Aktien
US-Daten und Studie bremsen Europas Aktienmärkte

Die europäischen Börsen haben sich am Dienstag nicht von ihren massiven Vortagesverlusten erholen können und uneinheitlich geschlossen. Die gemischten US-Konjunkturdaten gaben Händlern zufolge keinen eindeutigen Impuls.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen haben sich am Dienstag nicht von ihren massiven Vortagesverlusten erholen können und uneinheitlich geschlossen. Die gemischten US-Konjunkturdaten gaben Händlern zufolge keinen eindeutigen Impuls. Zwar überraschten die Daten vom Immobilienmarkt positiv, die Industrieproduktion sank dagegen unerwartet deutlich. Der Eurostoxx 50 schloss mit minus 0,22 Prozent auf 2 425,97 Zähler. Der Pariser CAC-40-Index verlor 0,17 Prozent auf 3 213,95 Zähler. Einzig der Londoner Ftse 100 rettete ein moderates Plus von 0,06 Prozent auf 4 328,57 Punkte in den Feierabend.

Bremsend wirkte sich laut Börsianern auch ein Kommentar von Morgan Stanley aus. Demzufolge benötigt der Markt mittlerweile eine V-förmige - also steile - Erholung, um weitere Gewinne zu rechtfertigen. Die Analysten erwarten eine solche Erholungsbewegung allerdings nicht und die aktuelle Rally an den Aktienmärkten sei nicht der Beginn eines neuen Bullenmarktes.

Vor allem Verluste bei Finanz- und Versicherungswerten zogen den europäischen Leitindex nach unten. ING Groep sackten um 5,09 Prozent auf 7,08 Euro ans Index-Ende. Aegon verloren 4,74 Prozent auf 4,20 Euro und für AXA ging es um 2,59 Prozent auf 13,56 Euro runter. Die Europäische Zentralbank hatte am Montag darauf hingewiesen, dass die Bilanzen der europäischen Versicherer wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und der schwachen Wirtschaft noch unter Druck kommen könnten. Zudem wird die niederländische Wirtschaft dem Forschungsinstitut CPB zufolge deutlicher schrumpfen als zunächst angenommen. Das belaste die entsprechenden Titel zusätzlich, hieß es am Markt. Banken kamen weiter unter Druck, nachdem die EZB am Vortag den Abschreibungsbedarf bis Ende 2010 auf 283 Mrd. Dollar geschätzt hatte.

Die Aktien von Einzelhändlern dagegen waren gefragt. In London legten Tesco nach Zahlen für das erste Quartal um 1,54 Prozent auf 361,60 Pence zu. Der britische Supermarktbetreiber verbuchte den stärksten Umsatzanstieg seit zwei Jahren und schloss eigenen Angaben zufolge zu seinen Konkurrenten auf. "Das ist ein ermutigender Bericht", kommentierte Analyst Clive Black von Shore Capital. Tesco selbst blieb mit Blick auf das laufende Jahr aber vorsichtig - es werde mit einem harten Jahr kalkuliert, sagte Finanzchef Laurie Mcllwee. Die Aktien des Wettbewerbers Carrefour stiegen in Paris im 0,56 Prozent auf 28,885 Euro.

BT Group kletterten an der "Footsie"-Spitze nach einer positiven Studie um 8,01 Prozent auf 102,50 Pence. Morgan Stanley hatte die Titel des britischen Telekomanbieters von "Equal-weight" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 130,00 auf 150,00 Pence angehoben. Da der Fokus des Managements nun auf der Bildung liquider Mittel liege, könnte der Free Cash Flow bis zum Geschäftsjahr 2013 auf 1,5 Mrd. britische Pfund steigen, schrieb Analyst Nick Delfas. Langfristig seien sogar 1,9 Mrd. britische Pfund oder mehr denkbar, je nachdem wie erfolgreich das Vdsl-Geschäft verlaufen werde. Daher könnte die Dividende deutlich steigen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%