Aktienhandel aktuell
Negative Vorgaben belasten Europas Börsen

dpa-afx PARIS/LONDON. Negative Vorgaben aus Übersee haben die wichtigsten europäischen Aktien am Montag belastet. Händler verwiesen auf die deutlichen Kursverluste in Asien und den USA. Zugleich sprachen sie von anhaltender Nervosität am Markt. Seit Dienstag stehen die Börsen weltweit wegen eines kräftigen Kursrutsches in China und Konjunktursorgen unter Druck.

Der europäische Leitindex Eurostoxx50 verlor am Mittag 1,91 Prozent auf 3 934,97 Punkte. Der Stoxx 50 , der auch Schweizer und britische Werte umfasst, gab um 1,89 Prozent auf 3 544,54 Zähler nach. Der Euronext 100 fiel um 2,02 Prozent auf 927,79 Punkte. Der französische CAC 40 sank um 2,06 Prozent auf 5 312,79 Zähler. In London büßte der Leitindex Ftse 100 1,86 Prozent auf 6 002,70 Punkte ein.

Die Vorgaben fielen deutlich negativ aus: Der US-Leitindex Dow Jones hatte etwas schwächer geschlossen und nach Handelsschluss in Europa noch mehr als 100 Zähler verloren. Zudem rutschten die Börsen in Asien deutlich ab. Der Nikkei-225-Index schloss am Morgen 3,34 Prozent tiefer. Auch in China und Südkorea gab es deutliche Kursverluste.

Versorgerwerte standen laut Händlern im Blickpunkt. Nach dem überraschenden Einstieg des italienischen Energiekonzerns Enel beim spanischen Stromversorger Endesa holt der Eon-Konzern einem Pressebericht zufolge zum Gegenschlag aus. Dem "Spiegel" zufolge soll Eon in den nächsten Tagen milliardenschwere Enel-Aktienpakete an den internationalen Börsen zusammenkaufen und sich so eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent an Enel sichern. Das habe die Investmentbank Goldman Sachs dem Vorstand vorgeschlagen. Enel-Aktien gewannen 0,05 Prozent auf 7,89 Euro. Auch Endesa entwickelten sich mit minus 0,83 Prozent auf 38,18 Euro besser als der schwache Gesamtmarkt.

Die Aktien von EADS verbilligten sich um 3,09 Prozent auf 22,90 Euro. Der deutsche EADS-Vorstandsvorsitzende Thomas Enders warnte die Gewerkschaften eindringlich vor einem Streik in den Airbus-Werken. "Wir sind in diesem Punkt hoch verwundbar", sagte Enders dem Nachrichtenmagazin "Focus". Unterdessen verteidigte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Thierry Breton das EADS-Sanierungsprogramm "Power8" für den Flugzeughersteller Airbus als "unverzichtbar". In einem Interview mit mehreren französischen Medien sagte Breton am Sonntag, nur so könne der Airbus fit gemacht werden, um Weltmarktführer im Flugzeugbau bis zum Jahr 2012 zu werden.

In London hielten sich HSBC-Titel nach Zahlen mit minus 0,06 Prozent auf 885,50 Pence besser als der Gesamtmarkt - im frühen Handel hatte die Aktie noch Kursgewinne verbucht. Händler hoben den positiven Ausblick und das starke Wachstum bei den operativen Erträgen hervor.

Am FTSE-100-Ende verloren British Airways (BA) 8,00 Prozent auf 489,00 Pence. Mit dem Verkehrsabkommen "Open Skies" könnten US-Konkurrenten wie Continental, Delta und Northwest Zugang zum Londoner Flughafen Heathrow erhalten. "Dann dürfte sich der Wettbewerb auch für BA verschärfen", sagte ein Händler. Vor diesem Hintergrund bestätigte die Deutsche Bank ihre "Sell"-Einstufung für den Titel.

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