Aktien
Gewinnmitnahmen belasten Europas Börsen

Belastet von Gewinnmitnahmen und angesichts fallender Kurse der amerikanischen Börsen haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag schwach geschlossen.

dpa-afx PARIS/LONDON. Belastet von Gewinnmitnahmen und angesichts fallender Kurse der amerikanischen Börsen haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag schwach geschlossen. Der Eurostoxx 50 verlor 1,09 Prozent auf 2 573,08 Zähler, nachdem er zwischenzeitlich mit festen Kursen abermals ein neues Jahreshoch markiert hatte. Der CAC-40-Index sank um 1,23 Prozent auf 3 330,97 Zähler. Der Ftse 100 gab um 1,32 Prozent nach auf 4 525,71 Punkte nach, nachdem er zuletzt seit zwölf Handelstagen ohne Kursverluste geblieben war. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen. Seit dem Beginn der Kursrally am 13. Juli war es für den Eurostoxx in der Spitze um über 16 Prozent nach oben gegangen.

Pharmatitel waren aus Branchensicht den gesamten Tag über besonders gefragt, die zuletzt kräftig gestiegenen Rohstoffwerte tendierten dagegen im Schnitt sehr schwach. Papiere von Sanofi-Aventis gehörten mit plus 1,93 Prozent auf 46,98 Euro zu den Favoriten im Eurostoxx, Glaxosmithkline legten im "Footsie" 0,73 Prozent auf 1 174 Britische Pence zu. Unter den schwachen Minenwerten ragten Xstrata mit minus 6,53 Prozent auf 735,20 Pence heraus, die Stahltitel von Arcelormittal verloren im europäischen Leitindex 4,34 Prozent auf 25,32 Euro.

Bankentitel fielen mit uneinheitlicher Tendenz auf. So kletterten Aktien der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (Bbva) mit plus 4,49 Prozent auf 10,7 050 Euro an die Spitze des Eurostoxx. Die Bbva hatte im ersten Halbjahr trotz eines höheren Zinsüberschusses zwar weniger verdient als im Vorjahr. Experten hatten allerdings mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Die Rekordeinnahmen im Zinsgeschäft wurden durch eine höhere Risikovorsorge und Abschreibungen aufgezehrt, wie aus dem Halbjahresbericht hervorgeht. Aktien der Banco Santander stiegen um 0,86 Prozent auf 9,98 Euro.

Papiere der Deutschen Bank sackten dagegen mit minus 11,42 Prozent auf 46,09 Euro an das Indexende. Zahlreiche Analysten fanden diverse Kritikpunkte. Jpmorgan sprach von "verwirrenden Ergebnissen mit zu vielen Sondereffekten". Im Fahrwasser gehörten auch Fortis , ING Groep und BNP Paribas zu den größten Verlierern. Im "Footsie" sanken Barclays mit Minus 1,96 Prozent auf 302,00 Pence an das Index-Ende.

Auch in anderen Branchen standen Quartalsberichte im Fokus: EADS-Titel drehten nach anfänglichen Verlusten ins Plus und gewannen als zweitstärkster Titel an der Spitze des CAC-40 2,32 Prozent auf 13,005 Euro. Der Luft- und Raumfahrtkonzern steht zwar nach einem Gewinnrückgang im ersten Halbjahr weiterhin vor großen Unsicherheiten durch den verspäteten Militärtransporter A400m. Dennoch sieht er ermutigende Zeichen auf dem Markt für Verkehrsflugzeuge. Die jüngsten Bestellungen bei der Konzerntochter Airbus zeigten wieder steigende Preise, sagte EADS-Chef Louis Gallois.

Ahold rutschten gegen den ebenfalls festeren Trend des AEX um 4,15 Prozent auf 8,042 Euro ab. Der niederländische Einzelhändler hatte zwar im zweiten Quartal von seinem Geschäft in den USA profitiert. Konzernweit war der Umsatz im Quartal um 11,5 Prozent auf 6,43 Mrd. Euro gestiegen, wie Ahold mitteilte. Analysten hatten allerdings mit mehr Umsatz gerechnet. Ein Experte bezeichnete die Erlöse allerdings als "enttäuschend", insbesondere das organische Wachstum. Besonders deutlich seien die Erwartungen bei der US-Supermarktkette Giant Carlisle und der niederländischen Albert Heijn verfehlt worden.

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