Aktien
Schweizer Börse profitiert von überraschend guten US-Daten

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag mit breiten Gewinnen geschlossen. Nach einem zunächst verhaltenen Verlauf belebte sich das Geschäft am Nachmittag nach überraschend gut ausgefallenen US-Konjunkturdaten.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag mit breiten Gewinnen geschlossen. Nach einem zunächst verhaltenen Verlauf belebte sich das Geschäft am Nachmittag nach überraschend gut ausgefallenen US-Konjunkturdaten. Generell sei das Geschehen am Berichtstag aber eher in ruhigen Bahnen verlaufen, hieß es am Markt. Der an diesem Freitag anstehende große Verfall habe wohl eine gewisse Zurückhaltung bewirkt.

Auch die Aussagen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom Vormittag haben den Markt kaum bewegt. Impulse gab es dann am Nachmittag mit der Publikation der US-Frühindikatoren: sowohl der Philly-Fed-Index, der das Geschäftsklima der Region Philadelphia abbildet, als auch der Sammelindex der Frühindikatoren übertrafen die Erwartungen deutlich.

Bei Börsenschluss gewann das Blue-Chip-Barometer SMI 1,41 Prozent auf 5 376,84 Punkte; das Tageshoch lag bei 5 383,55 Punkten und das Tief bei 5 282,56 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI ) stieg um 1,33 Prozent auf 807,92 Punkte und der SPI um 1,21 Prozent auf 4 633,58 Punkte.

Deutlich erholt zeigten sich am Donnerstag nach dem Ausverkauf vom Vortag die Finanzwerte. Credit Suisse legten 5,2 Prozent zu, Swiss Re 4,1 Prozent und UBS 3,6 Prozent. Sie setzten sich damit an die SMI-Spitze. Auch Julius Bär , Swiss Life und ZFS zeigten Erholungstendenzen. Leicht im Minus schlossen einzig Baloise mit einem Rückgang von 0,2 Prozent. Bei den Banken habe auch die Spekulation gestützt, wonach die Europäische Notenbank (EZB) in der kommenden Woche den Geldhäusern zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen könnte, hieß es im Handel.

Unter den größten Kursgewinnern waren auch Givaudan mit einem Plus von 3,3 Prozent zu finden, was am Markt auf eine positive Unternehmensstudie aus dem Hause Mainfirst zurückgeführt wurde. Auch Kühne & Nagel legten um 3,0 Prozent, Holcim um 2,1 Prozent oder Actelion um 1,8 Prozent zu. Gewinne von 0,9 Prozent gab es für Nestle , Händlern zufolge dank Käufen im Zusammenhang mit dem großen Verfall von Morgen.

Die Pharmawerte Roche und Novartis verteuerten sich um je 0,8 Prozent. Novartis hatte von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für Ilaris (Canakinumab) zur Behandlung des periodischen Fiebersyndroms Cryopyrin-Associated Periodic Syndrom (Caps) bei Kindern und Erwachsenen erhalten. Analysten bewerteten die Neuigkeiten als positiv, gingen aber nur von geringen Auswirkungen auf den Umsatz aus.

Schlusslicht mit einem Minus von 4,3 Prozent war Lonza . Händlern zufolge belastete ein Interview mit dem Vorstandschef, das am Markt als verdeckte Gewinnwarnung missverstanden worden sei.

Sehr schwach schlossen auch OC Oerlikon oder Adecco . Der Zeitarbeitsvermittler Adecco plant den Abbau von 350 Mitarbeitern in Frankreich und die Zusammenlegung respektive Schließung von rund 100 Filialen. Die Kosten der Reorganisation werden auf 25 Mill. Euro geschätzt. Am Markt seien die Kosten des Stellenabbaus als hoch eingeschätzt worden, hieß es. Andere Mitbewerber hätten bisher kostengünstigere Restrukturierungen bekannt gegeben.

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