Aktien in Fernost
China bringt Schwung in asiatische Börsen

Die überraschend starken Exporte Chinas haben Investoren in Kauflaune gebracht. Positiv wirkte in Japan zudem, dass der Yen wieder gegenüber dem Dollar und dem Euro fällt. Davon profitieren die Aktien der Exporteure.
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Die Ausfuhren Chinas legten im Dezember so stark zu wie seit sieben Monaten nicht mehr. Das hat Investoren an den asiatischen Börsen die Kurse in die Höhe getrieben.

Das Export-Plus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt fiel zudem deutlich höher aus als von Experten erwartet. Die Handelsdaten bestätigten die sich seit Herbst abzeichnende Erholung der chinesischen Wirtschaft, sagte Tetsuro Ii von Commons Asset Management. Sie schürten insbesondere auch Hoffnungen auf eine kräftigere Nachfrage nach Rohstoffen.

In Japan half den Aktienkursen zudem, dass sich der Yen gegenüber Dollar und Euro abschwächte. Der Tokioter Leitindex Nikkei mit seinen 225 führenden Werten schloss 0,7 Prozent höher bei 10.652 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte 0,6 Prozent zu.

An den Rohstoffmärkten stieg Rohöl um 0,4 Prozent auf 93,48 Dollar je Barrel, Kupfer wurde 0,3 Prozent höher gehandelt. Während der Euro im Vorfeld der EZB-Sitzung am Donnerstag um 0,1 Prozent auf 1,3046 Dollar nachgab, stieg der Dollar um 0,3 Prozent auf 88,11 Yen. Es wird erwartet, dass die europäischen Währungshüter den Leitzins trotz der Wirtschaftsmisere in der Euro-Zone vorerst nicht kappen.

Die Schwäche der japanischen Währung weckte bei den Anlegern verstärkt das Interesse an wichtigen Exportunternehmen des Landes: Aktien des VW-Rivalen Toyota verteuerten sich um fast ein Prozent, die Papiere des Konkurrenten Honda sogar um 2,5 Prozent.

Die Anteilsscheine des Kameraherstellers Nikon legten 1,6 Prozent zu.

"Der Optimismus trägt sich vom Ende des letzten Jahres weiter", sagte Masaru Hamasaki von Toyota Asset Management der Nachrichtenagentur Bloomberg in Tokio. "Der Markt scheint sich zur Hälfte auf die Auswirkungen des schwächeren Yen auf die Einnahmen und auf die Wirkung der geldpolitischen Maßnahmen von Abe zu berufen."

Der Elektronikkonzern Samsung will sich in seinem Chipgeschäft breiter aufstellen. Vor allem bei chinesischen und anderen aufstrebenden Smartphoneherstellern wolle Samsung punkten, sagte der Chef der Systemchip-Sparte, Stephen Woo, im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Damit sollten auch mögliche Ausfälle durch den größten Kunden, aber auch Konkurrenten, Apple, wettgemacht werden. Samsung liefert die Chips für die iPhones und iPads von Apple. Mit seiner eigenen Galaxy-Serie von Smartphones und Tablets ist Samsung aber auch schärfster Wettbewerber für den US-Konzern.

"Wir sollten unsere Kundenbasis breiter aufstellen und haben damit auch schon angefangen", sagte Woo am Rande der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Es gebe aufstrebende Hersteller, die im Smartphone-Bereich Wachstumspotenzial hätten. "Wir strengen uns an, sie mit unseren Chips zu beliefern." Um seinerseits die Abhängigkeit von Samsung zu reduzieren, hat Apple bereits weniger bei den Koreanern geordert. Zudem überziehen sich die beiden Konzerne mit Patentklagen.

Der Euro hat sich im frühen Handel in Fernost am Donnerstag wenig verändert präsentiert. Die Gemeinschaftswährung notiert bei 1,3060 Dollar und damit weiter deutlich über dem Drei-Wochen-Tief von 1,2998 Dollar, auf das am Freitag gefallen war.

Zur japanischen Währung legte sie auf 115,08 Yen zu. Händler glauben, dass die Gemeinschaftsdevise weitere Unterstützung durch die Europäische Zentralbank erfahren werde. Es wird erwartet, dass die Notenbanker bei ihrer Sitzung am Donnerstag die Leitzinsen ungeachtet der anhaltenden Wirtschaftsschwäche in der Euro-Zone unverändert belassen. Der Dollar tendierte zum Yen stärker bei 87,97 Yen.

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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  • @Machiavelli: Dann müssen wir aber ein neues Wirstschaftssystem erfinden, Kommunismus hat gegen die Marktwirtschaft verloren, leider liegt es in Natur des Menschen nicht nur friedlich nebeneinander zu leben, eine Art Wettbewerb, oder sogar "Böses, Gieriges" gab es unter Menschen schon immer, und wird es vermutlich auch weiter immer geben.
    zu den Bulgaren: unter fleiss verstehe ich nicht nur sich von A nach B zu bewegen, sondern zusätzlich eine Art Produktivität, also wie man dort hinkommt ;)

  • Ich finde keiner sollte keinen fressen, auch dann nicht wenn wirklich der Eine oder der Andere schwach ist weil er faul ist, wir sind doch keine Kannibalen, oder? Und vor allem dann nicht wenn in der gleichen Union.
    Apropos, die fleißigste sind die Bulgaren, sowohl was die Lebensarbeitszeit als auch die Wochenstunden betrifft, merkwürdigerweise sie sind auch unter den ärmsten, nur die Rumänen sind noch ärmer.

  • Sehr guter und trefender Kommentar! danke.....ein Ergebnis der Marktwirtschaft, die Starken (die fleissigen?) fressen die Schwachen (die faulen?)...

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