Aktienhandel Frankfurt
Dax fällt um mehr als zwei Prozent ins Minus

Eine wahre Verkaufswelle hat am Mittwoch den deutschen Aktienmarkt gedrückt und die Dax-Marke von 8 000 Punkten zunächst in weite Ferne rücken lassen. Der Grund: Eine skeptische Studie von Morgan Stanley. In dieser hatten Analysten vor einem „Full House Sell Signal“ gewarnt - ein sehr seltenes Ereignis, das aber immer zu deutlichen Kurseinbrüchen führte.

HB FRANKFURT. In ihrer Studie zu den europäischen Märkten hatten die Analysten zur Vorsicht geraten: Ihre Analysemodelle hätten drei gleichzeitige Warnsignale ausgegeben. Das sei seit 1980 nur fünf Mal vorgekommen. „Da sind viele Investoren hellhörig geworden und verkaufen“, sagte ein Händler. „Es wird verkauft, was das Zeug hält“, sagte ein anderer.

Am späten Nachmittag verstärkte sich der Druck, der Dax fiel bis auf 7 723 Punkte. Letztlich schloss der Index mit einem Abschlag von 2,4 Prozent bei 7 730 Punkten. Auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen in der Eurozone um 25 Basispunkte auf vier Prozent anzuheben, hatte der Markt nicht reagiert. Negative Impulse kamen dann von den US-Börsen. Konjunkturdaten hatten am Nachmittag Spekulationen auf steigende Inflation und damit auf mögliche Zinserhöhungen der US-Notenbank angeheizt.

„Die Käufer streiken“, sagte ein Händler. „Es ist heute schon etwas übertrieben. Aber solange nicht eine wirklich gute Nachricht wie beispielsweise eine Übernahme kommt, dürften wir erstmal seitwärts tendieren.“ Vor nächster Woche sei auch nicht zu erwarten, dass der Dax die am vergangenen Freitag erstmals seit sieben Jahren überschrittene Marke von 8000 Punkten wieder in Angriff nehme - zumal am Donnerstag wegen des Feiertags viele Marktteilnehmer fehlen dürften.

„Es könnten noch weitere Rücksetzer kommen, aber bei rund 7630 Punkten sollte dann langsam Schluss sein“, meinte auch Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba. Dabei rechnet er zugleich mit deutlichen Schwankungen: „Der große Verfall in der kommenden Woche dürfte spätestens ab Freitag seine Schatten voraus werfen“, sagte er. Möglicherweise versuche schon am Donnerstag jemand, den Markt in die eine oder andere Richtung zu drücken - dazu würden Feiertage oftmals benutzt.

Der Abwärtssog im Dax betraf alle Werte. Selbst die Aktie von SAP, die sich lange als einziger Standardtitel im Plus gehalten hatte, drehte am Nachmittag ins Minus und ging 0,3 Prozent tiefer aus der Sitzung. Im Vergleich zu allen anderen 29 Werten im Dax hätte SAP noch Nachholbedarf, wurde zuvor die überdurchschnittlich gute Entwicklung der Aktie begründet. An der Spitze der langen Verliererliste standen ThyssenKrupp, BASF und TUI mit Kursverlusten von rund vier Prozent.

Die Aktie der Deutschen Bank verbilligte sich um 2,5 Prozent. Gerüchten zufolge gab es Verluste im Eigenhandel, wie Händler sagten. Eine Person aus dem Umfeld der Deutschen Bank wies die Behauptungen indes zurück. Das Institut selbst lehnte eine Stellungnahme ab. Linde, die um 2,4 Prozent zurückfielen, wurden zusätzlich von einem Dividendenabschlag gedrückt.

Etwas besser als der Gesamtmarkt hielt sich dagegen die Altana-Aktie mit einem Kursverlust von 1,5 Prozent. Die Entscheidung der Börse, Altana aus dem Dax zu nehmen und den Platz in der ersten Reihe an Merck zu vergeben, war am Markt erwartet worden. Noch sind Altana jedoch im Dax zu finden: Die Veränderungen werden erst zum 18. Juni umgesetzt. Merck gaben um 1,5 Prozent nach und hielten sich damit deutlich besser als der MDax, der um 2,7 Prozent nachgab. Denn auch in der zweiten Reihe, beim MDax, TecDax und SDax, wurden die Verliererlisten im Laufe des Tages immer länger.

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