Aktienhandel Frankfurt
Dax beschleunigt Talfahrt

Die deutschen Aktienindizes haben am Donnerstag mit Verlusten geschlossen. “Die Outperformance des deutschen Aktienmarktes hat mit dem heutigen Tag zunächst ihr Ende gefunden“, so lautet die Einschätzung der momentanen Situation unter Marktteilnehmern.

HB FRANKFURT. Während sich das Minus an den meisten Börsen in Grenzen hielt, sackte der Dax am Donnerstag ohne große Gegenwehr nach unten durch. Nachdem am Vortag die Analysten von » Goldman Sachs ihren Kunden empfohlen hatten, die Gewichtung in deutschen Aktien nach unten zu fahren, folgten am Donnerstag Anschlussverkäufe, hieß es aus den Handelsräumen.

Da zudem viele institutionelle Anleger ihre Positionen durch Index-Puts abgesichert hätten, käme kein frisches Geld an den Markt.

Der Leitindex Dax verlor 1,49 Prozent auf 7 667,03 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 2,36 Prozent auf 9 775,72 Punkte ab. Der Technologiewerte-Index TecDax sackte um 2,00 Prozent auf 968,52 Zähler ab.

Charttechnisch wäre es für den Dax wichtig gewesen, die Marke bei 7 720 Punkten per Schlusskurs zurückzuerobern, so ein technisch orientierter Händler (» Aktuelle Umfrage unter technischen Analysten).

Händlern zufolge nahmen viele Anleger Gewinne mit. "Gestern sind wir hochgelaufen, und da die Anleger vorsichtig agieren, sichern sie sich ihre Gewinne", sagte Aktienhändler Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser Privatbankiers. Außerdem entwickele sich der deutsche Markt wieder zunehmend im Einklang mit dem US-Markt, sagte ein weiterer Händler. Dies gelte umso mehr, als die Berichtssaison in Deutschland langsam auslaufe.

Auch die am Nachmittag veröffentlichte Datenflut aus den USA konnte den Abverkauf am deutschen Aktienmarkt kaum stoppen. Die US-Verbraucherpreise sind im Oktober um 0,3 Prozent angestiegen und trafen damit die Erwartungen. Die Energiepreise kletterten dabei etwas stärker als im September. Die Kernrate, also ohne Energie und Nahrungsmittel, stieg wie erwartet um 0,2 Prozent an.

Die US-Notenbank hatte zuletzt signalisiert, dass sie trotz der gegenwärtig im Vordergrund stehenden Konjunkturrisiken die Inflationsrisiken nach wie vor auf der Rechnung habe. Die aktuellen Daten liefern nach Einschätzung der Postbank keinen Grund zur Entwarnung. Der jüngste Schub beim Ölpreis lasse vielmehr fürchten, dass mit einer Verzögerung auch die Kerninflation stärker in Mitleidenschaft gezogen werde.

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