Aktien
US-Konjunkturdaten belasten Europas Börsen

Die europäischen Börsen haben am Donnerstag wegen schwacher US-Konjunkturdaten deutliche Verluste verbucht und nur ganz knapp über ihren Tagestiefs geschlossen.

dpa-afx LONDON/PARIS. Die europäischen Börsen haben am Donnerstag wegen schwacher US-Konjunkturdaten deutliche Verluste verbucht und nur ganz knapp über ihren Tagestiefs geschlossen. Nach zunächst enttäuschenden wöchentlichen Jobdaten aus den USA sorgte schließlich vor allem die im September wieder eingetrübte Stimmung von US-Einkaufsmanagern im Verarbeitenden Gewerbe für Verkäufe an den Aktienmärkten weltweit. Der unerwartete Anstieg der US-Bauausgaben im August rückte dadurch in den Hintergrund. Ein Händler meinte, dass nach dem abgelaufenen dritten Quartal die meisten Anleger nun wohl erst einmal den Start der kommenden Berichtssaison abwarten dürften, bevor sie sich womöglich wieder stärker engagierten.

Der Eurostoxx 50 ging mit minus 2,16 Prozent auf 2 810,46 Zähler aus dem Handel. Der Pariser CAC-40-Index gab um 1,97 Prozent zu auf 3 720,77 Zähler nach. In London verlor der Ftse 100 1,68 Prozent auf 5 047,81 Punkte.

Vivendi waren Spitzenwert im Cac 40 mit plus 0,26 Prozent auf 21,20 Euro. Sie profitierten von Spekulationen über einen Verkauf ihres 20-prozentigen Anteils am Film- und TV-Anbieter NBC Universal an Comcast . Informierten Kreisen zufolge sind der US-Telekomunikationskonzern und General Electric (GE) in Gesprächen, der zum Verkauf eines Anteils am NBC Universal führen könnte. GE hält die restlichen 80 Prozent an NBC Universal. Alle drei Unternehmen lehnten einen Kommentar dazu ab.

Wie das französische Umweltunternehmen Suez Environnement mitteilte, hat es nahezu seinen gesamten rund zweiprozentigen Anteil an Gas Natural verkauft und hält nun nur noch knapp 0,2 Prozent an dem am spanischen Versorger. Die Schweizer Bank UBS kaufte nach eigenen Angaben 1,3 Prozent der Gas-Natural-Aktien und platzierte sie an der Börse zu einem Preis von 14,80 Euro. Während die Titel von Suez Environnement sich knapp behaupteten mit minus 0,22 Prozent auf 15,575 Euro, fielen die von Gas Natural um 4,57 Prozent auf 14,41 Euro. Mediobanca verloren unterdurchschnittliche 0,54 Prozent auf 9,29 Euro. Die italienische Großbank ist aus dem Bieterrernnen für die Investmentbank von Sal. Oppenheim ausgestiegen.

In London profitierten die Aktien des Minenbetreibers Vedanta von einer Hochstufung und legten um 2,42 Prozent auf 1966,00 Pence zu. Morgan Stanley hob die Aktie von "Equal-Weight" auf "Overweight" und das Kursziel von 2 312,00 auf 2 623,00 Pence. Der Kurs des Minenbetreibers könnte sich auch ohne steigende Rohstoffpreise in den kommenden Jahren mehr als verdoppeln, glaubt Analyst Ephrem Ravi. Lonmin , Xstrata , Anglo American oder Antofagasta hingegen versammelten sich am Ende des 100 Werte umfassenden "Footsie" und büßten zwischen fünf und acht Prozent ein. Lonmin etwa waren in einer Branchenstudie der Deutschen Bank auf "Sell" abgestuft worden. Sehr schwach zeigten sich auch die Titel von Europas größtem Rüstungskonzern BAE Systems mit minus 4,35 Prozent auf 334,00 Pence. Dem Unternehmen droht wegen Korruptionsvorwürfen eine strafrechtliche Verfolgung und eine Strafe von bis zu einer Milliarde Pfund.

Die Aktien der Legal & General Group setzten hingegen aufgrund nicht abreißender Übernahmespekulationen ihren Höhenflug seit Wochenbeginn fort und kletterten um weitere 0,17 Prozent auf 90,98 Pence. Insgesamt gewannen die Versicherer-Titel damit seit Montag bereits mehr als 20 Prozent. Es kursieren Gerüchte über ein Kaufinteresse des Investmentvehikels Resolution, aber auch der italienischen Assicurazioni Generali , die allerdings tags zuvor dementierte.

In Norwegen kletterten Tandberg nach einem Übernahmeangebot von Cisco Systems um 10,99 Prozent auf 153,50 norwegische Kronen. Der US-Netzwerkausrüster will den Anbieter von Lösungen für Videokonferenzen für rund drei Mrd. Dollar oder 153,50 norwegische Kronen übernehmen. Analysten waren sich über die Bewertung des Angebotspreises uneins. Einige fanden das Angebot zu niedrig, andere sprachen von einem "fairen Preis". Allerdings stehe das Angebot nun vier Wochen im Raum, so dass sich durchaus andere Interessenten zu Wort melden könnten, hieß es.

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