Aktienhandel Frankfurt: Dax: Anleger bleiben nervös

Aktienhandel Frankfurt
Dax: Anleger bleiben nervös

Nach einem fünfprozentigen Kursrutsch binnen drei Handelstagen sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Freitag nervös geblieben. Zwar legten die Aktienkurse zunächst etwas zu, doch setzten sich bis zum Mittag wieder die Pessimisten durch.

HB FRANKFURT. Der Dax rutschte weiter um bis zu 0,7 Prozent auf 6 593 Punkte ab und lag damit - wie bereits zeitweise am Vortag - leicht unter dem Vorjahresschluss von 6 596 Zählern. Noch zu Wochenbeginn hatte der Leitindex mit 7 040 Punkten so hoch wie seit November 2000 nicht mehr notiert.

„Ausgestanden scheint das Ding noch nicht zu sein“, erklärte Sascha Propp vom Brokerhaus RG Securities zur Talfahrt der vergangenen Tage. Sal.-Oppenheim-Händler Marc Pierschel ergänzte: „Es scheint wie im Mai letzten Jahres eine große Korrektur zu sein.“ Damals hatten die großen europäischen Indizes binnen vier Handelswochen rund 15 Prozent eingebüßt.

Börsianer sprachen von einem angeschlagenen Markt, der zunehmend vom bevorstehenden so genannten dreifachen Hexensabbat geprägt sei. „In diesem Monat steht der große Verfall an den Terminbörsen an“, erläuterte ein Händler. Am dritten Freitag des letzten Monats eines Quartals - in diesem Monat am 16. März - verfallen neben den Aktien- und Index-Optionen auch die Futures auf die Indizes. Dies führt in der Regel zu hohem Umsatz und auch höheren Kursschwankungen, da Anleger versuchen, die Kurse in eine für sie günstige Richtung zu bewegen.

Ein deutlich gestiegener Handelsumsatz im Februar gab dem Aktienkurs der Deutschen Börse Auftrieb, er kletterte um 4,4 Prozent auf 159,53 Euro. „Außerdem sehen wir eine technische Gegenbewegung, nachdem die Börse-Aktie zuletzt extrem schwach gewesen war“, sagte ein Händler.

Größter Verlierer im Dax blieben die T-Aktien mit einem Abschlag von fast drei Prozent auf 12,66 Prozent. Händler verwiesen auf die Verkaufsempfehlung von Merrill Lynch und eine Abstufung durch Morgan Stanley. Der Konzern hatte am Vortag die Börse mit seiner Bilanz enttäuscht. Die T-Aktien hatten daraufhin in einem schwachen Gesamtmarkt rund vier Prozent an Wert verloren.

Nach dem Höhenflug im Schlussgeschäft am Vortag im Sog eines Medienberichts über einen angeblich geplanten Einstieg von Finanzinvestoren gingen die Aktien von SAP auf Talfahrt. Bei hohem Umsatz sank der Kurs um bis zu 1,7 Prozent auf 35,52 Euro. Die drei SAP-Gründer Dietmar Hopp, Hasso Plattner und Klaus Tschira wollen nach Aussage von SAP dem Softwarekonzern als Aktionäre treu bleiben. In einem Medienbericht hatte es geheißen, die US-Beteiligungsgesellschaft Silver Lake bereite ein Angebot vor. „Letztlich ist das alles eine Frage des Preises“, erklärte ein Händler. Andere gaben sich angesichts der Kursverluste von SAP im bisherigen Jahresverlauf - die Aktie ist im Dax mit einem Minus von zehn Prozent das Schlusslicht - skeptischer. Ein Verkauf „würde sich für die Gründer nicht wirklich lohnen“, erklärte einer.

Außerhalb der Indizes stiegen angesichts des bevorstehenden Aufstiegs in den TecDax die Aktien von Carl Zeiss Meditec um sechs Prozent auf 17,80 Euro. Die Aufnahme in den Technologieindex sei positiv, „da sie die Aufmerksamkeit des Marktes für die Aktien weiter steigert“, stellten die Analysten von Cheuvreux fest. Außerdem müssten einige Investoren die Aktien nun kaufen, um den TecDax abzubilden. Carl Zeiss nehmen den durch die Fusion von Freenet und Mobilcom frei werdenden Platz ein.

Am Vortag hatte der deutsche Leitindex 1,12 Prozent auf 6 640,24 Punkte verloren. Die Vorgaben fielen negativ aus: Der US-Leitindex Dow Jones hatte knapp behauptet geschlossen und nach Xetra-Schluss noch etwa 25 Punkte verloren. Der Nikkei-225-Index verlor am Morgen rund 1,3 Prozent.

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