Aktienhandel Frankfurt
Dax gibt vor US-Zinsentscheid nach

Vor der anstehenden Zinsentscheidung der US -Notenbank haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch bedeckt gehalten. Der Dax fiel bei großer Nervosität und bei sinkenden Umsätzen um 0,3 Prozent auf 6 875 Punkte.

HB FRANKFURT. "Abwarten" sei die Devise des Tages, erklärte ein Händler. "Abwarten, was Bernanke heute Abend macht und was er sagt." Die Entscheidung der Fed (US -Notenbank) um seinen Präsident Ben Bernanke wurde für 20.15 Uhr erwartet, wenn die Börsen in Europa schon geschlossen sind.

An den Märkten ist Börsianern zufolge eine Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt in den Kursen bereits enthalten. Doch gebe es auch Zweifel. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fed wirklich binnen einer Woche die Zinsen um mehr als einen Punkt senkt", spielte ein Händler auf die überraschende US-Zinssenkung um 75 Basispunkte auf 3,5 Prozent in der vorigen Woche an. Einige Börsianer fürchten, dass eine solcher Schritt auch als Eingeständnis gedeutet werden könnte, dass die Lage noch viel schlimmer als gedacht sei.

Die vor US-Börsenbeginn veröffentlichte erste Schätzung zum US-Wachstum im vierten Quartal 2007 war schwächer als erwartet ausgefallen und drückte daher den Dax. Kurz zuvor hatte aber ein privater Arbeitsmarktbericht positiv überrascht, was den Leitindex kurz über 69 00 Punkte gehievt hatte.

Wie an den Vortagen spielten Unternehmensnachrichten die zweite Geige. Allerdings ragten einige Aktien hervor. Vor allem die Papiere der Münchener Rück waren gesucht, nachdem der weltweit zweitgrößte Rückversicherer für 2007 das vierte Rekordergebnis in Folge vorlegte. Zudem meldeten die Münchener im Zusammenhang mit der US-Subprime-Krise vergleichsweise geringe Abschreibungen von weniger als zehn Mill. Euro. Zahlreiche andere Finanzinstitute mussten schon milliardenschwere Abschreibungen eingestehen. Außerdem erhöhte die Münchener Rück die Dividende um einen Euro auf 5,50 Euro. Die Anleger honorierten dies, der Aktienkurs stieg um 5,9 Prozent auf 120,86 Euro.

Mit Kursgewinnen von 5,8 Prozent reagierten Infineon -Titel Händlern zufolge auf eine Analystenempfehlung für ihre Speicherchiptochter Qimonda. Nach Ankündigung eines Aktienrückkaufsprogramms stiegen die Aktien von Adidas um drei Prozent. Das sei erst Mitte des Jahres erwartet worden, sagte Unicredit -Analyst Uwe Weinreich.

Zu den Dax-Gewinnern zählten mit einem Plus von 0,7 Prozent die Aktien von SAP, nachdem der Softwarehersteller bei der Bilanzpressekonferenz ein hohes Wachstumstempo ankündigte. Gefragt waren nach Bekanntgabe eines Rekordumsatzes für 2007 auch die BMW -Aktien, die sich um 0,6 Prozent verteuerten.

Damit setzten sich BMW von den Kursverlusten der Konkurrenten ab, die unter einer Senkung der Gewinnerwartungen für die europäischen Autobauer durch Goldman Sachs litten. Vor allem die Aktien des Autozulieferers Continental kamen unter die Räder und verloren vier Prozent. Gewinnmitnahmen machten bei MAN die Vortagesgewinne teils wett. Die Aktien fielen um 2,8 Prozent, nachdem sei am Dienstag über sieben Prozent gewonnen hatten.

Viele Nebenwerte gaben ihre Vortagesgewinne zum Teil ebenfalls wieder ab. Der MDax fiel um 0,8 Prozent, der TecDax um gut ein Prozent. Gegen diesen Trend stemmten sich die Aktien von Arcandor, die mit einem Plus von 4,7 Prozent auf die Vorlage der Zahlen zum Rumpfgeschäftsjahr 2007 reagierten. Allein die Reisetochter Thomas Cook schrieb schwarze Zahlen und glich die Verluste im Versandhandel und bei den Karstadt-Warenhäusern aus.

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