Aktienhandel Frankfurt
6 000-Punkte-Marke im Dax muss weiter warten

Angesichts fehlender Impulse haben die wichtigsten deutschen Aktien am Donnerstag kaum verändert geschlossen. Nur Infineon und MAN stachen hervor.

HB FRANKFURT. Dank kräftiger Kursgewinne bei MAN hatte der Dax am Donnerstag im Tagesverlauf erneut kurzzeitig die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten überwunden und war wie bereits am Vortag für wenige Sekunden bis auf 6002,94 geklettert. Der Leitindex bröckelte im weiteren Handelsverlauf dann aber wieder bis auf 5989,16 Punkte ab. Unter dem Strich blieb dem Index ein hauchdünnes Minus von 0,01 Prozent. Der MDax mittelgroßer Werte schloss 0,73 Prozent höher bei 8504,10 Zählern. Für den TecDax ging es um 0,29 Prozent auf 657,60 Punkte hoch.

„Das war heute ein ziemlich uninspirierter Handelstag“, fasste Marktstratege Michael Köhler von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) das Börsengeschehen zusammen. Anleger blickten weiterhin Richtung USA und warteten, ob der Leitindex Dow Jones ein Allzeithoch erreichen könne. Doch heute hätten weder die nachmittäglichen US-Konjunkturdaten noch die lustlose Entwicklung an der New Yorker Börse nachhaltige Impulse gegeben.

„Das war sicher nicht der letzte Test der 6000er-Marke“, sagte ein Händler. „Ich gehe aber davon aus, dass es noch einige Tage dauern wird, bis wir die Marke wirklich knacken.“ Von der Wall Street kam keine Unterstützung, obwohl der Dow Jones-Index kurz nach Öffnung der Börsen in New York für einen Wimpernschlag sein vor mehr als sechs Jahren erreichtes Rekordschlussniveau übersprang. Der gescheiterte Rekordversuch des Dow Jones am Vortag hatte dem deutschen Markt einen Dämpfer verpasst. Der US-Leitindex hatte seinen Höchststand von 11 722,98 Punkten aus dem Jahr 2000 nur um zwei Zähler verfehlt und anschließend einen Großteil seiner anfänglichen Kursgewinne wieder abgegeben.

Aktuelle Konjunkturdaten aus den USA hatten am Nachmittag nur geringen Einfluss auf das Marktgeschehen.

Infineon-Aktien gingen am Dax-Ende mit einem deutlichen Kursrückgang um 5,56 Prozent auf 9,17 Euro aus dem Handel. Die Papiere des Halbleiter-Herstellers litten unter der angekündigten Schließung des einstigen Siemens-Handygeschäfts in Deutschland durch den taiwanesischen Eigentümer BenQ. Händler sagten, der Münchner Konzern sei als Lieferant von der bevorstehenden Insolvenz des Handyherstellers stark betroffen. Infineon selbst erklärte, durch die Pleite von BenQ Mobile werde es für die Telekom-Chipsparte (Com) vermutlich schwerer, planmäßig im dritten Quartal des kommenden Geschäftsjahres die Ertragswende zu schaffen. Mit BenQ erzielt Infineon nach eigenen Angaben derzeit knapp fünf Prozent seines Gesamtumsatzes und 15 Prozent der Erlöse in der Kommunikationssparte.

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