Aktienhandel Frankfurt
Dax bremst rasante Talfahrt leicht ab

Der deutsche Aktienmarkt hatte auch am Mittwoch noch am weltweiten Börsen-Schock vom Vortag zu knabbern. Seine rasante Talfahrt konnte der Dax nur leicht abbremsen. Marktexperten sprachen von einem „Warnschuss“. Der Markt reagierte mit hoher Aktivität und hohen Umsätzen.

HB FRANKFURT/SCHANGHAI. Auch die Wall Street, die am Dienstag vom schärfsten Rückgang seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erfasst worden war, rappelte sich wieder auf und tendierte im frühen Handel auf und verzeichnete sogar Kursgewinne.

Der Ausverkauf im Dax ist auch am Mittwoch weitergegangen. Eine Erholung der Kurse an der Wall Street bremste die Talfahrt nur etwas. Der Dax fiel bei ungewöhnlich hohen Aktienumsätzen um 1,5 Prozent auf 6715 Punkte. Am Morgen hatten panikartige Verkäufe den Dax um bis zu 2,6 Prozent auf 6640 Punkte gedrückt. Der Umsatz war so hoch wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. „Das war ein Warnschuss an die Märkte“, sagte WestLB-Chefvolkswirt Holger Fahrinkrug. „Ein Warnschuss vor einer möglichen Blase an den Aktienmärkten, die ich aber noch nicht sehe.“

Die stärksten Verluste im Dax verzeichneten die Papiere von Eon (minus 3,9 Prozent) und Münchener Rück (minus 3,2 Prozent). Gegen den Trend legten VW um 2,9 Prozent und BMW um 0,5 Prozent zu.

Viele Investoren hatte beim Blick auf die US-Börsen, wo der Dow-Jones-Index den größten Einbruch seit den Anschlägen vom 11. September 2001 erlitten hatte, zunächst nackte Panik erfasst. Am Nachmittag ließen sich einige von den niedrigeren Kursen schon wieder in den Markt locken. Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke, wonach es keinen substanziellen Anpassungsbedarf beim Ausblick für die US-Konjunktur gibt, beruhigten zusätzlich.

Die unter den Erwartungen liegenden US-Konjunkturdaten spielten kaum eine Rolle, obwohl sie erneut Wasser auf die Mühlen der Pessimisten waren. Bernankes Vorgänger Alan Greenspan war Anfang der Woche mit der Aussage zitiert worden, er schließe eine Rezession in den USA im späteren Jahresverlauf nicht aus. Die Schanghaier Börse machte am Mittwoch den Absturz um neun Prozent vom Vortag fast zur Hälfte gut.

Angesichts der seit dem Sommer steigenden Kurse sei eine Korrektur überfällig gewesen, eine Trendwende sei aber nicht zu befürchten, erklärten viele Börsianer. Nach Einschätzung von Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise spricht die ökonomische Gesamtlage gegen anhaltende Verluste. Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer äußerte sich pessimistischer. „Was wir jetzt sehen, erinnert mich an die Situation vom Mai vergangenen Jahres.“ Damals waren die Märkte aus Angst vor einer Rezession in den USA binnen weniger Wochen um 15 Prozent in die Knie gegangen.

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