Aktien
MDax kurz auf Rekordhoch

Am Dienstag markierte das Kursbarometer MDax zwischenzeitlich den höchsten Stand seiner Geschichte. Im Handelsverlauf bröckelte er dann aber immer weiter ab und schloss im Minus .

FrankfurtWer Aktien deutscher Unternehmen hat, kann sich freuen. Denn die Mini-Zinsen in der Euro-Zone, die Anleihen und andere festverzinsliche Anlagen unattraktiv machen, sollten in Kürze noch weiter sinken. Nach einhelliger Einschätzung von Volkswirten wird die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag ihre Geldpolitik weiter lockern. Das belastet den Euro und treibt die Aktienkurse immer mehr nach oben. Grund zur Euphorie haben vor allem Investoren in der zweiten Börsenliga: Am Dienstag markierte der MDax bei 21 679,52 Punkten zeitweise den höchsten Stand seiner Geschichte. Im Handelsverlauf drehte das Kursbarometer aber ins Minus und fiel am Ende um 0,72 Prozent auf 21.437,82 Punkte.

Die zu erwartende, expansive EZB-Geldpolitik treibe nicht nur den Dax an, sagte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. „Ein Teil des Kaufinteresses an deutschen Aktien schwappt auch in die zweite und dritte Reihe über.“ Besonders Immobilienunternehmen profitierten von dem starken Interesse aus institutionellen Kreisen. Auch Analystin Sofia Wurm von der Commerzbank betonte die Bedeutung der gut laufenden Immobilienbranche für die Stärke des Mittelstands-Index. „Zudem hat der MDax keinen Problemsektor wie die Versorger.“ Und es fehle ein Belastungsfaktor wie die im Dax hoch gewichtete Vorzugsaktie von Volkswagen.

Die Börsenkurse der Versorger Eon und RWE leiden seit Jahren unter dem Atomausstieg und der angestrebten Energiewende in Richtung Klimaschutz. Und der Wolfsburger Autobauer VW entsetzte die Anleger Mitte September mit manipulierten Abgastests, was die Aktie auf Talfahrt schickte - davon hat sie sich bis heute noch nicht wieder vollständig erholt.

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