Aktien und Rohstoffe haussieren
Spekulanten feiern die Bernanke-Party

Die US-Notenbank sorgt sich um die Konjunktur und hält die Geldschleusen sperrangelweit offen. Die Anleger jubeln: Aktien ziehen an, Gold erreicht ein neues Allzeithoch. Der Dollar dagegen beschleunigt seine Talfahrt.
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DüsseldorfDie Fortsetzung der ultra-expansiven Geldpolitik der US-Notenbank hat die Stimmung an den Kapitalmärkten weiter beflügelt. Die US-Börsen schlossen nach der Fed-Sitzung und der anschließenden Pressekonferenz von Notenbankchef Ben Bernanke deutlich im Plus. Die gute Stimmung übertrug sich auf die asiatischen Märkte und auch in Europa rechnen Börsianer am Morgen mit Kursgewinnen.

Die stärksten Zuwächse gab es allerdings an den Rohstoffmärkten. Der Goldpreis legte nach der Fed-Entscheidung mächtig zu und stieg auf ein neues Rekordhoch. Am Morgen kostete eine Feinunze Gold fast 1.533 Dollar. Der Silberpreis kletterte bis auf 48,75 Dollar und lag damit nur noch einen Dollar unter seinem zu Wochenbeginn erreichten Allzeithoch. Der Preis für ein Barrel Öl stieg auf 126,20 Dollar je Barrel und rückt damit nah an das Jahreshoch bei 127,50 Dollar heran. Einen Schritt weiter ist das amerikanische WTI-Öl, das mit 113,55 Dollar im elektronischen Handel den höchsten Stand des Jahres erreichte.

Die US-Notenbank hatte am Mittwochabend wie erwartet die Leitzinsen auf dem rekordniedrigen Niveau von Null bis 0,25 Prozent belassen. Gleichzeitig hatte die Fed angekündigt, dass sie ihr Aufkaufprogramm für Staatsanleihen wie geplant bis Ende Juni durchziehen wird und auch Geld aus Rückzahlungen auslaufender Anleihen und Hypothekenpapiere wieder zurück in den Markt pumpen wird.

Zwar nahm Fed-Chef Bernanke gleichzeitig seinen Ausblick für die US-Wirtschaft leicht zurück, an den Märkten überwog aber die Freude über die anhaltend hohe Versorgung mit billigem Geld. Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 12.690 Punkten. In Asien gewann der Nikkei-Index der Börse Tokio am Morgen gut ein Prozent, auch an anderen asiatischen Börsen legten die Kurse zu. Lediglich in China und Südkorea gab es leichte Verluste.

Auch in Deutschland stiegen die Aktienkurse. Der Dax lag nach zwei Handelsstunden 0,6 Prozent im Plus bei 7.447 Punkten und damit knapp über seinem Jahreshoch. Seit Anfang vergangener Woche, als die Drohung der Ratingagentur S&P, den USA ihre Top-Bonitätsnote zu entziehen, die Märkte stark unter Druck setzte, hat der Dax damit fast 500 Punkte zugelegt.

"Wir haben eine Kombination aus lockerer Geldpolitik, niedrigen Zinsen und starken Unternehmensgewinnen", sagte Nader Naeimi, Aktienstratege bei AMP Capital in Sydney, der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Das ist ein sehr guter Mix für die Aktienmärkte."

Leidtragender der Fed-Entscheidung ist dagegen eindeutig der amerikanische Dollar. Im Vergleich zum Euro fiel der Greenback am Morgen auf den tiefsten Stand seit Ende 2009. Für einen Euro mussten mehr als 1,4860 Dollar bezahlt werden. Am Mittwoch hatte der Kurs noch bei rund 1,47 Dollar gelegen. Der Dollar-Index, der die Entwicklung der US-Währung im Vergleich zu sechs anderen Weltwährungen misst, fiel sogar unter 73 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit 2008.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)

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  • Einziges Ziel der Federal Reserve ist es, die Zinsen der US-Staatsanleihen im 5-10-30 J Bereich unter Kontrolle zu halten um den Staatsbankrott abzuwenden. Wenn der Long Bond (30 J) unter 114 fällt und die Zinsen über 5% steigen ist Schluss, weil jedes Jahr 1,5 Billionen Dollar gepumpt werden müssen und es gibt keine Käufer für dies Schulden gibt ausser der elektronischen Notenpresse der Fed, die Zinslast wird nicht mehr zu verkraften sein. Der Dollar Index steuert auf 72 zu und droht darunter ins Bodenlose zu fallen (20-30% Abwertung) bis 2012. Verlierer ist die amerikanische Mittelklasse die um ihre Ersparnisse gebracht werden. Gewinner sind die Großbanken (primary dealers) die das frisch digitalisiert Geld als erst Anlaufstelle erhalten.

  • Dieses Ponzi-Schema der FED wird nicht ewig halten. Die Chinesen haben jedenfalls mittlerweile das System verstanden und reagieren extrem besonnen. Die haben Zeit - mal sehen, wie die Uhren in 20 oder 30 Jahren ticken. Es kann natürlich auch schon übermorgen durch einen exogenen Schock alles zusammenfallen. Wie das berühmte Kartenhaus. Schwarze Schwäne überall - allerdings haben viele noch dunkle Brillen wegen der vermeintlichen Konjunktursonne auf; da verschmelzen die Schwarzen Schwäne doch glatt mit den Konturen der Umwelt. Aber da sind sie natürlich trotzdem - wenngleich aktuell der Wahrnehmung entzogen.
    Die kommende Katastrophe wird fürchterlich sein! Der Nebel, der sie umgibt und künstlich erzeugt wird, damit sie unsichtbar bleibt, wird sich bald etwas auslösen und die Konturen dessen, was da womöglich kommt, zeigen. Größer, als sich die meisten vorzustellen vermögen. Denn: "Dieses Mal ist alles anders." (Kenneth Rogoff)

  • Wehe.....ehe.....wenn ich auf das nahe Ende sehe......
    Aber die Menschen schlafen weiter und interessieren sich nicht für das, was hinter ihrem Rücken gemacht wird - wie immer

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