Aktien
Osteuropas Börsen schließen sehr schwach

Nach einem freundlichen Wochenauftakt haben die wichtigsten osteuropäischen Börsen am Dienstag deutlich nachgegeben. Neben Gewinnmitnahmen sorgten enttäuschende US-Konjunkturdaten am Nachmittag für zusätzlichen Abgabedruck.

dpa-afx/apa WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. Nach einem freundlichen Wochenauftakt haben die wichtigsten osteuropäischen Börsen am Dienstag deutlich nachgegeben. Neben Gewinnmitnahmen sorgten enttäuschende US-Konjunkturdaten am Nachmittag für zusätzlichen Abgabedruck.

In Warschau sank der WIG-20 um 2,61 Prozent auf 2077,36 Punkte. Der breiter gefasste WIG-Index gab um 1,49 Prozent auf 35 288,74 Zähler nach. Neben der internationalen Entwicklung an den Märkten, belasteten neue Nachrichten rund die geplanten Verkäufe von Staatsanteilen an polnischen Aktiengesellschaften bekannt. Um das Haushaltdefizit einzugrenzen hatten die polnischen Behörden am Montag beschlossen, ihren verbliebenen Anteil an der Bank Zachodni (1,93 Prozent), Bank Handlowy (2,5 Prozent) und der Bank BPH (3,7 Prozent) zu verkaufen. Bank Zachodni verloren 2,4 Prozent auf 121 Zloty. Bank Handlowy gewannen 4,44 Prozent auf 62,35 Zloty und Bank PBK 1,28 Prozent auf 75 Zloty.

Aktuellen Medienberichten zufolge haben die polnischen Behörden zudem beschlossen, ihre Beteiligungen an Grupa Lotos und Kghm Polska Miedz zu reduzieren. An dem Kupferproduzenten Kghm sollen zehn Prozent verkauft werden und an dem Ölkonzern Grupa Lotos dreizehn Prozent. Gegenwärtig hält der polnische Staat 42 Prozent an Kghm und 64 Prozent an Lotos. Die Papiere von Kghm verloren 5,8 Prozent auf 81,50 Zloty und Lotos vier Prozent auf 22,54 Zloty. Die Aktien der Telekomunikacja Polska gewannen 2,1 Prozent auf 16,25 Zloty. Agenturangaben zufolge sollen die Telekomunikacja-Aktien zumindest zu einem Preis von 19,3 Zloty je Wertpapier verkauft werden.

Der Leitindex BUX verlor in Budapest 3,96 Prozent auf 17 742,65 Punkte. Ölpapiere der Magyar Olay es Gazipari (Mol) litten unter dem gesunkenen Ölpreis mit einem Abschlag von 3,97 Prozent bei 13 300 Forint. Zudem berichteten Medien darüber, dass die MOL gemeinsam mit der Gazprom ein Joint Venture zum Zweck der Errichtung eines Erdgaslagers in Ungarn gegründet hat. Die Aktien von Magyar Telekom gingen mit einem Minus von 2,58 Prozent bei 677 Forint aus dem Handel. Die Analysten der Erste Group haben ihr Kursziel für die Werte von 625 auf 700 Forint angehoben. Das Votum wurde jedoch weiterhin bei "Hold" belassen.

Auch die anderen beiden Schwergewichte der Budapester Börse notierten zum Handelsschluss klar im Minus. So sanken Richter Gedeon um 2,54 Prozent auf 36 350 Forint und OTP Bank verloren 5,75 Prozent auf 4 470 Forint. Die Anteilsscheine von Danubius sanken um unterdurchschnittliche 1,09 Prozent auf 3 610 Forint. Die Analysten der Erste Group haben ihr Kursziel für den Titel von 4 900 auf 3 750 Forint gesenkt. Die Anlageempfehlung lautet weiterhin auf "Hold".

Der Prager Leitindex PX erlitt mit minus 3,41 Prozent den größten Tagesverlust seit Ende Juni. Er ging mit 1 113,60 Punkten aus dem Handel. Größter Belastungsfaktor für den PX waren die Verluste im Bankensektor. In einem schwachen internationalen Sektor brachen an der Prager Börse die Aktien der Erste Group um 6,13 Prozent auf 671,20 Kronen ein und die Titel der Komercni Banka verloren 4,86 Prozent auf 3 330 Kronen. Die Analysten der Raiffeisen Centrobank haben ihr Votum für die Komercni-Aktien von "Buy" auf "Hold" gesenkt.

Neben den Bankenwerte zählten auch die Minenwerte zu den größten Verlierern an den internationalen Aktienmärkten. In Prag gingen die Aktien von New World Resources (NWR) mit einem Minus von 6,75 Prozent bei 123 Kronen aus dem Handel. Dagegen herrschte eine rege Nachfrage nach Immobilienwerten. Die Orco-Aktien sprangen um 11,54 Prozent auf 220,80 Kronen nach oben und ECM verteuerten sich um sechs Prozent auf 335 Kronen.

Die Anteilsscheine von Central European Media schlossen mit einem Aufschlag von 2,85 Prozent bei 473,10 Kronen. Im Tagesverlauf hatten die Aktien zeitweise um beinahe acht Prozent zugelegt, nach negativen Nachrichten von Moody"s haben die Werte ihre Gewinne jedoch deutlich eingegrenzt. Moody"s die Bewertung der Kreditwürdigkeit der Mediengruppe auf "B2" gesenkt und gibt einen negativen Ausblick.

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