas nicht. Da passt nicht wirklich richtig zusammen.

  • German Angst. Schön aber, dass sich die Kurse jetzt korrigieren. Dann kann man wieder Standardwerte zu günstigen Preisen erwerben.

  • Das Geld ist nicht weg. Es fließt zum größeren Teil in die Passivas der Banken. Da das globale Kreditwesen für Unternehmen und Mittelstand noch immer nahezu am Boden ist. Wird das Geld von den Banken einbehalten. Erst wenn die nächste große Kreditwelle ansetzt, setzt auch die Inflation an, dann aber stark. ich habe keine ahnung, ob die Banken intern oder extern bestimmt angewiesen sind, Kredite einzubehalten. Für Banken ist es zur Zeit lukrativer und vor allem sicherer, das Geld (was sie eigentlich garnicht besitzen) bei den Zentralbanken gegen Zinsen einzulagern.

    Normal müsste bei einer Geldschwemme der Wert aller Papier-Assets steigen, doch tun sie das eben nicht, weil in erster Linie die Banken mit frisch erzeugtem Geld zugeflutet werden.

  • German Angst. Immer wieder gut, weil sie die Preise für Aktien nach unten treibt und man zu günstigen Konditionen nachkaufen kann.

  • Die Amerikaner schlafen noch und haben den Knall noch gar nicht gehört. Tatsächlich aber befinden wir uns mM nach in einem Währungskrieg, der die Märkte heute noch ganz schön durcheinander wirbeln wird. Bin mal gespannt, was der Dax macht, wenn der Dow 2% fallen sollte...
    Die teuren Lebensmittelpreise in Japan sind allerdings dem Tsunami geschuldet

Serviceangebote