Aktien
Osteuropas Börsenkurse brechen ein

Die wichtigsten osteuropäischen Aktienindizes sind am Donnerstag erneut mit Verlusten aus dem Handel gegangen.

dpa-afx/apa WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. Die wichtigsten osteuropäischen Aktienindizes sind am Donnerstag erneut mit Verlusten aus dem Handel gegangen.

An der Budapester Börse brach der Leitindex BUX um 9,60 Prozent auf 13 019,42 Punkte ein. Schlechte Konjunkturdaten hätten den BUX in die Tiefe gerissen und ließen Befürchtungen einer Rezession aufkommen, sagten Händler. Die ungarische Industrieproduktion war im September um 5,3 Prozent im Jahresabstand gefallen. Im August hatte das Minus noch bei 1,2 Prozent gelegen. Der höher als erwartet ausgefallene Rückgang bei der Industrieproduktion deute auf eine Rezession hin, sagten Analysten der ungarischen Nachrichtenagentur MTI.

Nachdem der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Union Ungarn vor einer Woche einen Kreditrahmen von 20 Mrd. Euro zugesagt hatten, hat die Ungarische Nationalbank (MNB) nun ein Hilfspaket für die ungarischen Banken in Höhe von 600 Mrd. Forint vorgeschlagen. Mit 300 Mrd. Forint soll ein Garantiefonds dotiert werden, mit weiteren 300 Mrd. soll die Eigenkapitalbasis der Banken gestärkt werden, sagte MNB-Gouverneur Andras Simor in Budapest bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Finanzminister Janos Veres.

Unter den Einzeltiteln gaben die Aktien der OTP Bank deutlich nach und fielen um 10,46 Prozent auf 3 080 Forint. Die Anteile von Mol brachen um 12,01 Prozent auf 11 390 Forint ein. Fotex sackten um 14,71 Prozent auf 400 Forint ab. Kein einziger Wert schloss mit positivem Vorzeichen.

An der Warschauer Börse fiel der WIG-20 um 4,36 Prozent auf 1 777,11 Punkte. Der breiter gefasste WIG-Index schloss 3,76 Prozent tiefer bei 27 976,81 Einheiten. Die weltweite Finanzkrise hat in Polen zu einem drastischen Rückgang bei den Wohnungsverkäufen geführt. Nach Angaben des polnischen Verbandes der Makler und Sachverständigen (Pfrn) halbierten sich die Verkaufszahlen in den vergangenen Wochen. Dieser Trend werde bis zum Jahresende anhalten oder sich sogar noch verstärken, meinen Experten.

Der größte polnische Telekom-Konzern Telekomunikacja Polska dürfte vor der Spaltung stehen. Das geht aus einem noch nicht veröffentlichten Bericht der Regulierungsbehörde UKE hervor, wie UKE-Chefin Anna Strezynska dem Radiosender PiN sagte. Der Bericht soll nächste Woche veröffentlicht werden. Der Börsenwert der Telekomunikacja Polska beträgt derzeit rund 28 Mrd. Zloty. Das Papier verlor 2,94 Prozent auf 19,80 Zloty.

Bioton waren heute Tagesverlierer und gaben um 9,76 Prozent auf 0,37 Zloty ab. Nur ein Titel konnte sich heute in den grünen Bereich retten - Agora mit einem Aufschlag von 2,88 Prozent auf 21,4 Zloty.

An der Prager Börse verlor der Leitindex PX 4,13 Prozent auf 866,7 Zähler. Die tschechische Nationalbank (CNB) hatte ihren Leitzins überraschend deutlich um 0,75 Prozentpunkte auf 2,75 Prozent gesenkt. Nach Ansicht von Analysten in Prag war der Schritt als Reaktion auf die moderate Entwicklung der Inflation in Tschechien und das weltweite Abflauen des Wirtschaftswachstums zu sehen. Von Analysten war zuvor nur eine Senkung um 0,25 Prozent erwartet worden.

Am Donnerstag hatte auch die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Euro-Raum deutlich von 3,75 auf 3,25 Prozent gesenkt. Mit der am Freitag in Kraft tretenden Entscheidung bleibt der Prager Leitzins der niedrigste innerhalb der Europäischen Union.

Die Aktien von Central European Media, ein Unternehmen welches Fernsehstationen in Osteuropa betreibt, fielen um 8,96 Prozent auf 445 Kronen. Central-European-Media-Chef Michael Garin erwartet, dass sich die Steigerungsraten für Werbung im nächsten Jahr verlangsamen werden. Erste Bank verloren 3,28 Prozent auf 484,10 Kronen. Die österreichische Bank kam unter Druck, nachdem die Investmentbank Morgan Stanley ihr Kursziel für den Titel um 38 Prozent gesenkt hatte.

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