Aktienhandel Frankfurt
BoA-Einbruch drückt den DAX

Der Gewinneinbruch der Bank of America (BoA) hat den Dax gedrückt. Zum Börsenschluss notiert er 0,8 Prozent tiefer. Die Enttäuschung der Anleger traf besonders die Bankenwerte, Deutsche Bank, Commerzbank und Postbank gehörten zu den Verlierern. Auf der kurzen Gewinnerliste standen wieder einmal die Papiere von MAN und VW.

HB FRANKFURT. Nach einem unerwartet starken Gewinneinbruch bei der Bank of America ist den Anlegern am deutschen Aktienmarkt die Kauflaune vergangen. Der Dax schloss 0,8 Prozent tiefer bei 7921 Punkten.

„Mit einer solchen Enttäuschung hatte keiner mehr gerechnet“, sagte ein Händler. Aber der Markt habe sich recht schnell wieder gefangen. Die zweitgrößte Bank der USA hat im Sommerquartal einen 32-prozentigen Gewinneinbruch erlitten und dies mit den Folgen der Kreditkrise für die Investmentsparte begründet.

Zuvor waren die Anleger vom Zwischenbericht des deutschen Softwarekonzerns SAP schon wenig begeistert gewesen, was dessen Aktienkurs zeitweise um vier Prozent drückte. „Bis Freitagmittag wird sich beim Dax wohl nicht allzu viel tun“, sagte ein Händler. Dann verfallen an den Terminmärkten Optionen auf die Indizes, ehe am Abend einzelne Aktienoptionen fällig werden.

Im Vorfeld des Verfalltermins versuchen Anleger die Kurse in eine für sie günstige Richtung zu bewegen. Am Freitag steht aber nur der sogenannte kleine Verfall an, da die Terminkontrakte auf die Indizes erst mit Quartalsende fällig werden. Die Enttäuschung der Anleger über die Bank of America traf besonders die Bankenwerte. So fielen Deutsche Bank um gut ein Prozent, Commerzbank und Postbank um je etwa 1,5 Prozent. Die Aktien der Allianz, der die Dresdner Bank gehört, verloren 1,7 Prozent.

Größter Verlierer im Dax waren aber die SAP-Aktien mit einem Abschlag von 3,3 Prozent. Viele Investoren waren verschnupft über die ausgebliebene Erhöhung der Jahresprognose. „Die Zahlen waren auf den ersten Blick eigentlich ganz in Ordnung, aber auf den zweiten Blick stört wohl einige, dass sie ihren Ausblick nicht angehoben haben“, sagte ein Händler. „Der Ausblick ist konservativ“, erklärte ein anderer. Der wachsender Konkurrenz durch Oracle ausgesetzte Konzern sieht keine Eintrübung der weltweiten Nachfrage nach Unternehmenssoftware.

Spekulationen über eine enttäuschende Gewinnentwicklung drückten Händlern zufolge die Aktien der Post um 2,6 Prozent. Eine Post-Sprecherin verwies darauf, dass Konzernchef Klaus Zumwinkel erst am Wochenende vor dem Hintergrund des abgelaufenen Quartals die Ausblick bekräftigt hatte.

Weiter auf den Verkaufslisten standen auch die Siemens-Aktien mit einem Abschlag von 2,3 Prozent. „Seit Tagen schwächelt die Aktie, ohne dass es dafür einen Grund gibt. Das ist schon auffällig“, sagte ein Händler.

Auf der kurzen Gewinnerliste standen wieder einmal die Papiere von MAN und VW. Nach einem Bericht der schwedischen Wirtschaftszeitung „Dagens Industri“ haben sich VW und die schwedische Holding Investor - Haupteigner des Lkw-Bauers Scania - auf ein Übernahmeangebot für MAN geeinigt. Weder VW noch MAN wollten sich zu dem Bericht äußern. MAN-Aktien verteuerten sich 2,3 Prozent auf 121,96 Euro. Die VW-Aktien zogen um 0,9 Prozent auf 175,57 Euro an. Zu wenigen Dax-Gewinnern zählten auch Bayer-Aktien mit einem Plus von 1,7 Prozent. Händler begründeten den Kursanstieg mit guten Quartalszahlen des Schweizer Konkurrenten Syngenta und technischen Faktoren.

Im TecDax erhielten Übernahmespekulationen um Freenet einen Dämpfer. United Internet will in diesem Jahr den Aktionären von Freenet kein Übernahmeangebot mehr unterbreiten. Freenet-Titel fielen um 3,8 Prozent, United Internet um 2,5 Prozent.

Außerhalb aller Indizes sorgten die Aktien des Biotechunternehmens Paion, deren Kurs um 122 Prozent auf 3,35 Euro stiegen. Die Firma will die Entwicklung ihres Schlaganfallmittel Desmoteplase - ein aus dem Speichel einer Vampir-Fledermaus entwickelter Wirkstoff - auch nach einer fehlgeschlagenen Zulassungsstudie nicht aufgeben.

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