Aktienhandel
Europa-Börsen legen Pause ein

Leichter als am Vortag sind die wichtigsten europäischen Börsen ins Wochenende gegangen. Zum einen belasteten fallende Rohstoff-Preise. Außerdem blicken die Anleger durchaus mit gemischten Gefühlen in die Zukunft.

HB PARIS/LONDON. Verkauft wurden vor allem die zuletzt sehr gut gelaufenen Rohstoff-Werte, die unter den wieder fallenden Edelmetall-Preisen litten. Philip Lawlor, Portfolio-Stratege bei der japanischen Bank Nomura, begründete die Zurückhaltung der Anleger auch mit den Erwartungen an das kommende Jahr: "Am Markt wird bereits damit gerechnet, dass die Unternehmen in diesem Jahr überraschend positive Ergebnisse liefern werden. Entscheidend sind nun die Umsatzprognosen für 2010."

Der EuroStoxx 50 verlor 0,19 Prozent auf 2 882,18 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete dies aber ein sattes Plus von 4,40 Prozent. Der Pariser CAC-40-Index fiel am Freitag ebenfalls um 0,19 Prozent auf 3 799,61 Zähler. In London indes gewann der FTSE 100 0,14 Prozent auf 5 161,87 Punkte.

Der im Rohstoff-Subindex hoch gewichtete Stahltitel von ArcelorMittal sank um 1,13 Prozent auf 25,45 Euro. Auch im Londoner Leitindex fielen die Minenwerte mit schwachen Kursen zurück. Papiere von Anglo American etwa verloren 1,35 Prozent auf 2.153 Pence.

Finanztitel tendierten derweil uneinheitlich und schwankend wie der Gesamtmarkt. Titel von Intesa SanPaolo etwa stiegen um 1,06 Prozent auf 3,085 Euro. Credit Agricole und Societe Generale hingegen lagen im Minus. Lloyds Banking Group verloren weitere 0,33 Prozent auf 94,00 Pence. Sie litten damit unverändert unter der Last einer sich abzeichnenden Kapitalerhöhung im zweistelligen Milliardenbereich.

Größter Gewinner im EuroStoxx 50 waren Unilever-Aktien mit einem Plus von 2,28 Prozent auf 20,00 Euro, gefolgt von L'Oreal-Titeln mit einem Zuwachs von 1,45 Prozent auf 68,07 Euro.

Aktien von Telefonica sanken indes mit dem schwächelnden Gesamtmarkt um 0,18 Prozent auf 19,185 Euro und konnten damit ihre im Tagesverlauf erzielten Gewinne nicht behaupten. Der spanische Telekomkonzern will die Dividende in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2010 will das Unternehmen einer Analystenpräsentation zufolge eine Dividende von 1,40 Euro je Aktie bezahlen.

Beim Gewinn je Aktie im kommenden Jahr ist Telefonica allerdings jetzt etwas skeptischer als zuletzt und senkte das bisher genannte Ziel von 2,30 Euro auf die bislang als mögliche Untergrenze genannten 2,10 Euro. Cheuvreux-Analyst Jose Ramon Ocina sprach dennoch von sehr starken Zielvorgaben und beließ die Papiere auf der "Selected List". Der angestrebte Mindestgewinn liege über seiner Prognose von 1,99 Euro. Auch die Dividende liege höher.

Titel des britischen Branchenkollegen BT Group rückten jedoch um 0,78 Prozent auf 135,85 Pence vor. Einem Bericht der "Financial Times" zufolge will der Konzern die Zahl der Haushalte mehr als verdoppeln, die ihr ultraschnelles Breitband-Netz nutzen können.

Whitbread-Aktien gewannen im "Footsie" 1,60 Prozent auf 1 269 Pence. Analystin Vicki Lee von Barclays Capital hatte die Papiere des Hotel- und Restaurantbetreibers von "Underweight" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 865 auf 1 430 Pence aufgestockt. Gründe dafür seien aus ihrer Sicht konservative Markterwartungen, ein Potenzial von 23 Prozent für den operativen Gewinn innerhalb dreier Jahre und eine attraktive Bewertung.

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