Aktien: Finanzwerte belasten Europas Aktienmärkte

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Finanzwerte belasten Europas Aktienmärkte

Trotz der erwarteten Leitzinssekung der EZB haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag weiter deutlich nachgegeben. Erneut ragte der Finanzsektor mit besonders deutlichen Abschlägen heraus.

dpa-afx PARIS/LONDON. Trotz der erwarteten Leitzinssekung der EZB haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag weiter deutlich nachgegeben. Erneut ragte der Finanzsektor mit besonders deutlichen Abschlägen heraus. "Viele Banken müssen sich wegen der anhaltenden Abwertung ihrer Vermögensgegenstände mit frischem Kapital ausstatten", sagte Sebastien Barthelemi, Analyst bei Louis Capital Markets. Dies und steigende Rückstellungen für ausfallbedrohte Kredite hätten die Bankaktien auf Talfahrt geschickt. Auch der erneut schwache US-Handel nach Nachrichten über höheren Bedarf an Staatshilfe bei der Bank of America belastete. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins am Mittag angesichts der verschärften Wirtschaftskrise auf einen historischen Tiefstand von 2,0 Prozent gesenkt.

Der Eurostoxx 50 ging am siebten Tag in Folge mit Verlusten aus dem Handel und büßte 1,77 Prozent auf 2 257,67 Punkte ein. In London sank der Ftse 100 um 1,79 Prozent auf 4 105,83 Zähler. Frankreichs CAC-40-Index fiel erstmals seit Anfang Dezember wieder unter die Marke von 3 000 Punkten zurück und schloss um 1,84 Prozent tiefer auf 2 995,88 Zählern.

Größte Verlierer im Leitindex der Eurozone waren Papiere von Unicredit mit minus 12,40 Prozent auf 1,52 Euro. ING Groep verloren 8,43 Prozent auf 6,720 Euro und Aktien des Versicherungskonzerns Aegon sackten um 7,87 Prozent auf 3,980 Euro ab. Im "Footsie" übernahmen Lloyds TSB Group mit einem Abschlag von 11,69 Prozent auf 103,50 Pence die rote Laterne. In der Schweiz konnten sich Anteile der Credit Suisse jedoch mit plus 2,80 Prozent auf 26,42 Franken dem Trend entziehen. Marktteilnehmer sprachen jedoch von einer reinen Gegenreaktion auf jüngste Verluste, fundamentale Gründe gebe es nicht.

Außerhalb der Finanzbranche rückten die Titel von Asml um 4,08 Prozent auf 12,385 Euro vor und stemmten sich damit trotz eines Verlustes im vierten Quartal gegen den negativen Markttrend. Börsianern zufolge fielen die Unternehmenszahlen insgesamt in etwa wie erwartet oder sogar etwas besser aus. Zudem stütze ein positiv aufgenommener Analystenkommentar der Citigroup. Im zweiten Quartal 2009 dürften die Fundamentaldaten der Branchen-Unternehmen wieder verstärkt in den Fokus rücken, schrieb Analyst Timothy M. Arcuri. Er bevorzuge unter den stark kapitalisierten Werten die Papiere von Asml und auch die Titel des US-Chipausrüsters Applied Materials . Unilever avancierten mit plus 2,77 Prozent auf 17,635 Euro zum besten Wert im Leitindex.

Die Papiere von Rio Tinto zeigten sich sehr volatil und pendelten zischen 1 346 und 1 488 Pence - zuletzt legten sie um 1,52 Prozent auf 1 401,00 Pence zu. Die fallenden Kupfer- und Aluminiumpreise haben den Gewinn des Bergbaukonzerns in der zweiten Jahreshälfte zwar belastet, der Rückgang bei der Produktion von Eisenerz hingegen fiel im vierten Quartal wie vom Unternehmen erwartet aus. Der Produktionsbericht habe die Vorhersagen des Marktes wohl nicht allzu weit verfehlt, kommentierte Glyn Lawcock, Leiter des Rohstoffresearch bei der UBS. Wichtiger sei nun jedoch, wie hoch die Abschreibungen auf den Lagerbestand ausfallen. Auch andere Bergbautitel tendierten vergleichsweise freundlich.

An der Börse in Zürich brachen die Titel des Maschinen- und Anlagenbauers Sulzer um 8,49 Prozent auf 57,148 Schweizer Franken ein. Die Auftragseingänge im abgelaufenen Geschäftsjahr seien hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben, betonten Börsianer. Die Bank Vontobel erwartet nun für 2009 einen "merkbar zurückgehenden" Auftragsbestand.

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