Aktiencrash
Chinas wackeliges Börsenversprechen

Der chinesische Notenbankchef beschwichtigt die Finanzmärkte: Die Börsenkrise sei im Griff. Allein: Der Markt hört nicht auf ihn. Chinesische Behörden werden daher energischer, um Panik an den Märkten zu verhindern.

DüsseldorfDie Beruhigungstropfen für die Weltfinanzmärkte verbreicht der chinesisches Zentralbank-Chef höchstpersönlich. Beim Treffen der G-20-Finanzminister am Wochenende sagte Zhou Xiaochuan gleich dreimal, dass eine Blase am Aktienmarkt in seinem Land geplatzt sei, berichtete etwa sein japanischer Amtskollege Taro Aso. Wenig später legte Xiaochuan in einer offiziellen Mitteilung nach: Die Marktkorrektur in China sei mittlerweile annähernd abgeschlossen – nachdem die Aktiengesellschaften des Landes in den vergangenen Wochen fast fünf Billionen Dollar an Marktkapitalisierung verloren hatten.

Seit Mitte Juni hat der Chinesische Leitindex, Shanghai Composite, aber knapp vierzig Prozent verloren. Das hatte nicht nur die Märkte in China, sondern auch die Börsen weltweit nachhaltig erschüttert. Wegen Konjunktursorgen um China verlor der deutsche Aktienindex am 17. August zeitweise knapp acht Prozent. Auf dem Treffen der G20-Finanzminister war der Schwächeanfall der Volksrepublik daher eines der maßgeblichen Themen. Auch schürt die Furcht vor der Konjunkturabkühlung Zweifel an einer Anhebung der Leitzinsen der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) im September. Chinas Aktienmärkte machen Angst – jetzt muss die Welt beruhigt werden.

Das Wirtschaftsressort der staatlichen chinesischen Zeitung „China Daily” ist am Montag voll von beruhigenden Überschriften: „Marktvolatilität begründet keine Sorgen über China”, steht da zum Beispiel unter Berufung auf Aussagen von Mitarbeitern des Internationalen Währungsfonds. Oder auch: „Der chinesische Aktienmarkt stabilisiert sich nach Achterbahnfahrt”. Gleichermaßen äußern sich die chinesischen Behörden. In einer Mitteilung am Sonntag beschreibt die chinesische Börsenaufsicht CSRC die gegenwärtige Lage auf den chinesischen Aktienmärkten als „stabiler als zuletzt”.

„In der Vergangenheit wuchsen die Gewinne an den Börsen zu schnell und zu stark, sodass Aktienblasen entstehen konnten”, sagte ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur Xinhua am Montag. „Marktanpassungen sind da unvermeidlich.” Inzwischen sei aus den Blasen aber die Luft raus – zumindest größtenteils. Die Botschaft: Alles halb so schlimm, Chinas Aktiencrash soll nicht als Vorbote eines größeren Wirtschaftsabschwungs der Volksrepublik dargestellt werden.

Doch die Botschaft scheint nicht so recht anzukommen. Zwar eröffneten die Börsen am Montag nach einer Feiertagspause mit Gewinnen, drehten aber im Laufe des Tages ins Minus. Der Shanghai Composite-Index verlor rund 2,6 Prozent auf 3080 Punkte. Der CSI 300, der die größten an der Börse Schanghai und in Shenzen gelisteten Titel zusammenfasst, rutschte 3,4 Prozent nach unten auf 3250 Punkte.

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