Aktien Zürich
Schweizer Finanzwerte unter Druck

dpa-afx/awp ZÜRICH. Die Schweizer Aktien haben am Dienstag nach bereits schwachem Beginn klar tiefer geschlossen. Am Nachmittag erhielt die Abwärtsbewegung durch die negative Eröffnung der Wall Street neuen Schub. Auch das moderater als erwartet eingetrübte US-Verbrauchervertrauen vermochten keine grösseren Impulse zu setzen.

Viele Anleger hätten die markanten Kursaufschläge der vergangenen Tage zu Gewinnmitnahmen genutzt, hieß es in Händlerkreisen. Als weitere Verkaufsgründe wurden erneut Unsicherheiten in Zusammenhang mit der Subprime-Krise in den USA genannt. Allgemein habe im Vorfeld des Protokolls der letzten Fed-Sitzung aber Zurückhaltung geherrscht.

Der SMI verlor 131,51 Punkte oder 1,49% auf 8 714,69 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI gab 1,52% auf 1 314,11 Zähler nach, der breitere SPI 103,29 Punkte oder 1,43% auf 7 099,16 Punkte.

Die Finanzwerte standen am Dienstag einerseits wegen Gewinnmitnahmen und andererseits wegen verschiedener Gewinnrevisionen für US-Banken unter Druck. Am Montagabend hatte Goldman Sachs die Gewinnschätzungen für diverse US-Banken gesenkt, am Dienstag zur Mittagszeit folgte Merrill Lynch mit Anpassungen. Händler rechnen mit negativen Rückschlüssen der Investoren auch auf Schweizer Bankenwerte. Zudem sei es wahrscheinlich, dass es früher oder später auch hierzulande zu Abwärtsanpassungen bei den Gewinnschätzungen kommen werde. Julius Bär verloren 3,0% auf 77,90 Schweizer Franken, CS 1,9% auf 78,50 Schweizer Franken und UBS 1,7% auf 62,70 Schweizer Franken.

Bei den Versicherern waren die deutlichsten Abschläge bei ZFS (-2,0% auf 339,00 Schweizer Franken) und Baloise (-1,8% auf 108,00 Schweizer Franken) zu sehen. Etwas weniger stark verloren Swiss Re (-0,7% auf 100,50 Schweizer Franken). Swiss Life (+0,1% auf 278,00 Schweizer Franken) schlossen gar als einziger SMI -Titel im Plus. Händler führten die tagsüber haussierenden Kurse von Swiss Life (Tageshöchststand 285,00 Schweizer Franken) auf kursierende Gerüchte zurück, wonach der Versicherer sich doch endlich zu einem Verkauf der Banca del Gottardo habe durchringen können und eine Bekanntgabe der Veräusserung unmittelbar bevorstehe. Aus dem Umfeld des Versicherungskonzerns erhalte man aber mittlerweile anders lautende Signale, hieß es zuletzt.

Holcim (-0,6% auf 125,20 Schweizer Franken), Swisscom (-0,7% auf 414,25 Schweizer Franken), Ciba (-1,2% auf 64,15 Schweizer Franken) oder Roche (-1,2% auf 209,60 Schweizer Franken) hielten sich besser als der Markt. Auch Nestle verloren mit -1,3% auf 513,00 Schweizer Franken unterdurchschnittlich.

Richemont (2,3% auf 71,00 Schweizer Franken) profitierten kaum von einer Kaufempfehlung durch Dresdner Kleinwort. Das Institut hatte der eigenen Anlagekundschaft geraten, aus Bewertungsgründen aus Hermes in Richemont umzuschichten.

Bei den Nebenwerten stand der Halbjahresabschluss von OC Oerlikon im Mittelpunkt. Das Industriekonglomerat hat die Markterwartungen beim Umsatz und Bestellungseingang deutlich übertroffen, während Betriebsergebnis in den und Reingewinn unter den Erwartungen ausfielen. Nach einem Handelsverlauf in der Gewinnzone rutschten die Titel schlussendlich doch noch ins Minus ab (-2,2%). Einem Going Private gab Georg Stumpf eine Absage.

Auch Komax (-1,1%) und die VP Bank (-2,7%) wechselten nach guten Zahlen und anfänglichen Kursgewinnen in die Verlustzone. Dätwyler (+6,7%) konnten dagegen die Kursaufschläge in Folge des starken Halbjahresabschluss bis zu Börsenschluss halten. Deutlich für eher enttäuschende Zahlen abgestraft wurden Charles Vögele (-8,5%) und Valora (-9,1%).

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