Aktien
Schweizer Börse schließt deutlich schwächer

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag im Einklang mit der Entwicklung an den wichtigsten europäischen Handelsplätzen deutlich schwächer geschlossen. Die Abgaben wurden im Handel vor allem auf die vorsichtige Haltung der Anleger zurückgeführt.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag im Einklang mit der Entwicklung an den wichtigsten europäischen Handelsplätzen deutlich schwächer geschlossen. Die Abgaben wurden im Handel vor allem auf die vorsichtige Haltung der Anleger zurückgeführt. Die Investoren seien in Anbetracht der seit dem Frühjahr gemachten Kursfortschritte und der derzeit kritischen Übergangsphase der Konjunktur vorsichtig geworden und vor allem in konjunktursensitiven Werten und Finanztiteln zu Gewinnrealisierungen geschritten.

Die Verkaufsneigung habe sich in der letzten Handelsphase nach einer tieferen Eröffnung an der Wall Street noch verstärkt. Neben konjunkturellen Überlegungen hätten sich die US-Investoren auch vor der am Mittwoch anstehenden Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed zurück gehalten, so Marktbeobachter weiter. Die Aussichten auf eine gute Sommerrally seien aber intakt, falls die anlaufende Berichtssaison für das zweite Quartal besser als erwartet ausfalle, hieß es aus Übersee.

Der Blue-Chips-Index SMI schloss um 2,05 Prozent tiefer bei 5 310,37 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI ) verlor um 2,79 Prozent auf 792,65 Punkte und der SPI um 2,05 Prozent auf 4 575,71 Punkte.

Die prozentual größten Einbussen im SMI-/SLI-Tableau verzeichneten Zykliker und Finanzvaloren. So verloren OC Oerlikon (-7,0%) und Petroplus (-6,8%) massiv. In den Titeln des Schweizer Raffineriekonzerns würden am Markt Gerüchte kursieren, wonach das Unternehmen für das zweite Quartal ein enttäuschendes Ergebnis ausweisen könnte.

Unter den weiteren konjunktursensitiven Werten fallen Holcim (-5,5%) auf. Die Titel des Zementkonzerns konnten vor dem Hintergrund der Konjunkturunsicherheiten nicht von der Neubewertung der Bank of America/Merrill Lynch mit "Buy" profitieren. Holcim sei mit Abstand der bestpositionierte Zementhersteller, um im aktuellen Umfeld Übernahmen zu tätigen, hieß es in einer Studie.

Logitech (-5,2%) wurden von S & P Equity Research auf "Strong Sell" zurück gestuft.

Auf Syngenta (-4,9%) hätten mehrere Faktoren gelastet wie Nachwirkungen des grossen Eurex-Verfall vom Freitag, Nervosität vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen des Konkurrenten Monsanto am Mittwoch und Gerüchte über ein Interesse am möglicherweise zum Verkauf stehenden Agrochemie-Bereich von Dow Chemical, so Marktbeobachter.

Adecco (-4,6%) verloren ebenfalls deutlich, nachdem die Bank of America/Merrill Lynch die Aktie des Personaldienstleisters im Rahmen einer Branchenstudie auf "Underperform" zurückgestuft hatte.

In Swatch (-4,8%) und Richemont (-4,2%) hätten auch die an diesem Dienstag zur Veröffentlichung anstehenden Uhrenexporte zusätzlich belastet.

Unter den Finanzvaloren verloren unter anderen Julius Bär (-6,3%), Swiss Life Holding (-5,2%) oder Baloise (-5,1%). In Swiss Re (-4,4%) machten über das Wochenende einige Gerüchte und Spekulationen im Hinblick auf Finanzierungsoptionen die Runde. Dabei sollen dem Rückversicherer von einem Verkauf von Teilbereichen bis zu einer Kapitalerhöhung alle Möglichkeiten offen stehen. Credit Suisse (-3,5%) und UBS (-3,4%) gaben ebenfalls deutlich nach.

Unter den Indexschwergewichten verloren Roche Holding (1,5%) und Novartis (-1,4%) etwas weniger. Nestle (+0,1%) konnten von ihren stark defensiven Qualitäten deutlich profitieren und schlossen als einzige SMI-/SLI-Werte im Plus.

Im breiten Markt fielen EFG (-9,0%) auf. Marktbeobachter führten die Einbussen neben der Branchenschwäche auf eine Reduktion der Gewinnschätzungen durch Analysten von CA Cheuvreux zurück.

Die prozentual größten Gewinne erzielten Dottikon ES (+13,9%) und Mindset (+12,3%).

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