Aktien
Starke Finanzwerte treiben Europas Börsen an

Angetrieben von starken Finanzwerten hat der europäische Aktienmarkt am Donnerstag seinen mehrtägigen Abwärtstrend gestoppt und mit deutlichen Gewinnen geschlossen.

dpa-afx PARIS/LONDON. Angetrieben von starken Finanzwerten hat der europäische Aktienmarkt am Donnerstag seinen mehrtägigen Abwärtstrend gestoppt und mit deutlichen Gewinnen geschlossen. Stratege Giuseppe-Guido Amato von Lang & Schwarz sieht darin allerdings keine Trendwende: "Für mich ist das der schwache Versuch einer Bärenmarktrally, die nicht nachhaltig genug sein dürfte." Sollten die Märkte sich aber mit einer positiven Tendenz ins Wochenende verabschieden, traue er ihnen weitere Gewinne zu.

Der Eurostoxx 50 schloss satte 2,84 Prozent höher bei 2021,14 Punkten. Der französische CAC-40-Index legte um 1,78 Prozent auf 2 744,84 Zähler zu. Für den Londoner Ftse 100 ging es um 1,73 Prozent auf 3 915,64 Punkte hoch.

Nachrichten aus der Bankenbranche sorgten für gute Stimmung. Zu den Top-Werten zählten Royal Bank of Scotland (RBS) , deren Aktien nach Zahlen um 25,54 Prozent auf 29,00 Britische Pence hochschossen. Ein Aktienhändler sagte: "Verglichen mit den Erwartungen und den Aussagen im Januar sind die Ergebnisse eine Erlösung. Viele hatten befürchtet, dass alles noch viel schlimmer wird."

Analyst Sandy Chen von Panmure Gordon vermutete: "Der Markt wird sich auf die günstigen Konditionen der Staatshilfen und der Versicherung für die riskanten Vermögenswerte konzentrieren." Mit den neuen Maßnahmen würden die sofortigen Kapitalsorgen der RBS gelöst. "Wir erwarten für Lloyds Banking Group ähnlich gute Konditionen", ergänzte der Experte. Die Aktien des Konkurrenten kletterten mit plus 30,66 Prozent auf 75,00 Pence an die "Footsie"-Spitze. Legal & General Group schossen im Sog dieser Entwicklung um 27,51 Prozent auf 37,60 Pence hoch. Händler sprachen hier zusätzlich von Eindeckungen durch Marktteilnehmer, die zuvor auf fallende Kurse gesetzt hätten.

Auch im übrigen Europa waren Finanztitel die Favoriten bei den Anlegern. So setzten sich ING Groep mit plus 20,06 Prozent auf 4,130 Euro an die Eurostoxx-Spitze. Aegon verteuerten sich um 17,49 Prozent auf 3,197 Euro, für BNP Paribas ging es um 12,14 Euro auf 27,195 Euro hoch.

Abseits des Finanzsektors gewannen Telefonica nach Zahlen 5,87 Prozent auf 14,80 Euro. Der Überschuss des spanischen Telekomkonzerns war zwar deutlich zurückgegangen, hatte Händlern zufolge aber dennoch die Markterwartungen übertroffen. Zudem hält Telefonica an den Zielen bis 2010 fest. British American Tobacco (BAT) honorierten die Bilanzvorlage mit überdurchschnittlichen Kursgewinnen von 2,86 Prozent auf 1 749,00 Pence. Der weltweit zweitgrößte Tabak-Konzern hatte Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2008 deutlich gesteigert und dabei die Markterwartungen übertroffen.

Repsol verteuerten sich um 4,52 Prozent auf 12,73 Euro. Der spanische Ölkonzern hatte zwar wegen des sinkenden Ölpreises und der Konjunkturflaute im vierten Quartal einen Gewinn- und Umsatzrückgang verbucht, mit seinem Gewinn aber dennoch die Erwartungen am Markt übertroffen. Laut einem Händler fielen die Zahlen dank des starken Verarbeitungsgeschäfts (Downstream) im Vergleich zu denen von Wettbewerbern recht ordentlich aus.

Randstad stürzten derweil um 12,99 Prozent auf 12,060 Euro ab. Die niederländische Zeitarbeitsfirma streicht erstmals in ihrer Geschichte die Dividende, nachdem sie im vierten Quartal einen Verlust ausgewiesen hatte. Vallourec verloren nach Zahlen und Aussagen zur weiteren Geschäftsentwicklung 6,07 Prozent auf 65,245 Euro. Der französische Röhrenhersteller hatte mit den Ergebnissen für 2008 zwar die Erwartungen übertroffen. Für das erste Quartal 2009 werde aber ein Umsatzrückgang um fünf Prozent erwartet, hatte Vallourec am Vorabend mitgeteilt. Die Analysten von Morgan Stanley bemängelten denn auch diesen schwächer als erwartet ausgefallenen Ausblick und blieben bei ihrer Einschätzung "Underweight".

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