Aktien
Konjunkturdaten und Banken drücken Schweizer Börse

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag mit breiten Kursabschlägen den Handel beendet. Nach einem Handelsverlauf in der Verlustzone bedingt durch den als enttäuschend gewerteten UBS-Konsumindikator sowie den Ifo-Geschäftsklima-Index, sorgten am späten Nachmittag unter den Erwartungen liegende Daten zum US-Verbrauchervertrauen kurzfristig für noch größere Abschläge. Als der US-Markt aber nicht stark verlor, lösten sich in der Folge auch die Schweizer Indizes deutlich von ihren Tiefstständen.

Das US-Verbrauchervertrauen ist im September auf den niedrigsten Stand seit November 2005 gefallen. Dies schürt Händlern zufolge bei den Anlegern die Hoffnung auf eine weitere Zinssenkung durch das FED.

Der SMI schloss 79,98 Punkte oder 0,86 Prozent tiefer auf 8 829,15 Einheiten. Der Swiss Leader Index schwächte sich um 0,98 Prozent auf 1 335,56 Punkte ab, der Swiss Performance Index um 0,79 Prozent auf 7 169,21 Punkte.

Der neu nur noch 20 Aktien umfassende SMI sah abermals bei den Bankenwerten große Abgaben. Händler verwiesen weiter auf Bedenken im Zusammenhang mit der Kreditkrise. Vor allem die jüngsten Warnungen des IWF sowie der EZB hätten auf die Stimmung der Anleger gedrückt und den Ängsten Auftrieb gegeben. Die Krise der Finanzwerte sei nach wie vor nicht ausgestanden. Credit Suisse büßten 1,4 Prozent auf 76,65 Franken ein, Julius Bär 1,4 Prozent auf 81,00 Franken und UBS 1,1 Prozent auf 62,20 Franken.

Die Versicherer sahen bei ZFS (-1,0% auf 343,50 Franken) und Baloise (-0,9% auf 116,30 Franken) die größten Abschläge. Swiss Re (-0,8% auf 100,20 Franken) und Swiss Life (-0,1% auf 297,75 Franken) verloren dagegen unterdurchschnittlich.

Große Einbussen verzeichneten Clariant mit einem Minus von 2,6 Prozent auf 14,36 Franken, ABB mit minus 1,5 Prozent auf 30,00 Franken und Holcim mit einem Minus von 1,5 Prozent auf 125,10 Franken. Auch Adecco (-1,5% auf 68,70 Franken) tendierten deutlich leichter. Dies könnte Marktteilnehmern zufolge als Hinweis gedeutet werden, dass sich die Konjunkturlage doch negativer präsentiert als angenommen.

Bei Synthes (-1,7% auf 135,00 Franken) trafen sich die Investoren zum jährlichen Investor„s Day. Nobel Biocare (-0,3% auf 315,00 Franken) verloren im Vorfeld des Investoren-Tages an diesem Mittwoch unterdurchschnittlich.

Dass die Abgaben im SMI keine grösseren Ausmaße annahmen, lag neben dem Auftrieb durch den freundlichen Verlauf der Wallstreet auch an der Performance der großkapitalisierten defensiven Aktien. Während Nestle (-0,1% auf 512,50 Franken) beinahe unverändert notierten, hielten sich auch Roche (-0,7% auf 212,50 Franken) und Novartis (-0,7% auf 64,00 Franken) besser als der Gesamtmarkt. Die defensiven Swisscom (+0,3% auf 438,75 Franken) gingen gar als einziger Bluechip in der Gewinnzone um.

Die im SLI vertretenen Lonza schlossen 3,6 Prozent schwächer auf 125,30 Franken. Der Titel hatte in den letzten Tagen im Vorfeld einer Investorenveranstaltung deutlich zugelegt - nun sei es im sich abschwächenden Markt zu Gewinnmitnahmen gekommen, hieß es im Handel.

Aus dem SLI notierten ferner OC Oerlikon 2,8 Prozent tiefer auf 402,25 Franken, während Petroplus nach den jüngsten Verlusten 1,2 Prozent zulegten. Im ansonsten roten SLI-Tableau notierten neben Petroplus einzig Kühne + Nagel (+1,6% auf 108,90 Franken) mit einem Kursplus.

Im breiten Markt hatte der Milchverarbeiter Emmi (-0,6%) Halbjahreszahlen vorgelegt, die mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen lagen. Positiv zu werten sei, dass mit Urs Riedener ein neuer CEO gefunden werden konnte. Riedener ist gemäss dem Urteil der Bank Vontobel aufgrund seiner Erfahrung für diesen Posten geeignet.

Esmertec, der Hersteller von Handysoftware, scheint aus den roten Zahlen nicht herauszukommen und hat mit Thomas Hornung einen neuen CEO präsentiert. Nach sechs Jahren an der Spitze habe sich Jean-Claude Martinez entschieden - nachdem die „operativen Trendwende“ nun geschafft sei - sich auf den Verwaltungsrat zurückzuziehen. Der Esmertec-Valor notierte 0,6 Prozent tiefer.

Geberit (-2,3%) gerieten im Anschluss an die Umsatzwarnung des finnischen Konkurrenten Uponor deutlich unter Druck. Kuselski (+1,4%) profitierten Händlern zufolge dagegen von Nachfrageimpulsen aus dem Ausland. Dies, nachdem die chinesische Konkurrentin China Digital TV Pläne für einen Börsengang bekannt gegeben hatte.

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