Aktien
US-Börsen belasten Europas Aktienmärkte

Europas wichtigste Börsen haben am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Gewinne aus dem frühen Handel bröckelten am Nachmittag ab, nachdem die US-Börsen mit Verlusten starteten.

dpa-afx PARIS/LONDON. Europas wichtigste Börsen haben am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Gewinne aus dem frühen Handel bröckelten am Nachmittag ab, nachdem die US-Börsen mit Verlusten starteten. An der Wall Street wird insbesondere auf den Kommentar zur Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed an diesem Abend gewartet. Der Leitzins dürfte bei 0,25 Prozent bestätigt werden. In Großbritannien sorgten vor allem sehr negative Arbeitsmarktdaten dafür, dass sich der Aktienmarkt schwach entwickelte.

Der wichtigste Index der Eurozone, der Eurostoxx 50 , ging mit plus 0,34 Prozent auf 2019,19 Punkte aus dem Handel. In Italien und Deutschland schlossen die wichtigsten Indizes ebenfalls im positiven Terrain. In Paris dagegen sank der CAC-40-Index um 0,25 Prozent auf 2 760,34 Punkte. Der britische Ftse 100 verlor 1,35 Prozent auf 3 804,99 Zähler. In Großbritannien war die Zahl der Arbeitslosen von November bis Januar auf über zwei Mill. geklettert. Der Anstieg im Monat Februar war zudem der kräftigste seit 1971.

Erneut zählten Bankaktien zu den Gewinnern an den Aktienmärkten. Nachdem Titel dieser Branche bereits in Tokio den Nikkei gestützt hatten, waren sie auch in Europa stark gefragt. Unicredit schossen nach Zahlen mit plus 19,05 Prozent auf 1,15 Euro an die Spitze im Eurostoxx 50. Die italienische Großbank stößt in das gleiche Horn wie zahlreiche andere Konkurrenten vor ihr. Das Geschäft in den ersten beiden Monaten des schwierigen Jahres 2009 sei "gut" verlaufen, teilte sie mit und schlug zudem beim Gewinn im abgelaufenen Jahr - trotz eines massiven Rückgangs - die Markterwartungen. Staatshilfen will die Unicredit dennoch beantragen. Der Aufsichtsrat ermächtigte Konzernchef Alessandro Profumo, Hilfen in Höhe von bis zu vier Mrd. Euro auszuhandeln.

Andere Finanzwerte zeigten sich ebenfalls sehr fest: Intesa Sanpaolo und Fortis stiegen um die sieben Prozent. ING Groep und Societe Generale legten um knapp vier Prozent zu. In London gewannen Barclays an der "Footsie"-Spitze 5,15 Prozent auf 94,875 Britische Pence und Royal Bank of Scotland (RBS) legten um etwas mehr als vier Prozent zu.

Am britischen Markt standen zudem die Titel des Versicherers Old Mutual im Blick, die zeitweise bis auf 43,90 Pence gestiegen waren und mit plus 2,48 Prozent auf 41,30 Pence aus dem Tag gingen. Der Konzern will sich aus seinem verlustreichen US-Lebensversicherungsgeschäft auf den Bermuda-Inseln zurückziehen.

Unter den Minenwerten sorgten insbesondere Xstrata für Interesse: Die Aktionäre des Rohstoff-Konzerns haben der 5,9 Mrd. schweren Kapitalerhöhung zu 99,4 Prozent zugestimmt. Die Aktie, die am Morgen noch bis auf 423,00 Pence zugelegt hatte, schloss mit minus 3,73 Prozent auf 381,00 Pence. Auch andere Minenwerte wie BHP Billiton oder Antofagasta gaben nach. Anglo American fielen ebenfalls, aber moderater, um 0,36 Prozent auf 1 125,00 Pence. Der Konzern verkauft seinen restlichen Anteil an Anglogold für 1,3 Mrd. Dollar. Schwächster Wert im Ftse 100 waren aber Rio Tinto mit einem Minus von 6,76 Prozent auf 1918,00 Pence. Der wachsende politische Widerstand in Bezug auf die Beteiligung der chinesischen Chinalco belaste, sagten Händler.

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