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Skepsis über Bankenplan hält an Europas Börsen an

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben am späten Donnerstagnachmittag ihre Kursverluste ausgeweitet und mit teils hohen Abschlägen geschlossen. Zuletzt habe die schwache Eröffnung der Wall Street belastet, sagten Börsianer.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben am späten Donnerstagnachmittag ihre Kursverluste ausgeweitet und mit teils hohen Abschlägen geschlossen. Zuletzt habe die schwache Eröffnung der Wall Street belastet, sagten Börsianer. Dies- und jenseits des Atlantiks herrsche weiterhin Skepsis bezüglich der Wirksamkeit des US-Rettungspaketes für die angeschlagene Finanzbranche, hieß es.

Der Eurostoxx 50 beendete den Handel mit einem Abschlag von 2,33 Prozent auf 2 214,95 Punkte. Für den Londoner Ftse 100 ging es um 0,76 Prozent auf 4 202,24 Zähler nach unten, und der französische CAC-40-Index sank um 2,09 Prozent auf 2 964,34 Punkte.

Angesichts der trüben Stimmung am Markt verloren Finanztitel überdurchschnittlich. In London etwa sackten die Papiere des Versicherers Legal & General Group um 6,97 Prozent auf 55,5 Britische Pence ab, und an der Börse in Paris fielen die Aktien von Credit Agricole um 4,79 Prozent auf 8,331 Euro.

Am Ende des europäischen Leitindexes brachen Fortis-Aktien um 15,91 Prozent auf 1,11 Euro ein, nachdem sie am Vortag vom Handel ausgesetzt gewesen waren. Die Aktionäre des Finanzkonzerns hatten am Mittwoch auf einer außerordentlichen Hauptversammlung gegen die Zerschlagung des Unternehmens gestimmt und die Übernahme von Geschäftsteilen durch die Staaten Belgien und Niederlande mehrheitlich abgelehnt. Angesichts dessen habe es auch keinen Sinn mehr, den dritten Punkt, den Weiterverkauf von 75 Prozent der Fortis Bank durch Belgien an die französische BNP Paribas , zur Abstimmung zu bringen, hatte Fortis-Chairman Jan-Michiel Hessels. Titel der französischen Großbank verbilligten sich um 5,47 Prozent auf 26,28 Euro.

Ansonsten beherrschte eine ganze Reihe von Geschäftszahlen das Geschehen an den europäischen Aktienmärkten. Trotz eines massiven Gewinneinbruchs gaben die Aktien des französischen Autobauers Renault weniger stark nach als der Markt und fielen lediglich um 0,58 Prozent auf 16,145 Euro. In einer ersten Einschätzung nach der Veröffentlichung der Renault-Bilanz verwiesen Analysten von Merrill Lynch auf eine positive Überraschung bei den Lagerbeständen des Autobauers.

Titel von Rio Tinto gaben derweil um 1,52 Prozent auf 1969,00 Pence nach. Der australisch-britische Metall- und Bergbaukonzern war wegen der gefallenen Rohstoffpreise in der zweiten Jahreshälfte tief in die roten Zahlen gerutscht. Allerdings investiert der staatliche chinesische Aluminiumkonzern Chinalco 19,5 Mrd. Dollar in die angeschlagene Rio Tinto.

Die Papiere des französischen Ölkonzerns Total schafften hingegen nach überraschend guten Bilanzdaten den Sprung in die Gewinnzone und stiegen um 0,54 Prozent auf 40,30 Euro. Der bereinigte Konzerngewinn sank zwar wegen des massiven Rückgangs der Ölpreise im Jahresvergleich um acht Prozent auf 2,87 Mrd. Euro. Das war aber immer noch mehr als Analysten zuvor erwartet hatten.

Starke Verluste mussten dagegen die Aktien des Versorgers Electricite de France (EdF) ebenfalls nach Geschäftszahlen verkraften, Der Konzern verfehlte beim bereinigten Nettogewinn die Erwartungen der Analysten und die Aktien brachen um 7,48 Prozent auf 32,89 Euro ein.

Der weltgrößte Spirituosenhersteller Diageo schließlich senkte wegen der weltweiten Konjunkturkrise die Gewinnprognose. Die Papiere reagierten mit einem Abschlag von 3,31 Prozent auf 869,00 Pence. Am "Footsie"-Ende fielen die Titel der BT Group um 7,79 Prozent auf 97,50 Pence. Die Telefongesellschaft hatte im dritten Geschäftsquartal wegen Schwierigkeiten im IT-Geschäft mit Großkonzernen einen Gewinneinbruch erlitten.

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