Aktienhandel Frankfurt
Dax kann 6 900-Punkte-Hürde nicht nehmen

Der Dax hat am Dienstag trotz mehrfacher Vorstöße über die Marke von 6 900 Punkten kaum verändert bei 6 875,70 Zählern geschlossen. Händler machten einen verhaltenen Start der Wall Street vor einer Rede des US-Notenbankchefs Ben Bernanke am Abend und den zuletzt wieder gestiegenen Ölpreis für die zunehmende Vorsicht der Anleger verantwortlich.

HB FRANKFURT. „Heute früh haben noch alle Parameter gestimmt, dass wir die 6 900 Punkte nachhaltig sichern. Mittlerweile haben einige Anleger jedoch kalte Füße bekommen“, sagte ein Börsianer. Der Dax hatte bereits am Freitag kurz über 6 900 Zähler gelugt, war dann aber zurückgefallen. Am Dienstag konnte sich das wichtigste deutsche Börsenbarometer in der Spitze bis auf 6 906 Zähler vorarbeiten.

Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) führten den Dax mit einem Plus von über sieben Prozent auf ein Rekordhoch von 111 Euro an. Händler begründeten die Kursgewinne mit Plänen von US-Präsident George W. Bush, den Zeitraum, in dem private Versicherungen für eine Dialyse aufkommen müssen, auf 60 Monate zu verdoppeln. Erst danach soll der Staat einspringen. FMC würde davon profitieren, dass private Versicherungen meist höhere Kostenerstattungen für die Dialysebehandlung leisten als die staatlichen. FMC ist in den USA führend bei der Behandlung von Nierenkranken und erzielt dort einen Löwenanteil seiner Umsätze.

Die im MDax gelisteten Anteilsscheine des FMC-Mutterkonzerns Fresenius legten 3,94 Prozent auf 56,23 Euro zu. Gefragt waren nach Vorlage der Jahresbilanz auch Papiere von MAN, die sich in der Spitze auf bis zu 84,28 Euro verteuerten, anschließend jedoch mit dem Gesamtmarkt leicht abbröckelten. Der Anlagenbauer und Nutzfahrzeug-Hersteller hat 2006 das bisher beste Jahr der Unternehmensgeschichte erlebt. „Die Zahlen liegen im Rahmen der Erwartungen, die Dividende wegen des Sonderbonus aber leicht darüber“, urteilte Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus Steubing. MAN will 1,50 Euro zuzüglich eines Bonus von 50 Cent je Aktie ausschütten.

TUI profitierten weiter vom Einstieg der Schweizer Großbank UBS bei dem Reisekonzern und verteuerten sich um 1,6 Prozent. Angeführt von E.ON gehörten auch Energiewerte erneut zu den besonders gefragten Aktien. Auf der anderen Seite des Tableaus litten unter anderem die Papiere der Deutsche Börse und von Siemens nach Aussagen von Händlern unter Gewinnmitnahmen.

IWKA waren mit einem Minus von drei Prozent auf 22,05 Euro über weite Strecken das Schlusslicht im MDax. Der Maschinen- und Anlagenbauer IWKA ist 2006 nicht aus den roten Zahlen herausgekommen. Außerdem blieb der Umsatz hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Die im Technologie-Index TecDax gelisteten Papiere von Pfeiffer Vacuum verteuerten sich dagegen um bis zu drei Prozent. Der Spezialist für Vakuum-Pumpen hatte bei Umsatz und Rendite die eigenen Ziele übertroffen.

Solarwerte litten mit zunehmender Dauer des Handelstages unter immer kräftigeren Gewinnmitnahmen. Q-Cells, die am Montag nach der Vorlage der Geschäftszahlen rund 20 Prozent zugelegt hatten, fielen um 1,4 Prozent. Conergy gaben 4,7 Prozent nach, Solon verbilligten sich um 5,5 Prozent. Bitter wurde es für Solarworld mit einem Minus von 8,3 Prozent auf 61,78 Euro. Zusätzlich drückte eine Herbstufung durch die Analysten von Exane BNP Paribas. Im Branchenvergleich gehörte die Solarworld-Aktie zu den Favoriten der vergangenen zwölf Monate.

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